Keine Ruhe für Banker

Der Kampf der USA gegen die Steuerhinterziehung und damit gegen das Geschäftsmodell der Schweizer Banken hört noch lange nicht auf.

Rita Flubacher

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Hört das denn nie auf?», seufzt es vernehmlich aus Banker-Offices und Politiker-Stuben. Nein, die Sache mit der US-Justiz und der Steueraffäre hört noch lange nicht auf.

Amerikas Justiz- und Steuerbehörden sitzen auf einem Datenschatz, den sie aufs Gründlichste auswerten. Die Namen von Bankmitarbeitern und Beratern stehen in den 4450 Kundendaten der UBS. Und die rund 18'000 US-Bürger, die sich, aufgeschreckt durch die UBS-Schlagzeilen, seither bei den Steuerbehörden selber angezeigt haben, waren ebenfalls ergiebige Quellen. Um in den Genuss strafmildernder Umstände zu gelangen, verlangten die Behörden von den reuigen Sündern detaillierte Angaben zu ihren Bankbeziehungen, zu ihren Beratern und zu anderen Helfershelfern, die beim Verstecken von Vermögenswerten behilflich gewesen waren.

Und bereits hat die US-Steuerbehörde unter Leitung ihres kompromisslosen Chefs Douglas H. Shulman eine weitere Selbstanzeigekampagne lanciert. Sie richtet sich vor allem an US-Steuerbürger, die altes, nicht deklariertes Vermögen – beispielsweise von Holocaust-Opfern – geerbt haben.

Amerikas Steueraufseher kennen kein Pardon. Was das Ziel ist, rief vor kurzem ein bekannter New Yorker Steueranwalt in der «New York Times» in Erinnerung: «Am Schluss wird es kein Steuerversteck mehr geben. Hier geht es längst nicht mehr nur um die UBS.» Und es geht nicht nur um die Steuermoral: Amerikas Kassen sind leer. Der Geldhunger der öffentlichen Hand ist riesig.

Der Kampf der USA gegen die Steuerhinterziehung und damit gegen das Geschäftsmodell der Schweizer Banken hört deshalb noch lange nicht auf. Er läuft auf vollen Touren. Das bekommt jetzt die Credit Suisse zu spüren, obwohl vorerst nur einzelne Bankangestellte im Fadenkreuz der Ermittler stehen. An der Zürcher Bahnhofstrasse und im Berner Bundeshaus klammert man sich an die Hoffnung, dass die US-Ermittlungen nicht einen ähnlichen Gang wie bei der UBS nehmen: von Strafe in mehrstelliger Millionenhöhe bis hin zum politischen Feuerwehreinsatz der Eidgenossenschaft.

Ausschliessen kann das niemand.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.02.2011, 22:15 Uhr

Rita Flubacher

Umfrage

Teilen Sie die Meinung der Autorin?

Ja

 
71.9%

Nein

 
28.1%

32 Stimmen


Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Kommentare

Blogs

Blog: Never Mind the Markets Mysteriöse Zins-Signale

Mamablog So beurteilen mich meine Kinder

Abo

Das digitale Monatsabo Light für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital im Web oder auf dem Smartphone. Für nur CHF 19.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Affentheater: Ein Kapuzineraffe begutachtet das neue Primatengehege im Zoo Servion (VD). (13. Dezember 2017)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...