YB hat die derzeit beste Offensive der Welt

YB ist nach dem 2:3 gegen Luzern nicht mehr verlustpunktlos. Aber weltweit gibt es kein Team, das in dieser Saison in einer obersten Liga mehr Tore geschossen hat!

Eines von 34 YB-Toren in 10 Ligaspielen: Superjoker Jean-Pierre Nsame erzielt im Heimspiel gegen den FC Zürich (4:0) den ersten Treffer.

Eines von 34 YB-Toren in 10 Ligaspielen: Superjoker Jean-Pierre Nsame erzielt im Heimspiel gegen den FC Zürich (4:0) den ersten Treffer. Bild: Raphael Moser

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Die überraschende YB-Heimniederlage gegen den FC Luzern sei gut für die Liga, heisst es im Fussballland. Und: So bleibt es wenigstens ein bisschen spannend. So weit ist es also schon gekommen mit der umfassenden Dominanz der Young Boys in der Super League.

Wobei das mit der Spannung relativ zu sehen ist – statt 12 Punkte Vorsprung wie nach neun Runden sind es nun noch 11 Zähler Abstand auf Zürich und Basel. Das ist in 26 Partien problemlos aufholbar, aber so wie YB durch das erste Saisonviertel marschierte, mit 9 Siegen gegen die neun Kontrahenten, ist eher nicht mit einem monumentalen Einbruch des Meisters zu rechnen.

Das 2:3 am Samstagabend gegen Luzern tat YB dennoch weh, zumal es auch wegen unverständlicher Schiedsrichterentscheide zustande kam. «Diese Niederlage müssen wir zuerst mal verarbeiten», sagt Coach Gerardo Seoane.

Die zweite Länderspielpause der Saison jedenfalls kommt für YB zu einem idealen Zeitpunkt. «Es ist gut, gibt es einen Unterbruch», sagt Christian Fassnacht, der in den nächsten Tagen erstmals mit dem Schweizer Nationalteam unterwegs ist. «Es war eine intensive Zeit.» Die Begegnung gegen Luzern zeigte, dass YB ein wenig müde geworden ist. Vielleicht nicht mal körperlich, sondern mental. Und dass die Defensive nicht immer stabil agiert.

9 Gegentore in 10 Ligaauftritten sind im Prinzip ein solider Wert, aber es gab auch in allen Partien in Cup (3:2 nach Verlängerung bei den unterklassigen Biel und Schaffhausen) sowie Europacup (1:1 und 2:1 gegen Zagreb, jeweils 0:3 gegen Manchester United und Juventus) jede Menge Treffer der Gegner. «Wir können defensiv besser spielen», sagt Seoane. «Aber es war auch allen bei uns immer klar gewesen, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen.»

Das Beispiel Nsame

In der Innenverteidigung hat der zu Beginn an der Seite von Captain Steve von Bergen gesetzte Grégory Wüthrich zuletzt wochenlang verletzt pausieren müssen. Sein Ersatz Mohamed Ali Camara ist hoch begabt, aber er verschuldete mindestens ein halbes Dutzend Gegentore – und wirkt taktisch noch unreif. Er erinnert stark an seinen Vorgänger Kasim Nuhu, der in Bern ebenfalls einige Monate benötigt hatte, ehe er sein Potenzial abrief und zu einem Eckpfeiler der Meistermannschaft avancierte.

Paris Saint-Germain ist härtester YB-Konkurrent bezüglich Toreschiessen.

Möglicherweise erhält Sandro Lauper, der mit starken Leistungen ins Team drängt, bald die Gelegenheit, sich längerfristig in der zentralen Abwehr zu beweisen. Denn im Aufbau ist die Konkurrenz mit Sékou Sanogo, Djibril Sow sowie Leonardo Bertone und Michel Aebischer auch sehr stark.

Sowieso herrscht auf fast allen Positionen bemerkenswertes Gedränge. Die YB-Offensive etwa präsentierte sich in den ersten zweieinhalb Monaten der Spielzeit in meisterlicher Verfassung. Superjoker Jean-Pierre Nsame ist weiter Edelreservist, traf in 7 Einsätzen und 314 Minuten in der Liga aber schon wieder fünfmal.

34 Tore hat YB in 10 Ligaspielen erzielt. Das ist Top of the World! Weltweit hat keine Equipe in allen obersten Ligen diese Saison öfter getroffen – auch Maribor traf 34-mal, aber in 12 Einsätzen. Die wunderbare Offensive von Paris Saint-Germain um Neymar und Kylian Mbappé ist mit 32 Treffern in 9 Einsätzen härtester YB-Konkurrent. Und in den letzten 10 Ligapartien haben saisonübergreifend nur der Lincoln FC aus Gibraltar (35) sowie Duhail aus Katar (36) öfter getroffen.

Sulejmani vor den Superstars

Den Status des besten Teams weltweit in dieser Spielzeit aber ist YB seit letztem Wochenende los. Red Bull Salzburg hat nach 10 Spielen 30 Punkte auf dem Konto, neben Paris haben auch Juventus und Eindhoven (8 Spiele, 24 Punkte) jede Partie gewonnen.

Die fulminante YB-Torausbeute verteilt sich auf mehrere Akteure. Leader Guillaume Hoarau (6), Nsame, Fassnacht (je 5), Nicolas Ngamaleu, Miralem Sulejmani (je 4), Roger Assalé und Michel Aebischer (je 3) rangieren alle unter den 20 besten Schützen der Super League.

Und im Vergleich der Top-10-Ligen haben laut der Fachwebsite Transfermarkt.ch nur zwei Akteure mehr Skorerpunkte als Sulejmani (9 Spiele, 4 Tore, 8 Assists) – der Russe Nikolay Komlichenko (11 Tore und 2 Assists in 11 Partien) vom tschechischen Club Mlada Boleslav sowie der Brasilianer Junior Moraes von Schachtar Donezk aus der Ukraine (9 Tore und 4 Assists in 10 Partien). Die Superstars Neymar und Mbappé (je 11), Lionel Messi, Eden Hazard (je 10) und Cristiano Ronaldo (9) totalisieren alle weniger Punkte als Sulejmani.

Weiter geht es für das torhungrige YB übrigens nach der Länderspielpause gleich mal wieder mit einer Art Spitzenkampf in Zürich. Es ist in dieser Saison ja eher beliebig, wer gerade Zwei­ter ist. Aktuell steht dort der FCZ. Er hat in 10 Partien 10 Tore geschossen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.10.2018, 12:57 Uhr

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