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Trink- statt Chlorwasser auf dem Bundesplatz

Das Wasserspiel auf dem Berner Bundesplatz muss saniert werden.

In diesem Jahr schmeckt das Wasser noch chlorig. Nächstes Jahr sprudelt auf dem Bundesplatz frisches Wasser.
In diesem Jahr schmeckt das Wasser noch chlorig. Nächstes Jahr sprudelt auf dem Bundesplatz frisches Wasser.
Peter Schneider

Seit 14 Jahren sorgt das Wasserspiel auf dem Bundesplatz für nasse und kreischende Kinder. Nun muss die in die Jahre gekommene Anlage saniert werden. Dafür hat der Berner Gemeinderat einen Kredit von 2,2 Millionen Franken genehmigt. Der Berner Stadtrat wird im Herbst darüber entscheiden. Die Arbeiten sollen zwischen Oktober 2018 und März 2019 stattfinden, wie die Berner Stadtregierung am Donnerstag mitteilte.

Seit der Eröffnung des neuen Bundesplatzes reinigt eine spezielle Anlage unter dem Bundesplatz das Wasser von Zigarettenstummeln und anderem Unrat. Anschliessend wird das Wasser mit Chlor desinfiziert, bevor es wieder durch die 26 Düsen gepumpt auf den Platz gespritzt wird. Das ist nicht ganz billig: Rund 200'000 Franken kostet das Wasserspiel die Stadt jedes Jahr. Der Grossteil des Aufwands entfällt dabei auf die Wiederaufbereitung. Dies soll sich nun ändern. Auf die Wiederaufbereitung des Wassers soll verzichtet werden, statt Chlor- setzt die Stadt künftig auf sauberes Trinkwasser.

«Die Wiederaufbereitung braucht viel Energie, Chemie und Personal. Heute sind wir der Meinung, dass die Versorgung mit Frischwasser die ökologischere Variante ist», sagt Reto Zurbuchen, Stadtingenieur ad interim beim Berner Tiefbauamt. Ursprünglich hatten die Planer des Wasserspiels eine Nutzungsdauer von zehn Jahren vorgesehen. Aufgrund des Alters der Anlage kam es bereits zu Betriebsausfällen, zudem sind viele der Dichtungen leck.

Chemieunfall führte zu Umdenken

Dass künftig die Anlage im Sommer täglich mit 250'000 Liter frischem Trinkwasser gespeist wird, hat aber noch einen anderen Grund: «Zu einem Umdenken hat auch der Chemieunfall vor vier Jahren geführt», so Zurbuchen. Bei dem Zwischenfall war in der Wiederaufbereitungsanlage Chlor ausgetreten. Drei Personen mussten notärztlich betreut und für Abklärungen ins Spital gebracht werden. Aber rechtfertigt dies den Verbrauch einer Viertelmillion Liter Trinkwasser täglich? Die Frage sei durchaus berechtigt, nur gelte sie auch für die zahlreichen Berner Brunnen und all die Badeanstalten, welche ebenfalls viel Frischwasser benötigten, sagt Zurbuchen.

Das Wasserspiel wurde 2004 zusammen mit dem neu gestalteten Bundesplatz in Betrieb genommen. Seither gehört es fest zum Berner Stadtbild. Dass das Wasser wiederaufbereitet und mit Chlor vermischt wird, wurde damals von den Gegnern des Projekts kritisiert, welche von einer «Chlor-und Chemiezumutung speziell für Kinder» sprachen.

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