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Tanz in Bern Natürlich nackt

«Dear Darkness», die 12. Ausgabe des Tanzfestivals in der Dampfzentrale, macht sich auf die Suche nach der Dunkelheit und nackten Körpern, die mehr darstellen als das, was sie zeigen.

Fata Morgana aus dem Dunkel: Verstörender Auftritt einer Tänzerin im Nacktstück «Habitat» von Doris Uhlich.
Fata Morgana aus dem Dunkel: Verstörender Auftritt einer Tänzerin im Nacktstück «Habitat» von Doris Uhlich.
Foto: Alexi Pelekanos

Wenn es im Theater oder Kino dunkel wird, fühlt sich das angenehm kuschelig an. Anderswo ist das nicht so. Viele fürchten das Unheimliche der Nacht und die Albträume, die aus aus dem Dunkel anfallen. Zum Beispiel so: Wir stehen im Traum in der Öffentlichkeit splitternackt vor fremden Menschen. Und es fühlt sich wie Realität an. Wie peinlich!

Wirklich? Gerade haben sich Bernerinnen und Berner in der Dampfzentrale freiwillig angemeldet, um genau diese Erfahrung im Rahmen von Tanz in Bern zu machen: Sie wollen splitternackt in der Produktion «Habitat» auftreten. Mit diesem ungewöhnlichen Tanzstück reist die österreichische Choreografin Doris Uhlich seit zehn Jahren äusserst erfolgreich durch Europa. Und sie lehrt in ortsspezifischen Workshops ihre Fett-Tanztechnik, die dem Stück zugrunde liegt. Das Wackeln, Zittern und Vibrieren des nackten Fleischs. Damit bringt Uhlich nicht nur Schamgrenzen zu Fall, sondern weckt auch Glücksgefühle: Die Menschen würden bei den Performances völlig vergessen, dass sie nackt sind, hört man Beteiligte sagen. Und es sei auch schon passiert, dass sich Zuschauende bei der Performance ebenfalls ausziehen und mitmachen wollten.

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