Zum Hauptinhalt springen

«Ich kann in Zürich mehr bewegen als in Bern»

Der grüne Nationalrat Bastien Girod sagt, weshalb er in Zürich Stadtrat werden will. Bastien Girod wollte in einer Onlineumfrage wissen: «Soll ich für den Stadtrat kandidieren?» Er stellte die Frage seinen Unterstützern und auch Journalisten. Jetzt hat er die Resultate ausgewertet.

Was hat die Umfrage für ein Resultat hervorgebracht? Das Resultat war überraschend klar. 70 Prozent der Antworten der Unterstützenden und Sympathisanten haben sich für meine Kandidatur ausgesprochen.

Sie haben sich also Mut geholt? Das war nicht das Ziel. Ich habe meine Entscheidung davon abhängig gemacht, ob mich meine Basis unterstützen würde. Dass es so sein würde, wusste ich nicht. Aber klar: Das Resultat motiviert.

Sie sagen zwar, das Resultat überrasche Sie. Aber eine Umfrage unter den eigenen Fans: War das nicht einfach PR? So einfach ist es nicht. Einige, die mich sonst unterstützen, rieten mir nun von einer Kandidatur ab. Ich bin lokal weniger vernetzt wie Karin Rykart Sutter, die ebenfalls in den Stadtrat möchte. Die Umfrage gab mir ein Gesamtbild.

Was war das Hauptargument für eine Kandidatur? Es kristallisierten sich zwei Punkte heraus. Erstens die Wahlchance. Zweitens die Kompetenz.

Das heisst? Meine Unterstützerinnen und Unterstützer glauben daran, dass ich einen zweiten Sitz für die Grünen gewinnen könnte. Zudem bringe ich mit zehn Jahren Erfahrung in der nationalen Politik und meinem beruflichen ETH-Hintergrund gute Voraussetzungen mit.

Und die Gegenargumente? Das häufigste Argument war, dass ich in Bern mehr für die grüne Politik bewegen könne als in Zürich. Ich bin aber überzeugt, im Stadtrat mehr bewegen zu können. Anliegen wie Kinderbetreuungsplätze, durchgehende Velowege, bezahlbare Wohnungen oder Atomausstieg haben in Zürich eine klare Mehrheit in der Bevölkerung. Im Stadtrat könnte ich den Spielraum nutzen, um grüne Anliegen umzusetzen. Das hat auch national mehr Wirkung.

Balthasar Glättli hat auf eine Kandidatur zugunsten von Gemeinderätin Karin Rykart Sutter verzichtet. Sie ignorieren die Zebrapolitik, einen Mann und eine Frau ins Rennen zu schicken. Nein, man muss auch beachten, dass wir derzeit zwei Männer im Nationalrat sind. Gemeinderätin Katharina Prelicz-Huber könnte meinen Sitz im Nationalrat übernehmen. Damit wäre dort das Zebra wiederhergestellt.

Es gibt Stimmen, die deuten Ihre Kandidatur als arrogant. Bereits bei den Ständeratswahlen haben Sie sich vor eine Frau geschoben. Wer mich kennt, weiss: Ich bin nicht arrogant. Solche Stimmungsmache ist nicht konstruktiv. Bei der Ausmarchung sollten konkrete Argumente und Inhalte im Vordergrund stehen. Interview: Patrice Siegrist

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch