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Bevölkerungsentwicklung im Corona-JahrFünf Prozent mehr Tote – Einfluss der Migration noch ungewiss

Die Pandemie beeinflusst die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz. Das Virus als Todesursache ist jedoch nicht das einzige Kriterium.

Die Corona-Pandemie hat einen Einfluss auf die Zahl der Todesfälle und damit auch auf die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz.
Die Corona-Pandemie hat einen Einfluss auf die Zahl der Todesfälle und damit auch auf die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz.
Foto: Georgios Kefalas/Keystone

Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) gehen Fachpersonen derzeit davon aus, dass in der Schweiz zwischen 2000 und 3000 Menschen an den Folgen des Coronavirus sterben werden. Bei rund 60'000 jährlichen Todesfällen in der Schweiz würden die 3000 Todesfälle einer Zunahme von 5 Prozent entsprechen.

Die Annahme sei jedoch zu relativieren, schreibt das BFS am Donnerstag in der Veröffentlichung der Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung. Einige der Personen, die infolge des Virus sterben – insbesondere ältere Menschen – würden möglicherweise im Jahr 2020 aus einem anderen Grund sterben. Diese vorübergehende Erhöhung der Zahl der Todesfälle dürfte daher die Bevölkerungsentwicklung nicht sehr stark beeinflussen.

Migration hat den grösseren Einfluss

Auf andere Indikatoren könne sich die Pandemie aber auswirken. So werde sich die durch die Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise vermutlich auf die Migrationsströme auswirken, schreibt das BFS. Dadurch dürfte die Zahl der Einwanderungen sinken und jene der Auswanderungen ansteigen. Dies hätte einen markanten Rückgang des Wanderungssaldos zur Folge.

Das BFS weist aber darauf hin, dass die Migration auch rasch ansteigen könnten, wie bei der letzten Wirtschaftskrise. Dies würde geschehen, wenn die Schweiz die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie besser verkraften kann als andere Länder. Das Ausmass und die Dauer dieser Veränderungen könnten aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorausgesagt werden. Wenn die Einwanderungen lediglich während kurzer Zeit zunehmen – etwa während einiger Monate –, werde die Bevölkerungsentwicklung kaum beeinflusst.

27 Kommentare
    Sacha Meier

    Die bisherige Zahl an Coronatoten ist für die langjährige Bevölkerungsentwicklung nicht signifikant. Bedeutender ist die Zuwanderung. Und die brauchen wir als postindustrielle Konsum,- und Dienstleistungswirtschaftsgesellschaft mit einer unantastbaren Hochpreisinsel samt Negativzinsen mehr denn je. Wer sonst soll künftig all die vielen neuen Wohnüberbauungen belegen und dafür üppige Mietzinsen zahlen? Für sehr wichtig erachte ich, dass unsere Finanzschwerindustrie endlich aus ihrer Lethargie erwacht neue, atemberaubende Finanzprodukte entwickelt, auf den Markt bringt und so den Finanzplatz wieder zu neuen Höhenflügen führt. Auch für wichtig hielte ich eine Technologietransferplattform des Bundes, damit all die hundertausende an hierzulande wertlos gewordenen Old-Economy Hochtechnologiepatente von KMUs gewinnbringend nach China verhökert werden können. Das würde auch den letzten Industrie-Zombifirmen ein würdiges Ende bereiten. Deren Resourcen (z.B. Fabrikareale, Mitarbeiter) könnten dann gewinnbringend in die Konsumwirtschaft integriert werden - was wiederum die dringend benötigte Zuwanderung erhöht.