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«Ich war ausser Betrieb»

Theater-Wunderkind und Tausendsassa, Konkursit und Selbstzerstörer: Der Berner Lukas Leuenberger ergründet in seiner Biografie, warum er immer wieder gescheitert ist.

Sechs Jahre schrieb Lukas Leuenberger an dem Buch: «Schreiben war für mich existenziell und hat mich gerettet.»
Sechs Jahre schrieb Lukas Leuenberger an dem Buch: «Schreiben war für mich existenziell und hat mich gerettet.»
Adrian Moser

Warten auf einen Mann, der offenbar am liebsten noch auf Friedhöfen die Gräber verstorbener Weggefährten aufsucht und jetzt in einem Buch Gerichtstag hält über sich selbst. Zuerst, ja, erschrickt man ein wenig, weil Lukas Leuenberger sich als ewiger Jüngling ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat.

Er war ein quecksilbriger Impresario, der ein Gespür hatte für den richtigen Stoff am passenden Ort und bereits in jungen Jahren, ausgestattet mit Chuzpe und grosser Eloquenz, aufsehenerregende Theaterproduktionen stemmte – vom «Besuch der alten Dame» (1986) über die «Schwarze Spinne» (1988) und «Herkules und der Stall des Augias» zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft 1991 im Nationalratssaal bis zu «Jeanmaire» von Urs Widmer 1992 in den Könizer Vidmarhallen mit Gottfried Helnweins legendärem Plakat, das den Protagonisten nackt mit heruntergelassen Hosen zeigt. Später finanzierte Milliardär Christoph Blocher seine Bräker-Produktion 1998 im eigens dafür gebauten Toggenburger Globe-Theater und 2004 den Weimarer «Tell» auf dem Rütli.

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