Musikspektakel auf dem Sechseläutenplatz

Klappstuhl und Picknickkorb mitbringen: Am Samstag gibts gratis die «Oper für alle» auf dem Sechseläutenplatz. Zehn Fragen und Antworten zum Event.

Musikgenuss unter freiem Himmel: Das Opernhaus macht es auch dieses Jahr auf dem Sechseläutenplatz möglich.

Musikgenuss unter freiem Himmel: Das Opernhaus macht es auch dieses Jahr auf dem Sechseläutenplatz möglich.

(Bild: Thomas Egli)

Werner Schüepp@tagesanzeiger

Wie gross ist die Leinwand?

Klotzen, nicht kleckern, das passt zu Opern, man denke an Verdis «Aida» oder Wagners «Ring des Nibelungen». Logisch, dass bei dieser Kunstform die Leinwand auf dem Sechseläutenplatz kein Mäusekino sein darf. Sie ist 103 Quadratmeter gross, die grösste mobile Grossleinwand Europas.

Aufgeführt wird die Operette «Das Land des Lächelns» von Franz Lehàr. Um was geht es?

Lisa, Tochter eines Grafen, verliebt sich in einen chinesischen Prinzen. Dieser erwidert ihre Gefühle und sie folgt ihm nach China. Dort wird dem Paar schnell bewusst, dass sie nicht zusammenpassen. Lisas früherer Verehrer, Graf Gustav von Pottenstein, der ihr nachgereist ist, spendet Trost. Der Prinz wird von seinem Onkel aufgefordert, vier Mandschu-Mädchen zu heiraten, wie es Brauch ist. Lisa ist verzweifelt. Sie plant mit von Pottenstein die Flucht.

Szenenbild aus der aktuellen Aufführung. (Foto: Toni Suter)

Wie viele Instrumente braucht es für die Aufführung?

Zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, Saxofon, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, eine Harfe, Celesta, grosses Schlagwerk und Streicher. Bühnenmusik: Violine, Violoncello und Klavier; zwei Piccoloflöten, vier Aida-Trompeten, Grosse Trommel, kleine Trommel, Militärtrommel, Becken, Tam-tam und Glockenspiel.

Oper ist elitär, teuer, und bei den Sängern versteht man nicht, was sie singen. Richtig?

Falsch. Diese Vorurteile kann man bei «Oper für alle» vergessen. Hier mischen sich Hochintellektuelle mit Normalos und klassische Opernfreaks mit Teenagern. Es herrscht eine ungezwungene Atmosphäre. Das Beste: «Oper für alle» ist gratis. Und wer die Sänger nicht versteht: Es gibt deutsche Untertitel.

Wie viele Leute haben auf dem Sechseläutenplatz maximal Platz?

Zahlen dazu gibt es keine, laut Auskunft des Opernhauses Zürich stiess der Platz bei der Durchführung im vergangenen Jahr mit 12'000 Menschen an seine obere Grenze.

Was tun, wenn der grosse Hunger kommt?

Viele nehmen Bier, Glace, Wurst, Pommes Chips, Snacks und Gebäck mit. Picknickstimmung. Wer nicht schleppen will: Rundum gibt es Verpflegungsstände.

Und wenn die Füsse vom langen Stehen schmerzen?

Stehen muss niemand. Sitzgelegenheiten können mitgebracht werden, Stühle, Decken, Bastmatten – oder man setzt sich auf den berühmten Valser Quarzit des Platzes. Klappstühle gibts vor Ort zum Selbstkostenpreis von 15 Franken.

Sie haben Hustenanfälle und fragen sich, ob Sie trotzdem kommen sollen?

Kein Problem. Auf dem Sechseläutenplatz stört Ihr Husten keinen Menschen. Und für alle Fälle gibt es in der Umgebung einige Apotheken.

Wo befinden sich die besten Plätze?

Die gibt es nicht. «Oper für alle» kennt weder Logen noch VIP-Bereiche. Wer zuerst kommt, hat den besten Platz.

Findet die Liveübertragung bei jedem Wetter statt?

Keine Bedenken müssen all jene haben, die nicht gern nass werden vom Regen. Für den Samstagabend lautet die Niederschlagsvorhersage zehn Prozent.

Oper für alle. Samstag, 16. Juni. Sechseläutenplatz. Das Vorprogramm beginnt um 18 Uhr, die Operette um 20 Uhr.

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