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Männer-Slalom in FlachauAernis Auferstehung und ein Grieche an der Weltspitze

Der Berner fährt in Flachau so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. Er schreibt eine von vielen speziellen Geschichten an diesem Rennwochenende.

Seine Karriere schien gescheitert, in Flachau zeigt Luca Aerni nun, dass er durchaus noch mit den Besten mithalten kann.
Seine Karriere schien gescheitert, in Flachau zeigt Luca Aerni nun, dass er durchaus noch mit den Besten mithalten kann.
Foto: Gabriele Facciotti (Keystone)

Was wurde im Vorfeld nicht alles über die beiden Slaloms von Flachau gesagt und geschrieben. Weil sie als Ersatz für die Klassiker von Wengen und Kitzbühel dienten, haftete ihnen per se das Etikett «Rennen zweiter Klasse» an. Hinzu kam, dass die Athleten auf einer Piste fahren mussten, auf der sich sonst die Frauen messen. Was Manuel Feller zur Aussage verleitete, man werde auf einer «Märchenwiese» fahren. Ausgerechnet der Österreicher schrieb dann am Samstag mit seinem ersten Weltcup-Sieg eine der speziellsten Geschichten dieses Rennwochenendesund es sollte nicht die einzige bleiben.

Am Sonntag triumphiert Sebastian Foss-Solevaag, ein 29-jähriger Norweger, der 86 Rennen lang auf seinen ersten Sieg warten musste. Und dann gibt es da noch AJ Ginnis: 2015 gewann er an der Junioren-WM Bronze, damals startete er noch für die USA. Seit diesem Winter tritt er für sein Geburtsland an: Griechenland. Und mit Rang 11 holt der 26-Jährige nun tatsächlich als erster Grieche Weltcup-Punkte.

Gut – aber nicht gut genug

Aus Schweizer Optik aber steht die Leistung von Luca Aerni über allem. Der Kombinationsweltmeister von 2017 ist bekanntlich tief gefallen, seine Karriere schien bereits gescheitert. Doch in Flachau gelingt ihmetwas pathetisch formuliertdie Auferstehung. Achter und Sechster wird er, es handelt sich um seine ersten Top-10-Plätze seit drei Jahren. Der Berner erinnert in den vier Läufen an seine besten Tage, er fährt wieder auf «tutti» und mit schnellem Schwung.

Damit ist er nun wieder in den Top 30 der Startliste. Und: Aerni erfüllt die WM-Selektionskriterien von Swiss-Ski. Allerdings haben dies bereits fünf Schweizer getan, doch nur vier werden in Cortina d’Ampezzo antreten dürfen. Noch bleiben den Technikern drei Rennen, um die Selektionskommission von sich zu überzeugen.

Apropos überzeugen: Den Schweizern gelingt auch im zweiten Rennen von Flachau eine gute Teamleistung. Loïc Meillard wird Vierter, neben ihm und Aerni holen auch Ramon Zenhäusern (9.), Marc Rochat (20.) und Daniel Yule (22.) Weltcup-Punkte. Das ist gutund doch zu wenig für die Ansprüche der Schweizer Techniker. Als Favoriten in die Saison gegangen, warten sie nun seit dem Sieg von Ramon Zenhäusern zum Auftakt in Alta Badia auf einen Podestplatz.