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Coronavirus in der Schweiz+++ BAG meldet 1095 Neuansteckungen innert 72 Stunden +++ Aargau verlängert 100-Personen-Begrenzung in Clubs

Im Kanton Aargau dürfen sich in Bars und Clubs bis Ende Jahr höchstens 100 Personen aufhalten. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Wochen steigt die Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz eher wieder an.
  • Trotzdem lässt der Bundesrat ab Oktober Grossanlässe mit mehr als 1000 Menschen zu, allerdings mit strengen Massnahmen und unter der Obhut der Kantone.
  • Mehrere Kantone haben die Schutzmassnahmen verschärft. U. a. wurde die Maskenpflicht in Läden eingeführt.

LIVE TICKER

BAG meldet 1095 Neuinfektionen in drei Tagen

Das BAG meldet 1095 Neuinfektionen in drei Tagen bei 27'633 durchgeführten Tests. Damit beträgt die Positivitätsrate 4 Prozent. Das BAG veröffentlicht neu nur noch von Montag bis Freitag tägliche Situationsberichte. Die Anzahl der am Wochenende innert 72 Stunden erfassten neuen Fälle entspricht der Anzahl der in diesem Zeitraum eingegangenen Meldungen. Zudem wurden 5 neue Todesfälle sowie 27 weitere Spital-Einweisungen bekannt.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit weiteren Daten zur Pandemie in der Schweiz und weltweit.

Swiss bleibt über den Winter auf tiefer Kapazität

Das Hochfahren der Flugkapazitäten läuft bei der Swiss holpriger als noch im Sommer gehofft. Die Swiss rechnet aufgrund der Reiserestriktionen damit, im Winterflugplan etwa 30 bis maximal 40 Prozent der Kapazitäten des Vorjahres anzubieten.

Eigentlich hatte die Swiss das Ziel verfolgt, bis Dezember etwa die Hälfte des geplanten Flugplans wieder anbieten zu können. «Im Laufe des Julis waren wir noch ganz zuversichtlich, dass wir das erreichen können», sagte Swiss-Netzwerkchef Michael Trestl am Montag an einem Mediengespräch.

Im September dürften es nun nur 30 Prozent sein. Es zeichne sich ab, dass der Winterflugplan von November bis März deutlich hinter den Erwartungen liegen werde, so Trestl. Grund dafür sind vor allem die verschiedenen Reiserestriktionen. Der neue Winterflugplan soll am nächsten Dienstag (29. September) vorgestellt werden.

Passagiermashinen der Airlines «Swiss» und «Edelweis» waren während des Lockdowns auf dem Flughafen in Dübendorf parkiert.
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Passagiermashinen der Airlines «Swiss» und «Edelweis» waren während des Lockdowns auf dem Flughafen in Dübendorf parkiert.
Foto: Valentin Flauraud/Keystone
Aargauer verlängert 100-Personen-Begrenzung in Bars und Clubs

Im Kanton Aargau gilt die Anfang Juli eingeführte Beschränkung auf 100 Personen in Clubs und Bars bis Ende Jahr. Auch die Verpflichtung, bei Veranstaltungen bis 1000 Personen einzelne Sektoren mit höchstens 100 Personen einzurichten, wird verlängert.

Die Bars- und Clubbetriebe sind zudem wie bisher verpflichtet, die von ihren Besuchenden angegebenen Kontaktdaten anhand eines amtlichen Ausweises zu überprüfen, wie das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Montag mitteilte.

Die entsprechende Allgemeinverfügung des Kantons war im August zunächst bis Ende September verlängert worden. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind im Aargau vom 1. Oktober an unter strengen Auflagen wieder möglich. Der Kanton legte das Bewilligungsverfahren fest.

Roche Schnelltest ist aus dem Markt

Der Pharmakonzern Roche verkauft ab sofort einen Corona--Schnelltest. Dies teilte das Schweizer Unternehmen am Montag mit. Der Test hat das CE-Zeichen erhalten und ist nun in der Schweiz sowie der EU zugelassen. Laut Roche steht das Ergebnis des neuen Tests in der Regel innerhalb von 15 Minuten fest.

Wie Ropche im Vorfeld bereits mitteilte, plant der Konzern, in den USA bei der Zulassungsbehörde FDA eine schnelle Zulassung (Emergency Use Authorisation) für den Test zu beantragen.

Kapazität wird sich noch verdoppeln

Der Test kann gemäss dem Pharmakonzern ohne Laborinfrastruktur mit einem Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt werden, und er habe eine hohe Zuverlässigkeit. Bereits im Vorfeld gab Roche an, dass bereits bei der Markteinführung monatlich 40 Millionen Schnelltests zur Verfügung stehen sollen. Diese Kapazität werde sich bis Ende dieses Jahres mehr als verdoppeln.

Besonders in der bevorstehenden Grippesaison sei es wichtig zu wissen, ob eine Person am Coronavirus oder an der Grippe erkrankt sei, liess sich Thomas Schinecker, Chef der Roche-Diagnostik-Sparte Anfang September zitieren. Um die Ausbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen, seien Testlösungen, die Ärzten und Patienten eine schnelle Antwort auf den Infektionsstatus geben, von entscheidender Bedeutung.

Lesen Sie hier zum Thema: Schnelltest löst Quarantäneproblem noch nicht

Task-Force-Chef: «Sehe keine Alternative zur aktuellen Strategie»

Der Leiter der Covid-Task-Force des Bundes, Martin Ackermann, verteidigt in der «NZZ am Sonntag» das Vorgehen der Schweiz zur Bekämpfung der Pandemie. Man gehe nun halt mit dem Skalpell statt mit der Axt gegen das Virus vor. Hier gehts zur vollständigen Meldung.

«Wir wollen sichergehen, dass sich die Frage von weiteren Lockdowns nicht mehr stellt», sagt Martin Ackermann in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».
«Wir wollen sichergehen, dass sich die Frage von weiteren Lockdowns nicht mehr stellt», sagt Martin Ackermann in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».
Foto: Anthony Anex (Keystone)
Mieterlass für Geschäfte

Das Parlament will den von Corona-Schliessungen betroffenen Geschäftsmietern zu Hilfe eilen. Im Auftrag der Räte hat der Bundesrat am Freitag die Vorlage für einen teilweisen Mieterlass beschlossen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er wenig von dieser Lösung hält.

Der Bundesrat erwähnt in seiner Mitteilung mehrmals, dass er mit der Botschaft zum Covid-19-Geschäftsmietegesetz einen Auftrag des Parlaments erfülle. Er halte an seiner bisherigen Position fest, dass ein Eingriff in die privatrechtlichen Beziehungen zwischen Mieterinnen und Vermieterinnen zu vermeiden sei. Gleich argumentieren die SVP und die FDP, welche die entsprechenden Motionen in der Sommersession ablehnten, sowie der Hauseigentümerverband.

Ob das Gesetz im Parlament wiederum eine knappe Mehrheit findet, zeigt sich Ende Oktober. Dann debattiert der Nationalrat in einer Sondersession unter anderem über diese Vorlage.

Tessin lockert Regeln in Altersheimen

Bewohner von dürfen wieder Besuche auf den Zimmern empfangen und selber ausgehen: Die Tessiner Regierung hat die Bestimmungen für die Altersheime gelockert. Für Besucherinnen und Besucher gelten aber strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Franco Tanzi, Geriater und Koordinator der Arbeitsgruppe «Altersheime» im Kanton Tessin, bezeichnete die Lockerungen an der Medienkonferenz der Regierung am Freitagmorgen als «grosse Errungenschaft». Viele ältere Menschen hätten unter der Einsamkeit der letzten Monate gelitten, nicht wenige hätten Appetit und Lebensfreude verloren.

Das soll nun ein Ende haben: Ab nächster Woche sind wieder Besuche auf den Zimmern der Altersheimbewohner erlaubt.

«Chirurgenmaske» ist Vorschrift

Besucherinnen müssen nach Betreten des Altersheims ihre Hände waschen und desinfizieren, ein spezielles Hemd anziehen sowie eine Schutzmaske anlegen, die sie erst nach dem Verlassen des Hauses wieder ablegen dürften, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte. Die Masken müssen zertifiziert sein – und dem Standard «Chirurgenmaske» entsprechen.

Alle Externen müssen zudem ein Protokoll unterschreiben, auf dem festgehalten ist, dass sich die betreffende Person in keinem Land aufgehalten hat, das auf der orangen oder roten Liste der Schweiz steht.

Vier neue Fälle in den letzten 24 Stunden

Die zweite Errungenschaft der neuen Verordnung ist die Ausgeherlaubnis für Altersheimbewohner – sei es für ein Essen mit Verwandten oder den Besuch eines Grabes auf dem Friedhof, wie Tanzi erklärte. Auch dies sei wichtig für die älteren Menschen.

Nicht ohne Stolz hielt Giorgio Merlani fest, dass es derzeit keinen einzigen Fall von Coronavirus in den insgesamt 68 Altersheimen gebe. Auch sonst stehe das Tessin mit aktuell vier bestätigten Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden gut da, resümierte Merlani. Doch der Preis, den insbesondere die älteren Menschen im Tessin für diese «gute Situation» gezahlt hätten, sei hoch.

488 Neuansteckungen

Das BAG meldet 488 Neuinfizierte bei 13'993 Tests. Somit liegt die Positivitätsrate bei 3,5 Prozent. Es gab 3 neue Todesfälle und 15 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Am Freitag vor einer Woche hatte das BAG 528 Fälle gemeldet

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 49'283 laborbestätigte Fälle. Seit Anfang der Pandemie mussten 4742 Personen im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 1765.

In der Schweiz wurden bisher 1'251'614 Tests durchgeführt. Bei 4,6 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die letzten sieben Tage betrug die Positivitätsrate 4,0 Prozent.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten am Freitag nach Angaben des BAG 2048 Personen in Isolation und 5598 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7571 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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Pendler-Masken auf Bakterien untersucht

Der K-Tipp (kostenpflichtiger Artikel) hat Einwegmasken von 20 Pendlern im Labor untersuchen lassen. Resultat der Stichprobe in Zürich: Auf elf Masken fanden sich über 100'000 Bakterienkolonien, auf drei über eine Million. Das ist ein Vielfaches der Bakterien, die auf Touchscreens von Billetautomaten nachgewiesen wurden. Dort lag der Wert zwischen 3 und 69 Kolonien. Auch Schimmel- und Hefepilze blieben an den Oberflächen der Masken hängen.

Der Befund zeige, wie wichtig es sei, die Maske regelmässig zu wechseln und sich nach dem Anfassen die Hände zu waschen, schreibt der K-Tipp. Viele der Pendler hatten angegeben, die Einwegmaske mehrere Tage oder sogar Wochen getragen zu haben.

Lesen Sie, wie man Masken richtig trägt.

Coronamittel erzielt in Tests gute Wirkung

Roche kommt bei der Suche nach einem Coronamedikament voran. Das bereits zugelassene Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) habe in einer Studie die angestrebte Wirkung bei Patienten mit coronabedingter Lungenentzündung erreicht.

Die Patienten, die das Mittel erhielten, hatten im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, eine um 44 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen oder zu sterben. Dies gab der Basler Pharmariese bekannt (lesen Sie, welche Wirkstoffe bei der Behandlung von Covid-19 bereits im Einsatz sind).

Ein Pfleger betreut eine Covid-19-Patientin am Unispital in Lausanne.
Ein Pfleger betreut eine Covid-19-Patientin am Unispital in Lausanne.
Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Zudem werde Roche einen Antikörpertest lancieren, mit dem Personen identifiziert werden können, die mit dem Coronavirus angesteckt waren und selbst bereits Antikörper entwickelt haben. Der Test könne eine wichtige Rolle bei der Charakterisierung einer impfstoffinduzierten Immunreaktion spielen, teilte Roche weiter mit.

530 neue Infektionen

In der Schweiz sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 530 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Es gab sieben neue Todesfälle und 18 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am letzten Donnerstag waren es 405 Neuinfektionen, am Donnerstag davor 364. Die Kurve zeigt somit weiter nach oben. Gestern Mittwoch registrierte das BAG 514 Fälle, am Dienstag 315 Fälle, am Montag 257 und am Sonntag 475.

Die 530 Fälle wurden bei 14'911 Tests gefunden, die Positivitätsrate beträgt 3,6%.

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Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 48'795 laborbestätigte Fälle. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich am Donnerstag nach Angaben des BAG 2258 Personen in Isolation und 6455 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 8097 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Waadt: Kein Mangel an Spitalbetten

Das Universitätsspital Lausanne (Chuv) ist für eine zweite Welle der Coronavirus-Pandemie vorbereitet. Einen Mangel an Spitalbetten gebe es nicht. Derzeit befinden sich 23 Covid-19 Patienten im Chuv, darunter zwei auf der Intensivstation.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen in dem am stärksten vom Virus betroffenen Kanton orientierten das Waadtländer Universitätsspital und die Kantonsregierung an einer Medienkonferenz am Donnerstag über die aktuelle Lage. Das Gesundheitssystem sei in der Lage, mit einem möglichen neuen Zustrom von Patienten zurechtzukommen, hiess es.

«Das Spitalwesen im Kanton Waadt ist nicht ausgelastet», sagte die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP). Ein Drittel der Betten auf den Intensivstationen der Waadtländer Spitäler sei frei. «Wir haben ein solides Gesundheitssystem, das seine Flexibilität bewiesen hat und bei Bedarf bereit ist», sagte Ruiz.

Die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP) informierte über die Lage in ihrem Kanton.
Die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP) informierte über die Lage in ihrem Kanton.
Foto: Keystone

«Das Chuv arbeitet mit fast normaler Aktivität. Das heisst, es ist zu 90 Prozent ausgelastet», sagte Spitaldirektor Philippe Eckert. «Aber wir haben Reservebereiche mit leeren Betten für Corona-Patienten bereit. Auf der Intensivstation stehen 14 Betten zur Verfügung», sagte er.

Derweil fordert das Personal des Chuv eine Aufstockung des Personals, Lohnerhöhungen und eine Prämie wegen der Coronavirus-Pandemie. Es hat an einer Generalversammlung des Personals beschlossen, sich an einem kantonalen Aktions- und Streiktag des Gesundheitssektors am 28. Oktober zu beteiligen.

Jurassische Ständerätin in Quarantäne

Die jurassische Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) ist in Quarantäne. Ihr Sohn wurde positiv auf das Virus getestet, wie Ratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) am Donnerstag im Ständerat bekannt gab.

Baume-Schneider und auch ihre Familie, die ebenfalls in Quarantäne sei, sei wohlauf, sagte Stöckli. Er hoffe, die Ratskollegin könne am kommenden Mittwoch nach Bern zurückkehren. Baume-Schneider ist 56-jährig und seit Ende 2019 Ständerätin.

Elisabeth Baume-Schneide während einer Medienkonferenz im Medienzentrum Bundeshaus.
Elisabeth Baume-Schneide während einer Medienkonferenz im Medienzentrum Bundeshaus.
Foto: Keystone/Anthony Anex

Baume-Schneider ist bereits das zweite Parlamentsmitglied, das während der Herbstsession in Quarantäne musste. Vergangene Woche traf es Nationalrat Daniel Brélaz (Grüne/VD). Er selbst wurde zwar negativ getestet, musste aber zuhause bleiben, weil sein Sohn positiv getestet worden war.

Corona-Schnelltest bald erhältlich

Der Sars-CoV-2-­Rapid-Antigen-Tests von Roche soll noch diesen Monat an Diagnostik-Labors ausgeliefert werden, wie blick.ch berichtet. Damit könnte ein Corona-Verdacht schneller abgeklärt werden. Zwar kann man den Test nicht zu Hause selber durchführen, sondern muss dafür weiterhin zum Arzt oder in ein Testzentrum. Allerdings liegen die Resultate schneller vor. Die neuen Schnelltests werden allerdings vom BAG noch nicht empfohlen, weil sie noch nicht validiert seien.

Roche bringt zudem einen kombinierten Grippe-Corona-Test heraus, dessen Ergebnisse innerhalb von drei Stunden vorliegen sollen und Klarheit schaffen, woran Patienten erkrankt sind.

Ob sich die Tests eignen, um die Quarantänedauer oder die Einreiseregeln bei Rückkehr aus Risikogebieten zu lockern, steht nicht fest. Der Bundesrat prüft bereits Verkürzungen und Lockerungen (Maske statt Quarantäne? Lesen Sie hier, was die Wissenschafts-Taskforce derzeit abklärt).

Hälfte fordert freiwillige Impfung

Die Hälfte der Erwachsenen in der Schweiz wünscht sich eine freiwillige, von der Grundversicherung bezahlte Impfung gegen das Coronavirus, wenn ein wirksamer Impfstoff auf den Markt kommen sollte.

Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis hervor. 49,2 Prozent der Umfrageteilnehmenden forderten danach eine Übernahme der Kosten durch die Grundversicherung für alle – nicht nur für Risikogruppen, wie bei der Grippeimpfung. Diese Haltung ist vor allem in der deutschsprachigen Schweiz verbreitet

Ein Fünftel der unter 56-Jährigen will jedoch einen allgemeinen Impfzwang. 19,6 Prozent der 15- bis 35-Jährigen und 19,4 Prozent der 36- bis 55-Jährigen wünscht sich diesen. Der Anteil der Impfzwangbefürworter ist in der Romandie mit 23,2 Prozent in allen Altersgruppen (gegenüber 15,1 Prozent bei den Deutschschweizern) und bei Personen mit hoher Bildung besonders hoch.

Eine klare Mehrheit will zudem Bussen für das Nichteinhalten der Quarantänepflicht und die Angabe von falschen Personendaten in Restaurants oder Clubs (73,4 Prozent) sowie beim Verschweigen von Kontaktpersonen nach einem positiven Corona-Test (68,7 Prozent).

Auch das Nichteinhalten der Maskenpflicht an vorgeschriebenen Orten sollte gemäss einer Mehrzahl der Befragten (66,7 Prozent) gebüsst werden. 67,9 Prozent der Befragten möchte jedoch keine Bussen für ein Brechen der Abstandsregeln. Das gilt vor allem für die unter 35-Jährigen.

Deutschland setzt Freiburg auf Risikoliste

Deutschland hat wegen der gestiegenen Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen eine Reisewarnung auch für den Kanton Freiburg ausgesprochen.

Freiburg gilt in Deutschland jetzt offiziell als Corona-Risikogebiet, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des deutschen Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Deutschland warnt vor der Reise in mehrere Regionen, darunter neu auch in die österreichische Hauptstadt Wien.

Bereits letzte Woche setzte Deutschland die Waadt und Genf auf seine Risikoliste. Diese wird vom deutschen Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch Institut erstellt und veröffentlicht.

Belgien setzt Kanton Waadt auf Quarantäneliste

Das belgische Aussenministerium hat den Kanton Waadt in seiner Risikobeurteilung von Status Orange auf Rot gesetzt. Das berichtet «Le Matin» am Mittwochabend. Die Waadt gilt wegen seiner explodierenden Fallzahlen aktuell als Corona-Hotspot in der Schweiz (lesen Sie hier die Hintergründe dazu). Für die belgische Bevölkerung sind «nicht essentielle» Reisen in Gebiete mit höchster Warnstufe grundsätzlich verboten. In der Schweiz betrifft dies die aktuell die Kantone Freiburg und Waadt. Wer trotzdem eine Bewilligung bekommt, muss sich nach seiner Rückkehr zwingend testen lassen und sich anschliessend 14 Tage in Quarantäne begeben.

Weitere Kantone mit Status Orange in Belgien: Wallis, Jura, Genf, Neuenburg, Aargau, Bern, Solothurn, Basel, Zürich, Schwyz und Zug. Alle anderen sind grün.

Zwei Atemschutzmasken mit ungenügender Schutzwirkung zurückgezogen

In der Schweiz sind zwei Atemschutzmasken wegen ungenügender Schutzwirkung zurückgezogen worden. Es handelt sich dabei um die Maske «KN95» des Herstellers Huihong sowie um die Maske «Top-KN98-KEN01».

Mund-Nasen-Schutz «Top-KN98-KEN01».
Mund-Nasen-Schutz «Top-KN98-KEN01».
Quelle: Büro für Konsumentenfragen

Die Aristos International GmbH hat in Zusammenarbeit mit der Suva die Atemschutzmaske «KN95» des Herstellers Huihong wegen ungenügender Schutzwirkung zurückgezogen, teilte das Büro für Konsumentenfragen am Mittwoch mit. Es bestehe eine Gesundheitsgefährdung.

Atemschutzmaske «KN95» des Herstellers Huihong.
Atemschutzmaske «KN95» des Herstellers Huihong.
Quelle: Büro für Konsumentenfragen

Betroffene Kunden wurden aufgerufen, mit der Aristos International für einen Austausch mit einem konformen Ersatzprodukt Kontakt aufzunehmen, wie aus einer Mitteilung des Büros für Konsumentenfragen vom Mittwoch hervorgeht.

Aufgrund einer ungenügenden und falsch deklarierten Schutzwirkung bestehe für die Verwender der Masken das Risiko, gegen irreversible Gesundheitsschäden ungenügend geschützt zu sein, heisst es. Kunden wurden gebeten, die Atemschutzmaske nicht mehr zu verwenden.

In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) rief gleichentags die SwissCommerce AG die Atemschutzmaske «Top-KN98-KEN01» ebenfalls wegen ungenügender Schutzwirkung zurück. Die Begründung war die Gleiche. Betroffene Kunden wurden aufgerufen, mit der SwissCommerce AG Kontakt aufzunehmen für einen Austausch mit einer konformen Ersatzmaske. Die betroffene Atemschutzmaske war auf der Webseite www.reitsport.ch angeboten worden.

53 Bieler Schüler in Quarantäne

In der französischsprachigen Sekundarschule «Collège des Platanes» in Biel haben sich mehrere Schülerinnen und Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Das Kantonsarztamt hat entschieden, die Klassen der betroffenen Schüler in Quarantäne zu schicken. Das sind 53 Personen.

Wie die kantonale Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion am Mittwoch mitteilte, sind in zwei neunten Klassen je zwei Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. In einer weiteren neunten Klasse ist ein Klassenmitglied infiziert. Die Quarantäne dauert voraussichtlich bis zum 24. oder 25. September.

Ferner ist eine Lehrperson der Schule positiv getestet worden. Sie trug während des Unterrichts eine Maske, weshalb die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse nicht in Quarantäne müssen. Bis zum Ferienbeginn am 18. September müssen diese Schüler aber eine Maske im Unterricht tragen.

Das Collège des Platanes beherbergt vier neunte Klassen, fünf achte Klassen und vier siebte Klassen.

BAG meldet 514 neue Ansteckungen

Das BAG meldet 514 Neuansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages bei 17'861 Tests. Es gab sieben neue Todesfälle und 18 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Die aktuelle Positivitätsrate beläuft sich auf 2,9 Prozent.

Am Mittwoch vor einer Woche lag die Zahl der gemeldeten Neuansteckungen bei 469 Fällen. Am Dienstag waren es 315, am Montag waren es 257 und am Sonntag 475.

Insgesamt wurden in der Schweiz bisher 1'221'858 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 4,7 Prozent positiv. 4709 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden, 1755 sind verstorben.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 48'265 laborbestätigte Fälle. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich am Mittwoch 2034 Personen in Isolation und 5737 Menschen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 7075 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

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sda/reuters/red