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Auf uns Ältere kommt es jetzt an

Zur Bewältigung der Krise gehört die Stärke, anderen ein Vorbild zu sein.

Daniel Eckmann
Nun liege es in der Verantwortung, insbesondere der älteren Menschen, gesund zu bleiben.
Nun liege es in der Verantwortung, insbesondere der älteren Menschen, gesund zu bleiben.
Samuel Schalch

Eine Krise kennt eigene Gesetze. Dazu gehört, dass man Stärke zeigen muss. Zum Beispiel die Stärke, diszipliniert zu sein. Die Stärke, jenen gut zuzuhören, die die Krise meistern müssen. Die Stärke, verzichten zu können. Und die Stärke, anderen ein Vorbild zu sein. Lauter Dinge, auf die unsere Generation stolz ist. So sind wir erzogen worden. Das predigen wir den Jungen so gerne. Beweisen wir es.

Aber gehen wir der Reihe nach. In nur ganz wenigen Tagen wurde die Welt auf den Kopf gestellt. Unerwartet, wie aus heiterem Himmel. Über Nacht gelten plötzlich Massnahmen, die uns ratlos machen. Die uns verunsichern. Mit denen wir nicht gerechnet haben. Viele von uns sind überfordert. Kurz: Es passiert etwas, das wir nicht einordnen können. Schauen wir also, um was es geht.

Es ist eine Krankheit ausgebrochen, von der man nichts weiss, ausser dass sie schrecklich ist. Schrecklich, gemein, extrem ansteckend und tödlich. Es ist keine Grippe und kein Käfer, wie wir sie bisher kennen. So etwas gab es noch nie. Das Fatale daran: Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Die ganze Welt ist davon befallen. Alle Länder auf allen Kontinenten. Überall! Es gibt keine Impfung und keine Medikamente.

Warum ist das alles so schlimm? Schon die Krankheit ist ein ungelöstes Rätsel. Noch komplizierter sind Folgewirkungen. Das Virus legt nicht nur Patienten lahm. Weil es sich überall und rasend ausbreitet, legt es auch die Wirtschaft lahm. Fabriken, Läden, Flugzeuge, Beizen – alles. Eines nach dem anderen. Transporte und Lieferungen von hier nach dort – und von dort zu uns. Wenn die Gesundheit ausgeht, gehen die Güter aus, geht die Arbeit aus, geht das Geld aus. Es ist ein Teufelskreis. Das ist eine riesige Herausforderung für alle Länder. Bei uns vor allem für den Bundesrat. Was dort geleistet wird, ist grossartig. Schenken wir ihm unser Vertrauen. Und all den anderen auch, die für uns da sind.

Was also ist zu tun? Es gibt nur eines. Nämlich zu tun, was uns der Bundesrat sagt: zuhause bleiben, Abstand halten. Gerade für ältere Menschen ist das schwierig. Aber gerade auf uns kommt es an. Unsere Verantwortung ist es, gesund zu bleiben. Denn jedes belegte Spitalbett fehlt einem Notfall. Das zu verhindern, braucht Disziplin. Das sind wir allen Jüngeren schuldig. Wie gesagt, die Welt steht Kopf. Das gilt für Alt und Jung. Niemand steht allein für sich. Alle stehen für das Ganze. Sich nicht betroffen zu fühlen, ist gefährlich. Halten wir uns also an alle Regeln, auch wenn sie noch strenger werden sollten. Denn wie gesagt: auf uns alle kommt es an!

Daniel Eckmann (70) ist Lehrbeauftragter an der Universität Bern. Der frühere Handball-Nationalgoalie war lange Jahre Kommunikationschef von Bundesrat und Bundespräsident Kaspar Villiger.

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