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Wenn die Versicherung abwinkt

Tritt ein Streitfall ein, muss man dies der Versicherung sofort melden, am besten schriftlich. Sonst riskiert man, dass die Gesellschaft ihre Leistungen kürzt oder den Fall ganz ablehnt.

Ist die Versicherung nicht bereit, den Fall zu übernehmen oder weiter zu bearbeiten, sollte man eine schriftliche Begründung verlangen. Diese kann man anschliessend vom Ombudsmann der Privatversicherungen überprüfen lassen (www.ombudsman-assurance.ch).

Beruft sich die Versicherung auf Aussichtslosigkeit, hat man das Recht, eine Beurteilung durch einen neutralen Schiedsrichter – in der Regel ein von beiden Seiten gemeinsam beauftragter Anwalt – zu verlangen. Dessen Honorar muss der Verlierer übernehmen. Das Schiedsverfahren ist im Kleingedruckten geregelt. Die Versicherung muss bei der Ablehnung darauf hinweisen, sonst ist der Bescheid unwirksam.

Aussichtslosigkeit liegt selten vor. Das Bundesgericht hat schon 1993 entschieden, dass selbst eine verjährte Forderung gewisse Erfolgschancen hat, weil nicht sicher ist, ob die Gegenpartei die Verjährung im Prozess überhaupt geltend macht. Versicherte hätten grundsätzlich einen Anspruch auf Unterstützung, so das Gericht. Kommt der Schiedsrichter dennoch zum Schluss, der Fall sei aussichtslos, kann der Kunde immer noch auf eigene Kosten für sein Recht kämpfen. Erzielt er dabei mindestens einen Teilerfolg, muss ihm die Versicherung alle Auslagen ersetzen. (thm)

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