«Shaqiris Körpersprache gefällt mir gar nicht»

Gut gespielt, aber eine Chance verpasst. Die Reaktionen ehemaliger Nationalspieler, deren Sorgen vor dem Spiel gegen die Rumänen teilweise nicht unbegründet waren.

Die Schweiz hat einiges richtig gemacht: die Taktikanalyse im Video.
Thomas Niggl@tagesanzeiger

Nach einer mässigen Leistung beim 1:0 gegen die Albaner gab das Team von Vladimir Petkovic mit einer Steigerung die richtige Antwort beim 1:1 gegen die Rumänen. Die Schweizer hatten Chancen zuhauf, verpassten aber die grosse Chance auf die vorzeitige Achtelfinalqualifikation.

«Schweiz wirft ihre Torchancen in den Mülleimer», titelt die «Süddeutsche Zeitung» und bemerkt, «auch weil ein Bundesligaprofi beste Gelegenheiten vergibt.» Gemeint ist natürlich Haris Seferovic, der in der Barrage gegen Nürnberg Frankfurt mit seinem Tor noch vor dem Abstieg gerettet hatte.

«Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht»

Hakan Yakin, der für die Schweiz 87 Länderspiele absolviert hat und mit drei Toren Schweizer EM-Rekordtorschütze ist, hatte schon vor dem Spiel der Schweiz gegen Rumänien kein gutes Gefühl und sagte zu DerBund.ch/Newsnet: «Seferovic trifft zurzeit einfach die falschen Entscheidungen.» Wie recht er doch hat. Und auch die «Frankfurter Allgemeine» zielte mit ihrer Schlagzeile auf die vergebenen Chancen: «Tore schiessen haben die Schweizer nicht erfunden».

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Nach dem Spiel gegen Rumänien sagt Hakan Yakin. «Mein momentanes Gefühl zu Seferovic hat mich nicht getäuscht. Ihm fehlt zurzeit einfach auch das Wettkampfglück, was gerade für einen Torjäger unheimlich wichtig ist», sagt der Basler und fügt an: «Es wäre vielleicht eine Überlegung wert, Seferovic im nächsten Spiel gegen die Franzosen mal nur als Joker zu bringen, um etwas den Druck von ihm zu nehmen.» Das sei aber nichts gegen Seferovic. «Positiv ist bei ihm, dass er sich immerhin Torchancen erarbeitet.»

Dann gibt mir das zu denken

Heinz Hermann, mit 118 Länderspielen nach wie vor Rekordnationalspieler, sah eine klare Leistungssteigerung. «Und wenn sich jeder noch mal einen Tick steigern kann und sein wirkliches Niveau erreicht, dann ist für die Schweiz noch sehr viel möglich.» Hermann macht sich zurzeit allerdings Sorgen um Xherdan Shaqiri.

«Er wirkt auf mich nicht fokussiert, ja teilweise sogar irgendwie abwesend», sagt der Zürcher und sucht nach Erklärungen. «Wenn ich so lese, wie sich Shaqiri zuletzt in den Medien äusserte, gibt mir das zu denken.» Er heize immer wieder die Kosovo-Frage an. «Und betont auch immer wieder, dass er in der Captain-Hierarchie der Nationalmannschaft eigentlich ganz oben stehen müsste. Das alles führt bei ihm offenbar zu einer gewissen Unzufriedenheit. Das sieht man an seiner Körpersprache, die mir zurzeit gar nicht gefällt.» Shaqiri verzettle sich zu sehr auf Nebenschauplätzen. «Ich hoffe, dass er so schnell wie möglich wieder seine innere Zufriedenheit findet.»

DerBund.ch/Newsnet

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