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Financier der US-Republikaner«Mann, haben wir Mist gebaut!»

Charles Koch ist einer der grössten Geldgeber der amerikanischen Rechten. Der Milliardär bereut die Polarisierung der USA – und will sie jetzt mithilfe der Demokraten beseitigen.

«Was für ein Schlamassel!», schreibt Charles Koch über sein Engagement für die Tea Party und die Republikaner.
«Was für ein Schlamassel!», schreibt Charles Koch über sein Engagement für die Tea Party und die Republikaner.
Foto: Bo Rader (Getty Images)

«Wir wollen Biden und Harris zu ihrem historischen Sieg gratulieren», erklärte Charles Koch letzte Woche, als die meisten republikanischen Politiker und Trump die Wahl noch immer verleugneten. «Wir freuen uns darauf, eine gemeinsame Basis zu finden und in möglichst vielen Bereichen zusammenzuarbeiten.» Der Sinneswandel des Unternehmers mag erstaunen, war er doch zusammen mit seinem Bruder eine treibende Kraft hinter der Tea Party und dem grössten politischen Rechtsrutsch der USA seit 50 Jahren.

Doch überraschen kann das Ausscheren des 85-Jährigen aus der republikanischen Einheitsfront nicht wirklich. Koch war immer mehr ein Libertärer aus Kansas als ein konservativer Insider in Washington. Für ihn stellte Präsident Trump den Verrat an urkonservativen Anliegen wie einer straffen Budgetdisziplin und einem Minimum an staatlichen Vorschriften dar, weshalb er ihn weder 2016 noch 2020 unterstützte. Die Abneigung war durchaus gegenseitig. «Die globalistischen Brüder Koch sind zum totalen Witz in republikanischen Kreisen geworden», twitterte Trump 2018 erbost. «Ich habe ihre Unterstützung nicht gesucht, weil ich weder ihr Geld noch ihre schlechten Ideen brauche.»

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