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Der Druck wurde zu grossLukaschenko wird die Eishockey-WM entzogen

Keine WM in Minsk. Das entschied die Exekutive des Eishockey-Weltverbands um René Fasel nach Protesten und der Rückzugsdrohung von Sponsor Skoda.

Die herzliche Begrüssung, die für Entrüstung sorgte: Alexander Lukaschenko (links) und René Fasel.
Die herzliche Begrüssung, die für Entrüstung sorgte: Alexander Lukaschenko (links) und René Fasel.
Foto: Nikolay Petrov (AFP)

Die Umarmung von René Fasel und Alexander Lukaschenko, die für grosse Empörung sorgte, hatte doch noch etwas Positives: Sie forcierte die Entscheidung, die Eishockey-WM nicht in Weissrussland stattfinden zu lassen. Eine Woche nach dem Besuch der IIHF-Präsidenten in Minsk entschied der zwölfköpfige Council des Eishockey-Weltverbands, Co-Gastgeber Weissrussland die WM vom 22. Mai bis 6. Juni zu entziehen.

Eine andere Wahl blieb dem IIHF wohl auch gar nicht mehr, nachdem Sponsoren begonnen hatten, sich abzuwenden. Am Samstag proklamierte der Autohersteller Skoda, seit 28 Jahren treuer WM-Partner, dass man sich für 2021 zurückziehen werde, falls Weissrussland einer der Gastgeber sein werde. Dies einen Tag nach einer Protestaktion vor dem Hauptsitz im tschechischen Mlada Boleslav.

Fasel war hart kritisiert worden, nachdem die Bilder von seiner herzlichen Begrüssung mit Lukaschenko publik geworden waren. Er selbst sagte gegenüber dieser Zeitung: «Unsere Idee war, in der Diskussion mit Lukaschenko den Plan zu verfolgen, die WM im Zeichen einer Versöhnung stattfinden zu lassen.» Daher habe man auch vorgängig mit der Opposition Kontakt aufgenommen. Aber die guten Absichten seien durch den Shitstorm zerstört worden.

Es sei aktuell nicht möglich, an einer WM in Minsk die Sicherheit von Teams, Zuschauern und Offiziellen zu garantieren, begründete die IIHF den Rückzug. «Dies ist sehr bedauerlich», liess sich Fasel zitieren. «Denn wir hatten versuchen wollen, mit der WM zu helfen, eine Versöhnung herbeizuführen und die soziopolitischen Konflikte in Weissrussland zu beruhigen.» Der Weltverband prüft nun, die WM nur im lettischen Riga stattfinden zu lassen.

46 Kommentare
    Tinu Berner

    IIHF und FIFA werden sich nur reformieren, wenn die Konsumenten die Sponsoren mit Boykott bestrafen. Sponsor dieser Grossveranstaltungen zu sein muss mit einem heftigen Imageverlust verbunden sein.