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Handel mit KryptowährungenManor und Valora verkaufen Bitcoin-Gutscheine

Detailhändler folgen dem Hype um die Kryptowährung und verkaufen Bitcoin in Form von Gutscheinkarten. So einfach der Kauf ist, so kompliziert ist dagegen, die Bitcoin später wieder zu Franken zu machen.

Ab April verkaufen die Kioske von Valora Bitcoin-Gutscheine.
Ab April verkaufen die Kioske von Valora Bitcoin-Gutscheine.
Foto: LMS

Der aktuelle Hype um den Bitcoin treibt seltsame Blüten: Ab sofort verkauft Manor die Kryptowährung in 59 Filialen. Erhältlich ist der Bitcoin in Form von Gutscheinkarten. Ab 1. April nehmen auch die Kioske von Valora und Avec-Shops die Karte in ihr Sortiment auf. Hinzu kommen die Tankstellenshops von Shell, BP und Avia.

Dass die hochspekulative Digitalwährung nun breitflächig im Schweizer Detailhandel zum Verkauf angeboten wird, ist ungewöhnlich. Doch die Offensive im Schweizer Detailhandel kommt zu einem Zeitpunkt, da der Bitcoin aufgrund einer spektakulären Kursrally in aller Munde ist: Vor wenigen Monaten lag der Wert eines Bitcoin noch bei rund 3000 Franken – aktuell sind es 50’000 Franken. Die Kursschwankungen – auch nach unten – sind enorm. Und damit die Risiken.

Bitcoin «zum Ausprobieren»

Hinter dem neuen Angebot steht Värdex. Das ist die Tochterfirma des grössten Schweizer Kryptowährungs-Brokers, Bitcoin Suisse. Beide Unternehmen haben ihren Sitz im sogenannten Cryptovalley im Kanton Zug. Das Zielpublikum sind Kleinstanleger, die den Kauf von Bitcoin «mal ausprobieren» wollen, wie Simon Grylka von Värdex erläutert. So gebe es viele Interessierte, denen der Kauf der Digitalwährung bisher zu kompliziert und zu wenig vertrauenswürdig gewesen sei. Mit der Karte verspricht Grylka einen sowohl einfachen wie auch sicheren Zugang zur Digitalwährung.

Die Gutscheinkarten heissen Cryptonow und sind in drei Varianten erhältlich. Bei zwei davon erhalten Kundinnen und Kunden für einen fixen Betrag von 100 oder 500 Franken Bitcoin. Bei der dritten Variante können Käufer ein Guthaben zwischen 50 und 500 Franken selbst bestimmen. Käufer können über das Internet ihre Karte aktivieren – in diesem Moment wird das Guthaben von Franken in Bitcoin gewechselt.

«Der Cryptonow-Gutschein kann wie ein digitales Goldvreneli verschenkt werden.»

Simon Grylka, Värdex

Auf der Karte sind alle Zugangscodes enthalten. Tatsächlich sind die Bitcoin relativ sicher verwahrt, solange diese Karte nicht in falsche Hände gerät. Sobald der Bitcoin in ein digitales Portemonnaie – eine sogenannte Wallet – verschoben wird, steigt das Risiko, dass ein Hacker darauf zugreifen kann. Grylka zieht einen Vergleich mit dem Goldvreneli: «Der Cryptonow-Gutschein kann wie ein digitales Goldvreneli verschenkt werden.»

Natürlich kann auch der Wert von Gold erheblich schwanken. Doch im Vergleich zur Volatilität von Kryptowährungen ist Gold fast schon ein Fels in der Brandung. Kurseinbrüche von 30 Prozent innerhalb eines Tages sind beim Bitcoin keine Seltenheit. Deshalb ist er noch weit davon entfernt, sich als Zahlungsmittel durchsetzen zu können.

Kaum ein Händler akzeptiert Bitcoin für die Zahlung von Waren oder Dienstleistungen. Wer Gutscheinkarten kauft, kann damit also nicht schöne Dinge kaufen, sondern spekuliert auf einen Kursgewinn. Und später einen allfälligen Kursgewinn zu realisieren, ist deutlich komplizierter als der Kauf der Cryptonow-Gutscheinkarte.

Denn Käufer der Gutscheine können die Papiere nicht einfach Manor oder Valora zurückbringen, um an ihr Geld zu kommen. Wer die Gutscheine einlösen will, muss die darauf gut geschriebenen Bitcoin über einen Broker oder eine Börse verkaufen. Möglich ist auch ein Verkauf über einen von 70 Krypto-Automaten der Firma Värdex. Dafür muss auf dem Smartphone zuvor noch eine spezielle App eingerichtet werden.

Hohe Gebühren

Daher eignen sich die Gutscheinkarte nur zum Ausprobieren. Denn wer an weitere erhebliche Kursgewinne glaubt und mit grösseren Beträgen darauf spekulieren will, kann bei Brokern und Internetbörsen deutlich günstiger Bitcoin kaufen. Käufer bezahlen für jede Gutscheinkarte einen fixen Pauschalpreis von 1 Franken. Hinzu kommt eine Marge zwischen 5,9 und 7,9 Prozent, die je nach Verkaufsgeschäft variiert. Bei Manor beträgt die Marge 6,9 Prozent. Auf einen 100-Franken-Gutschein entrichten Kundinnen und Kunden bei Manor also eine Gebühr von 7.90 Franken.

26 Kommentare
    bitcoiny

    Heute gekauft... Leider meldet der "professionelle, hochmoderne" Server in diesen Ostertagen, ich solle es doch bitte später versuchen, da ein unbekannter Fehler aufgetreten ist. Support-Mail-Dienst scheint noch nicht ganz fertig zu sein und meldet, dass die Seite nicht gefunden wurde. Bitcoin an sich wäre ja eine mögliche Geld-Anlage...

    Aber hier wird ein Gutschein für einen Dienst verkauft, welcher noch nicht läuft. Gut oder Genügend geht anders.