Einreise verweigert – Weltmeister ohne Coach in Hawaii

Patrick Lange muss an der Ironman-Weltmeisterschaft seinen Titel alleine verteidigen. Der Visumantrag seines Trainers wurde abgelehnt.

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Knapp 4 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen. Das erwartet die Triathleten am kommenden Samstag an der Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona, Hawaii. Geprägt wurde diese in den beiden vergangenen Jahren vom Deutschen Patrick Lange, der die WM jeweils für sich entscheiden konnte. Im vergangenen Jahr konnte er gar als Erster die magische 8-Stunden-Marke mit einer Zeit von 7:52:39 Stunden knacken.

Doch der Ausnahmeathlet muss dieses Jahr ohne seinen Trainer Faris al-Sultan seinen dritten Titel in Folge anstreben. Sultan, der seit 2015 Lange trainiert und 2005 selbst Weltmeister wurde, habe kein Einreisevisum erhalten, wie das Magazin «Triathlon» auf seiner Homepage verkündete. Kurz darauf wurde der Bericht auch von der Deutschen Triathlon-Union, bei welcher Sultan als Bundestrainer arbeitet, bestätigt.

«Ein bisschen doof gelaufen»

Wie weit das Lange für seinen dritten Titel in Folge beeinträchtigt, ist unklar. Schliesslich dürfen Trainer ihre Schützlinge ohnehin nicht über die Strecke begleiten und coachen. Trotzdem könne das Fehlen von Sultan zu einem Problem werden. Die Einzigen, die von dieser Entscheidung beeinflusst werden würden, seien er selbst, Weltmeister Lange und seine Frau, welcher er jetzt zu Hause auf den Geist gehe, wie er gegenüber dem Portal tri-mag.de sagt. Den Entscheid muss er akzeptieren. «Man kann mit arabischem Namen halt nicht einreisen.» Sultan ist zwar in Deutschland geboren, sein Vater stammte aber aus dem Irak.

Auch Sultans Schützling Lange bedauert das Zurückbleiben des Coaches. «Es ist sehr schade, aber man kann es nicht ändern», wie er gegenüber der «Welt» sagt. Sultan habe relativ spät bemerkt, dass sein Visum nicht mehr gültig war. «Es ist ein bisschen doof gelaufen.»

Augenmerk auf die Olympischen Spiele 2020

Bei den beiden vergangenen Erfolgen Langes war Sultan vor Ort. Damals besass der inzwischen 41-Jährige noch ein Amerika-Visum. Dieses ist nun nach zehn Jahren abgelaufen, und der erneuerte Antrag wurde abgelehnt. Nun wird sich Langes Coach auf seine zweite Aufgabe als Bundestrainer konzentrieren müssen – nämlich auf die Olympischen Spiele 2020.

dpa/uek

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