Drei BKW-Feiern und ein «Nachglühfest» zum AKW-Abschied

Mit geladenen Gästen, Anwohnern und dem Werkspersonal zelebriert die BKW das AKW-Ende. Derweil werden die AKW-Gegner ein «Nachglühfest» in der Reitschul-Halle feiern.

Im Herbst 2011 protestierten sie gegen das Wieder-Anfahren des AKW Mühleberg – nun wollen sie die Abschaltung feiern.

Im Herbst 2011 protestierten sie gegen das Wieder-Anfahren des AKW Mühleberg – nun wollen sie die Abschaltung feiern.

(Bild: Andreas Blättler)

Wenn am 20. Dezember um 12.30 Uhr zwei Reaktoroperateure das AKW Mühleberg für immer abschalten, geht das nicht still und leise über die Bühne. Der Berner Energiekonzern begleitet diesen Akt mit einer Medienkonferenz und nicht weniger als drei feierlichen Anlässen.

Wie die BKW diese Woche auf Anfrage bekannt gab, findet morgens als Erstes eine Medienkonferenz statt. Gegen Mittag folgt ein offizieller Anlass für geladene Gäste. Die BKW organisiert sogar einen Shuttletransport ab Bern.

Am früheren Abend sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden rund um Mühleberg eingeladen. Am 21. Dezember, dem Tag nach der Abschaltung also, geht eine Feier für die Angestellten des Atomkraftwerks Mühleberg über die Bühne.

Die beiden Anlässe für Anwohner und Angestellte seien auch als Dankeschön zu begreifen, heisst es bei der BKW. Die Einladung zum Anwohneranlass ging an 12'000 Haushalte in 26 Ortschaften rund um Mühleberg. Unter anderen wird sich BKW-Chefin Suzanne Thoma in einer Ansprache an sie wenden. Für die Anlässe vom 20. und 21. Dezember stellt die BKW ein Zelt auf den Parkplatz vor dem AKW. (Lesen Sie hier: «Ein halbes Jahrhundert Atomdebatte – die Mühleberg-Chronologie».)

«Riesiges Interesse»

Auf die Frage, weshalb es gleich mehrere Anlässe brauche, sagt René Lenzin, Leiter Media Relations und Newsroom der BKW: Die Abschaltung des Kernkraftwerks vor den Toren Berns sei ein einmaliges Ereignis. Erstmals in der Schweiz werde ein AKW abgeschaltet. Deshalb sei auch das Interesse der Öffentlichkeit gross. «Wir erhalten praktisch jeden Tag Anfragen von Medien, die eine Reportage aus dem Kernkraftwerk machen möchten.»

Das Schweizer Fernsehen etwa übertrage die Abschaltung des zweitältesten AKW der Schweiz live aus dem Kommandoraum. Für die BKW selbst sei die AKW-Stilllegung sehr bedeutend. Sie sei das grösste Projekt des Berner Energiekonzerns seit dem Bau der Anlage.

Es gelte, diesen historischen Moment würdig zu begehen. «Natürlich ist die Abschaltung für die BKW auch eine positive Geschichte», so Lenzin.

Gegner stossen mit Nachglühwein an

Die BKW selber hat zum offiziellen Anlass anlässlich der Abschaltung auch jene AKW-Gegner eingeladen, die an vorderster Front für die Abschaltung gekämpft haben. Etliche werden die Einladung annehmen, so auch Peter Stutz, Geschäftsführer des Vereins Nie wieder Atomkraftwerke (NWA).

Stutz organisiert am Abend des 20. Dezember aber auch ein eigenes «Nachglühfest» für die AKW-Gegner in der Grossen Halle der Reitschule in Bern. Hier treten ab 19 Uhr zunächst die altgedienten Protestmusiker der Anti-AKW-Bewegung auf: das Basler Sicherheitsorchester und der Barde Aernschd Born.

Danach heizen bis in die frühen Morgenstunden Bands wie Baze & Squishyboyz, Bit-Tuner, Paradiso, Miss C-Line, Jay Jules & Reel Beetz sowie Steiner & Madlaina ein. Dazu gibt es Nachglühwein und Kühlwasserbier. (sda/st)

st/sda

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