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Bis zu 15'000 Franken pro Monat wären gerechtfertigt

Würde das Arbeitsgesetz für Jobs in Privathaushalten gelten, müssten die Löhne stark erhöht werden.

Im Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft (NAV Hauswirtschaft) ist nur der Mindestlohn von 18.90 Franken verbindlich geregelt – ab vier Jahren Berufserfahrung wie im Fall von Dana Macková* gelten 20.75 Franken. Das Basler Beratungsunternehmen BSS, Verfasserin der Seco-Studie, hat deshalb die finanziellen Auswirkungen einer verstärkten Regulierung bei den Arbeits- und Ruhezeiten untersucht. In der Variante «Minimum» wird die Präsenzzeit zu 10 Prozent als Arbeitszeit angerechnet und vergütet, in der Variante «Mittel» zur Hälfte und in der ­Variante «Maximum» zu 100 Prozent. Letztere entspräche der Unterstellung unter das Arbeitsgesetz. Würden die Anbieter diese Mehrkosten abwälzen, wäre je nach Variante von monatlichen Preiserhöhungen um zwischen 1200 und 10'500 Franken auszugehen. Ins­gesamt würde die Maximalvariante zu einer Kostensteigerung von einer halben Milliarde Franken führen.

Vorbildlösung bei Caritas

Mit dem Ziel, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen, hat die Caritas Schweiz vor fünf Jahren eine eigene Betagten­betreuung gestartet. Heute werden 40 ältere Menschen von einem Pool von rund 150 Frauen und Männern aus Rumänien und der Slowakei betreut. Sie kommen jeweils für drei Monate in die Schweiz. Wie Projektleiter Beat Vogel erklärt, seien die Arbeitszeiten klar geregelt: Maximal 9 Stunden pro Tag und 45 Stunden pro Woche. 40 Stunden sind effektive Arbeitszeit, mit 5 Stunden wird der Bereitschaftsdienst abgegolten. Dieser umfasst 8 Stunden – in der Regel nachts – während 6 Tagen pro Woche, und er ist nur für Notfälle vorgesehen. Arbeitsstunden während des Bereitschaftsdienstes gelten als Arbeitszeit. Sie werden der Höchstarbeitszeit an­gerechnet und mit Freizeit in gleichem Umfang kompensiert. Die Freizeit ist genau festgelegt: Es besteht ein Anspruch auf 8 Stunden pro Tag sowie 1,5 Tage pro Woche.

Damit dies geht, verzichtet die Caritas auf eine 24-Stunden-Betreuung. Beim Kunden wird zu Beginn der Pflegebedarf abgeklärt. «Eine Rundumbetreuung ist nach unserem Ansatz nur im Dreischichtbetrieb möglich», sagt Vogel. Nur wenn die Angehörigen selber sehr viel übernehmen, könne eine Betreuerin allein eingesetzt werden. Michael Soukup

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