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Queere Phänomene im Tierreich«Männliche Dominanz ist in der Natur nicht der Normalfall»

«Als Mann werde ich anders wahrgenommen, sogar von Menschen, die mich früher kannten»: Henry Hohmann im Naturhistorischen Museum Bern.

Im Biologieunterricht haben wir gelernt, dass Schnecken Zwitter sind. Die kommende Ausstellung «Queer» im Naturhistorischen Museum Bern, an der Sie mitgearbeitet haben, zeigt nun, dass die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Natur noch viel grösser ist. Was hat Sie am meisten überrascht?

Ich habe jede Menge gelernt, weil ich selber ja nicht Naturwissenschaftler bin. Zwei Dinge haben mich besonders fasziniert: Das eine ist die Spandrel-Theorie. Man denkt ja immer, dass alles, was die Natur tut, einen festen Zweck habe und auf Arterhaltung angelegt sei. Gemäss der Spandrel-Theorie ist vieles aber sozusagen ein Nebenprodukt der Evolution und zunächst gar nicht besonders nützlich. Zum Beispiel das menschliche Bewusstsein. Das ist ja eigentlich, von der Natur aus betrachtet, für nichts gut.

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