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Basels Pech mit den Uefa-Prämien, Fribourgs Glück mit den Nothelfern

Für die Auswirkungen der Frankenstärke auf die Fussballclubs der Super League gilt die Regel: je europäischer, desto einschneidender die Folgen. Beim FC Basel etwa trifft in den nächsten ­Wochen die Prämie der Uefa für das ­Erreichen des Champions-League-­Achtelfinals gegen Porto ein: 3,5 Millionen Euro. Bedeutet: 3,57 statt 4,2 Millionen Franken.

«Logischerweise trifft uns die Auf­hebung der Euro-Anbindung», sagt FCB-Präsident Bernhard Heusler. Sein strukturelles Defizit deckt der Schweizer Meister mit Prämien der Uefa und Transfer­einnahmen – wobei im Schweizer Binnenmarkt kaum Transfereinnahmen ­generiert werden. Das Geld kommt also aus dem EU-Raum, und einen Teil seines Vermögens hält der FCB auch deswegen in Euro, um Vertragspartner in Euro zu bezahlen. Vor wenigen Wochen wechselte er einen Teil in Franken um, davon sieht er nun bis auf Weiteres ab. Stattdessen bezahlt er aus diesem Stock zum Beispiel den bereits getätigten Transfer von Adama Traoré vom portugiesischen Club Guimarães.

Im Schweizer Fussball ist es eher die Ausnahme, dass ein ausländischer Spieler seinen Lohn in Franken erhält, Handgelder bei neuen Verträgen werden meist ebenfalls in Euro verlangt. Zudem sind die Trainingslager in Spanien oder der Türkei (die Lira ist an den Euro ­gebunden) – sofern nicht vorausbezahlt – gerade billiger geworden für die ­Vereine oder deren Reisepartner.

Eishockeyclubs dürften profitieren

Die Eishockeyclubs dürften kurzfristig eher vom starken Franken profitieren. Gottérons Geschäftsführer Raphael Berger etwa beglich am Tag des Nationalbankentscheids Rechnungen, die in Euro angefallen waren – am Nachmittag mit dem besseren Wechselkurs. Der ­Zufall will es auch, dass die Freiburger die zusätzlichen Ausländer Granak und Sprukts in Euro bezahlen, sie nun also günstiger spielen als geplant. Das Duo bildet die Ausnahme, fast alle Spieler werden in der Schweiz inzwischen mit Franken entlöhnt. «Früher wollten die Nordamerikaner noch Dollar», erinnert sich Berns CEO Marc Lüthi.

Sollte der Franken hoch bleiben, würde das die Konkurrenzfähigkeit der NLA-Clubs im internationalen Transfermarkt heben. Zumal wegen des Absturzes des Rubels immer mehr Spieler weg wollen aus der russischen KHL.

Schweizer Hockeyclubs unterhalten kaum Handelsbeziehungen ins benachbarte Ausland. Der SCB, der ja auch ein Gastro-Imperium ist, bezieht gemäss ­Lüthi über 90 Prozent seiner Produkte aus dem Binnenmarkt. Die Berührungspunkte des Schweizer Eishockeys mit der Eurozone sind, vom Spielermarkt abgesehen, also gering. Aber indirekt könnte der starke Franken durchaus ­negative Auswirkungen haben. So sagt ­Lüthi: «Es ist für den Sport extrem ­wichtig, dass die Schweizer Wirtschaft stabil bleibt.» Sonst werden das die Clubs bei den Sponsorenfranken zu ­spüren bekommen. Von Simon Graf und David Wiederkehr

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