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Aufgetischt: Gourmet-Beizli mit Wanderweg-Anschluss

Trotz einer kleine Panne ist unser Testesser mit dem Schüpbärg-Beizli in Schüpfen zufrieden. Auch Dank dem freundlichen Personal.

Nun hats geklappt. Bisher hatte der Testesser am Telefon zweimal den Bescheid erhalten, das Schüpbärg-Beizli in Schüpfen sei ausgebucht. Offenbar läufts gut im Betrieb des Wirtepaars Sarah und Christoph Hunziker. Die jungen Leute haben ihn im Herbst 2014 übernommen. Das letzte «Aufgetischt» über das Beizli erschien im Frühjahr jenes Jahres, als es unter den Vorgängern noch ein urchiges Ausflugslokal war. Das ist es auch heute noch. Stübli und Säli sind räumlich kaum getrennt, überall herrscht ländliche Holzgemütlichkeit. Einzig weisse Tischläufer, sorgfältig gestaltete Deko-Elemente und ein grosser Weinkühlschrank machen klar, dass dies auch ein Feinschmeckerlokal ist.

Das Sonntagsmenü verheisst Gemüsecremesuppe, Nüsslisalat und Entrecotewürfel mit Gnocchi (37.50 Fr., kl. 34.50 Fr.). Das passt dem Testesser. Die beste Begleiterin von allen bestellt Blattsalat (9 Fr.) und Hohrückensteak (47.50 Fr.). Die Tochter – wenig überraschend – wählt den vegetarischen Quinoa-Taler (35.50 Fr.). Beim Apéro, bei dem wir Brot und Zopf in heimisches Rapsöl tauchen und mit Kräuterbutter bestreichen, trinken Vater und Tochter einen Kirchwein vom Bielersee (7.50 Fr. / dl) – Chasselas, straight und frisch.

Die Begleiterin wählt eine Assemblage des Walliser Edelwinzers Niklaus Wittwer: «Saras Wissä», dessen rundes, weiches, leicht liebliches Aroma ihr zusagt. Auch der Chef leiht einer Wittwer-Assemblage seinen Namen: «Chrigus Rotä» (7.50 Fr. / dl), den wir zum Hauptgang trinken. Dazu gibts Leitungswasser (6.30 Fr. / 5dl, 8.90 Fr. / Liter), im Haus aufbereitet und auf Wunsch mit Kohlensäure versetzt.

Schon bei den Vorspeisen zeigt sich, dass hier auch ein simpler Blattsalat (9 Fr.) das gewisse Etwas hat: Apfel, Radieschen, Kerne und Sprossen. Der Schüpberg-Salat (13.50 Fr.) enthält Speck, Ei und Belper Knolle und ist ebenfalls ein guter Auftakt. Der Gemüsecremesuppe mit Rahmhaube und Kräutern ist unschwer anzumerken, dass sie nicht aus einem Beutel stammt.

Dem Testesser schmecken die Entrecotewürfel an der Sauce mit feinem Estragongeschmack.
Dem Testesser schmecken die Entrecotewürfel an der Sauce mit feinem Estragongeschmack.

Beim Hauptgang gibts eine kleine Panne. Das Schälchen mit Safrannudeln, das zum Hohrückensteak gehört, hat Verspätung, sodass sich alle zurückhalten müssen, obwohl alle drei Speisen nicht überaus heiss serviert werden. Die netten, umsichtigen Kellnerinnen entschuldigen sich mehrfach. In einem voll besetzten Lokal kann das im stressigen Mittagsservice vorkommen. Das Fleisch vom Black Angus Beef ist tadellos medium rare gebraten. Auch dem Testesser schmecken die Entrecotewürfel an der Sauce mit feinem Estragongeschmack.

Die sorgfältig gestalteten Gemüsebeilagen präsentieren sich gut auf den Tellern, doch hätten die Karotten beziehungsweise Bohnenbündeli ein paar Gspänli vertragen. Der Quinoa-Taler mit frittiertem Ei sieht nicht nur hübsch aus, sondern schmeckt gut. Das Vegi-Gericht lässt noch Platz für Glace, beim Testesser ist es eine Cassata mit Rahm (8 Fr.), eine Kindheitserinnerung. Jetzt drängen immer mehr Leute mit Wanderjacken ins Lokal, denn noch immer ist das Gourmet-Beizli auch ein Ausflugslokal.

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