Lowtech-Museum in Lenzburg geplant

Das Stapferhaus plant vis-à-vis des Bahnhofs Lenzburg ein «Haus der Gegenwart», das Platz für Wechselausstellungen und Büros bietet.

Blackbock statt weisse Museumswelt: Die «Pool Architekten» aus Zürich haben den Architekturwettbewerb gewonnen. Visualisierung: www.stapferhaus.ch

Blackbock statt weisse Museumswelt: Die «Pool Architekten» aus Zürich haben den Architekturwettbewerb gewonnen. Visualisierung: www.stapferhaus.ch

Glaube, Zeit oder Sterben: Das Stapferhaus Lenzburg organisiert regelmässig Ausstellungen zu den grossen Fragen. Bisher fanden diese in einem alten Zeughaus statt, das der Institution nur temporär zur Verfügung steht. Deshalb plant das Stapferhaus vis-à-vis des Bahnhofs ein «Haus der Gegenwart», in dem neben den Wechselausstellungen auch die Büros untergebracht werden, die sich heute im Schloss Lenzburg befinden. Den Architekturwettbewerb dafür haben «Pool Architekten» aus Zürich gewonnen, denen das Bundesamt für Kultur letztes Jahr den renommierten Meret-Oppenheim-Preis verliehen hat.

Die Sieger schlagen keine weisse Museumswelt vor, sondern eine pragmatische Blackbox. Der dreigeschossige Holzbau basiert auf einem einfachen Stützenraster, das mit dunklen Brettern verkleidet ist. Die Ausstellung beginnt bereits im Aussenraum: Beim Eingang planen die Architekten eine zweigeschossige Pergola, welche die Kuratoren bespielen können. Die beiden Ausstellungsgeschosse sind flexibel unterteilbar und fast stützenfrei. Einzelne Decken- und Fassadenelemente lassen sich herausnehmen, um Öffnungen zu schaffen. Die Jury ist sich nicht sicher, ob das System funktioniert, lobt aber die Idee der Veränderbarkeit.

Ob der Traum vom Lowtech-Museum in Erfüllung geht, ist allerdings unklar. Denn die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Aus dem Swisslos-Fonds hat der Kanton Aargau 13,7 Millionen Franken bereitgestellt, und die Einwohnergemeinde der Stadt Lenzburg unterstützt den Landkauf mit 2 Millionen Franken. Dennoch klafft im Budget eine Lücke von 7,7 Millionen Franken, die das Stapferhaus erst stopfen muss. Die Organisatoren suchen nun Sponsoren.

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