Zum Hauptinhalt springen

«Hinkender Bot»: Berns älteste SchneckenpostMit Randenkompott auf Hipster-Fang

Der Berner Volkskalender «Hinkender Bot» kommt aus einem vergangenen Medienzeitalter. Nun späht das behäbige Heft auf die jungen Naturgeniesser. Aber auch da: ganz ohne Eile.

Das Titelblatt ist seit über 100 Jahren gleich: Eine Schnecke und ein Kriegsverletzter mit Holzbein sind die Symbole des «Hinkenden Bot» von Bern.
Das Titelblatt ist seit über 100 Jahren gleich: Eine Schnecke und ein Kriegsverletzter mit Holzbein sind die Symbole des «Hinkenden Bot» von Bern.
Foto: Stämpfli-Verlag/e-periodica.ch

Die Woche beginnt mit «Wind und Regen», am Wochenende folgen «zwei schöne Tage», dann wird es kurz nochmals «rau und windig», bevor Bern ab dem 24. Februar «schöne Tage bis zum Ende» des Monats geniessen soll. Es handelt sich um eine historische Prognose: Der fränkische Abt Mauritius Knauer (1613–1664) berechnete sie aus den Sternen, Planeten und saisonalen Schwankungen, die er beobachtete. Ein langfristiger Wetterkalender? Natürlich unmöglich, wie wir heute wissen.

Doch zu schauen, ob der Sternengucker richtig getippt hat, entpuppt sich gerade im Lockdown als unterhaltsames Tagesritual beim Blättern durch den «Hinkenden Bot» von Bern. Diesen historischen Volkskalender, der auch eine Seite mit Knauers «Hundertjährigem Kalender» enthält, gibt der Stämpfli-Verlag seit 1815 jährlich heraus. Gegründet wurde er jedoch schon früher, der älteste erhaltene Originaldruck stammt von 1718. Die aktuelle Ausgabe ist Nummer 304, wie auf dem Titelblatt steht.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.