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Polizeieinsatz in AdelbodenOpfer lebte «abgeschottet»

Am Donnerstag erschoss die Berner Kantonspolizei einen Mann bei einem Einsatz. Der Vorfall wird nun untersucht. Laut ersten Angaben einer Nachbarin soll der Mann zurückgezogen gelebt haben.

In diesem Chalet am Hörnliweg kam es zur Schussabgabe.
In diesem Chalet am Hörnliweg kam es zur Schussabgabe.
20 Minuten

In Adelboden ist es am Donnerstagabend am Hörnliweg während eines Polizeieinsatzes in einer Wohnung wegen eines auffälligen und bewaffneten Mannes zu einem Dienstwaffeneinsatz gekommen, wie die Polizei mitteilt. Der Mann wurde dabei getroffen und tödlich verletzt. Trotz «umgehender Rettungsmassnahmen» verstarb er noch vor Ort. Die Ereignisse werden unter der Leitung der Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben durch ein ausserkantonales Polizeikorps untersucht.

Bei der Kantonspolizei Bern ging am Donnerstag, kurz nach 16.00 Uhr die Meldung ein, dass sich ein Mann in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Hörnliweg in Adelboden auffällig verhalte und Äusserungen mache, sich selbst etwas anzutun.

Dienstwaffe eingesetzt

Nach ersten polizeilichen Abklärungen habe man davon ausgehen müssen, dass der Mann bewaffnet sein könnte, schreibt die Polizei weiter. Daraufhin wurde zunächst Verstärkung, darunter auch Spezialisten der Kantonspolizei Bern, aufgeboten. Nachdem eine Kontaktaufnahme mit dem Mann ergebnislos blieb und sein Zustand nicht geklärt werden konnte, betraten die Einsatzkräfte die Wohnung in der Liegenschaft. Der Mann habe in einem Zimmer mit geschlossener Türe lokalisiert werden können. Nachdem sich sowohl der Gesundheitszustand als auch die Situation im Zimmer nicht klären liessen, wurde entschieden, den Raum zu betreten. Dort habe sich eine «akute Bedrohungssituation» ergeben.

«Keinen Kontakt zur Aussenwelt»

In der Folge sei die Dienstwaffe eingesetzt worden, wobei der Mann getroffen wurde. «Sofort» seien für die medizinische Versorgung Rettungskräfte beigezogen worden. Trotz der raschen Rettungsmassnahmen konnte eine aufgebotene Notärztin vor Ort nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die formelle Identifikation steht noch aus. Wie «20 Minuten» berichtet, soll der Mann nur wenig Kontakt zur Aussenwelt gepflegt haben: «Er war jemand, der sich sehr abschottete und keinen Kontakt zu den Leuten suchte», sagt eine ältere Frau, die in der Nähe des Tatortes wohnt. Ein weiterer Nachbar sagte gegenüber Blick TV, das Opfer sei erst vor ein paar Wochen in das Haus gezogen und sei unauffällig gewesen.

Weitere Arbeiten zur Klärung der genauen Umstände der Ereignisse sind nun im Gang. Die Ermittlungen werden durch die Kantonale Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben geleitet. Mit den polizeilichen Abklärungen wurde ein ausserkantonales Polizeikorps beauftragt.

In der Schweiz selten

Dass die Polizei in der Schweiz die Schusswaffe einsetzt, ist selten. Der letzte tödliche Einsatz war allerdings in der Stadt Bern: Im Sommer 2019 erschoss die Polizei einen 36-jährigen Mann im Schosshaldequartier. Der Mann trug damals eine Schusswaffe auf sich.

(cse)