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Leserbriefe «Das Magazin»Lob, Kritik, Denkanstösse

Hier finden Sie die aktuellen Leserzuschriften zu den Artikeln und Kolumnen in «Das Magazin». Zuschriften bitte an leserbriefe@dasmagazin.ch. Die Leserbriefe müssen mit vollständigem Namen und Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften zu kürzen. Über die getroffene Auswahl der Veröffentlichungen können wir keine Korrespondenz führen. Danke für Ihr Verständnis.

N° 37 – 12. September 2020

«Tschingg»

von Thomas Widmer

Lieber Thomas Widmer

Als ich den Titel Ihrer Kolumne las, musste ich ehrlich gesagt eine ziemliche Wut unterdrücken. Gleich zuerst: Das T-Wort ist nicht «selbstironisch», es ist mindestens so despektierlich wie das N-Wort.

Ich begrüsse es, dass Sie den Gebrauch dieses Unwortes thematisieren, aber im Gebrauch des T-Wortes zeigt sich ganz klar, wie viele sich zwar vordergründig offen und vorurteilslos geben, aber im Herzen die alten Rassisten geblieben sind. Sie machen sich keine Gedanken über Mitmenschen, die so betitelt werden. Sie sind höchstens anderen gegenüber weltoffen und vorurteilslos, was würde sonst der Nachbar von einem denken.

Es kann sein, dass die jungen Buonvicinis (okay, so jung sind sie in der Zwischenzeit auch nicht mehr) in einer Umgebung aufwachsen durften, in der man als Südländer a priori nicht gleich beschimpft wurde. Das ist aber keine Entschuldigung, das T-Wort zu banalisieren.

Ein Riesenwehklagen rauscht durch den Blätterwald, wenn ein Geschäft sich auf die Schokolade der Mauren beruft, aber kein Hahn kräht danach, dass es hipp sein soll, das T-Wort zu benutzen; ein Wort, das benutzt wurde, um zu zeigen, dass man als Mensch nichts wert war.

Ich kann Ihnen versichern, zur Zeit meiner Eltern und auch in meiner Jugend wurde das T-Wort nie «ironisch» oder gar «banal» gebraucht wurde, sondern mit der gleichen Herabsetzung, wie man das N-Wort benutzte. Es soll keiner kommen, «so schlimm wird es nicht gewesen sein». Es war so schlimm, speziell für die Leute um mich, die nicht so gut Züritütsch konnten, um es in gleicher Münz zurückzuzahlen.

Danke fürs Lesen.

Luigi Rotta

Wie bleibe ich gelassen in Zeiten von Corona?

von Lukas Studer

Gerne möchte ich mich bei Herrn Lukas Studer für den Text im «Magazin» bedanken! Dieser Text hat mich gerade sehr berührt und einige Knoten gelöst!
Herzlichen Dank!
Mit freundlichen Grüssen

Regina Haussener

Die drei Gesetze der Softwareentwicklung

von Mikael Krogerus & Roman Tschäppeler

Die Autoren stellen drei – mir bisher unbekannte - Gesetze der Softwareentwicklung vor. Sie passen gut zu einer – nicht seltenen - Situation, in der es dem Management darum geht, zu zeigen wie innovativ man ist, wofür dann einfach mal ein paar Millionen für Projekte ausgegeben werden.

Was dabei oftmals rauskam, zeigt ein Bericht (1990) der Beraterfirma Diebold International über Software-Regierungsaufträge der USA. Dabei wird gefragt: Was ist aus den Softwareprodukten geworden? Die Antwort war nicht gerade berauschend:

  • bezahlt, nicht eingesetzt 29 %
  • Produkt geliefert, funktioniert nicht 47 %
  • reengineered, eingesetzt 3 %
  • benutzt wie entwickelt 2 %
  • reengineered, nicht eingesetzt 19 %

Demnach wurden nur 5% der Produkte eingesetzt, und davon liefen nur 2% auf Anhieb.

Das ist nicht unbedingt die Schuld des Projektleiters. Ihm wurden meist zu viele Mitarbeiter zugeteilt, und dann stand er vor der Alternative, entweder es allen recht zu machen (etwa die Mitarbeiter bei guter Laune zu halten), dann hatte er keine Zeit, genügend speditiv am Projekt zu arbeiten. Oder er kümmerte sich vor allem ums Projekt und zeigte damit, dass er keine Führungsqualität hatte. Im ersten Fall hatte er dies (auch wenn sein Projekt nicht erfolgreich war) gezeigt und stand bereit fürs nächste Projekt oder für höhere Aufgaben.

Eine andere Situation gab’s bei Softwareprojekten mit konkreten Zielen, etwa der Unterstützung der Mondlandung. Humphrey’s Law «Menschen wissen nicht, was sie wollen, bevor sie es sehen.» war da zum Glück eher nicht gültig. Genau wie die beiden anderen angeführten Gesetze: «Softwareentwicklung ist unvorhersehbar ….» und «Software ist ein Spiegel der Firma und der Menschen, die sie entwerfen.»

Letzteres Gesetz gilt insbesondere nicht bei der Erfindung von Softwaremethoden. Die Verfügbarkeit von solchen Methoden (Werkzeugen) spielt bei der Softwareentwicklung eine entscheidende Rolle. Beinahe typisch für Werkzeug ist, dass es – wenn die Zeit gekommen ist – praktisch gleichzeitig unabhängig an mehreren Orten entwickelt wird. Das gilt zum Beispiel für die Infinitesimalrechnung (Gottfried Wilhelm Leibnitz und Isaac Newton) oder die Evolutionslehre (Charles Darwin und Alfred Russel Wallace). Im Oktober 1968 veröffentlichte ich in einer deutschen Zeitschrift einen Artikel, in dem eine neue IT-Methode beschrieben wurde. Die gleiche Methode – mit etwas anderem Schwerpunkt – wurde in einem US-Paper von einem Amerikaner (Donald R. Morrison) im genau gleichen Monat publiziert. Conway’s Law «Software ist ein Spiegel der Firma und der Menschen, die sie entwerfen.» trifft also bei der Entwicklung von Werkzeugen eher nicht zu.

Die beschriebene Situation in der Softwareentwicklung ist insofern interessant, weil sie eine Antwort auf die Frage liefert, warum es zwar gelungen ist, auf dem Mond zu landen, aber so schwierig ist, die Voraussetzungen für ein langes, gutes Fortbestehen der Menschheit zu schaffen: Es sind zu viele Meinungen und Interessen, die berücksichtigt werden müssen. Hingegen wird die Notwendigkeit unterschätzt, sich darauf zu einigen, brauchbares Werkzeug zum Überwinden der Hindernisse (Zielkonflikte) einzusetzen. Aber auch hier ist die Zeit reif zu erkennen, dass die nötigen Massnahmen eindeutiger werden und es immer weniger Spielraum für Lösungen gibt, die ein Spiegel der Menschen sind, die sie vorschlagen.

Mit freundlichen Grüssen

Gernot Gwehenberger, 4143 Dornach

Komm! In die Beiz, lieber Gast!

von Christian Gerig

Guten Tag Herr Christian Gerig
Liebe Redaktion von «Das Magazin»

Welch ein toller Bericht der letzten Ausgabe vom «Tagi Magi». Gerade in der aktuellen Lage finde ich es besonders schön, dass es solche Beiträge gibt. Die Lage ist enorm treffend analysiert und der Schluss phänomenal vollendet.

In diesem Sinne – ein herzliches Dankeschön.

Ich sende herzliche Grüsse in die Redaktion.

Pascal Weingartner
Geschäftsleitung Santa Lucia

N° 36 – 5. September 2020

Können Bäume die Welt retten?

von Mathias Plüss

In diesem Artikel wird einseitig, als einziger Vorteil gegen die Klimaerwärmung bei Bäumen, nur die Kohlendioxid-Aufnahme erwähnt. Das ist falsch! Ein Baumblatt kann nur Kohlendioxid aufnehmen dank der Photosynthese. Die Photosynthese kann nur funktionieren dank der über das grüne Chlorophyll aufgenommenen Sonnenlichtenergie, die sich sonst z. B. auf Beton in abstrahlende Wärmeenergie umwandeln würde, die das Klima wahrscheinlich noch mehr aufwärmen würde als die Treibhausgase.

Die Bemerkung, dass die Wälder in Sibirien und Nordkanada mit ihrer dunklen Farbe viel «Wärme» aufnehmen und so die Umgebung aufheizen, ist nun wirklich eine skandalöse Falschinformation! Das dunkle Grün zeigt, dass die Blätter oder Nadeln viel Chlorophyll enthalten und somit viel Sonnenlichtenergie aufnehmen
können, die sich eben so nicht in Wärmeenergie umwandeln kann! Im Gegenteil: Dieser Energieentzug durch das Chlorophyll belässt den Waldboden und die Umgebung eher kühl!

Übrigens: Jeder wolkenlose Hitzetag wärmt das Klima massiv auf, weil eben weltweit zu wenig Grünpflanzen vorhanden sind, die Sonnenlichtenergie aufnehmen können!

Philippe Gerber, 2575 Gerolfingen

Dringend gesucht: ein neuer Liberalismus

von Philipp Loser

Hallo, Herr Loser

Sie machen einen guten Eindruck auf mich, intellektuell redlich, gute Absichten, sympathisch. Sie versuchen sehr ausholend, auch ein ehrlicher und guter Linker zu sein. Wenn die Linken sich auf die wirklich Bedürftigen, Schwachen und Armen konzentrieren würden, wäre das wunderbar. Grosse Unterstützung wäre ihnen sicher. Leider ziehen die Linken die Grenzen aus ideologischen Gründen viel weiter. Indem sie mit ihrem imaginären Füllhorn fast alle beglücken wollen, verlieren sie das Augenmass und versagen öfters kläglich. Bestes Beispiel dafür ist der Kommunismus, ein epochales Scheitern.

Ich wünsche mir eine Linke, die nicht vorwiegend auf das System schielt, sondern sich auf die echten sozialen Probleme einer kleinen Minderheit konzentriert. Eine Linke, die die Weitsicht hat, ihre pubertierende Juso an die Brust zu nehmen. Eine Linke, die in Asylbewerbern echte Menschen sieht und nicht einfach potenzielle SP-Mitglieder. Eine Linke, die mit anderen Parteien staatstragend wirkt und nicht je nach Strategie Zusammenhänge bewusst ausblendet. Da könnten Sie, lieber Philipp Loser, einen grossen Beitrag leisten und ein echter Linker werden.

Mit besten Grüssen
Peter Gmür, 8132 Hinteregg

In seinem Beitrag «Dringend gesucht: ein neuer Liberalismus» zitiert Philipp Loser das Buch des deutschen Soziologen Andreas Reckwitz. Es ist interessant festzustellen, wie wirtschaftszentriert solche
Abhandlungen sind und wie wenig die gesellschaftlichen Gegebenheiten bzw. die Hoffnungen der jeweiligen Zeitspanne berücksichtigt werden. Man übersieht leicht, welche grosse Rolle die Ideologien spielen.

Vor und während des Zweiten Weltkrieges war der Nationalstaat das zu verteidigende Stamm- bzw. Grossfamiliengebilde. Nach dem Kriege waren die meisten Menschen noch vom militärischen Drillen geprägt, also die Gehorsamkeit gegenüber einer leitenden Person, aber gleichzeitig gab es eine grosse Hoffnung auf eine rosige Zukunft, und dies geschah unter der Bezeichnung «Regulierungsparadigma»». Impulse kamen dann von der anderen Seite des Atlantiks, und damit auch die neue Mentalität des eigenen Erfolges durch den «American dream», oft unbemerkt durch solche Kinderbücher wie Onkel Dagobert.

Diese neue Ideologie versprach Erfolg und war als Gegenpol zum Kommunismus gedacht. Dies bezeichnete der Autor dann als Dynamisierungsparadigma, es hatte aber auch mit den neuen Hoffnungen zu tun, die die Bewegung um 1968 bei der Jugend gebracht hatte. Sich zu behaupten, sich zu befreien, neue Wege zu suchen, sich von altertümlichen Regeln zu befreien – all dies war der neue Motor, der in der Gesellschaft wirkte und in den Versuch der Deregulierung mündete.

Heute setzt sich eine Ernüchterung durch, und man durchschaut die Fehler, die eine auf Wachstum orientierte Wirtschaft unweigerlich bringt. Vielleicht kann man noch solche Fehler korrigieren, vielleicht auch nicht. Es ist auch zu hoffen, dass das Problem des Bevölkerungswachstums endlich ernsthaft berücksichtigt wird: dies wird eine Änderung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit sich bringen, die erst dann eine neue umweltschonende Weltordnung entstehen lassen wird.

Ray Ballisti, 8340 Hinwil

Die Föhre

von Finn Canonica

Grüezi Herr Canonica

«Föhren sind Zwitter», schreiben Sie an prominentem Zeilenanfang, und ich schlucke leer und schüttle den Kopf. Jein wäre da wohl korrekt.

Föhren sind «einhäusige» Pflanzen, das heisst sie besitzen männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze. Von Zwittern spricht man bei Blütenpflanzen nur, wenn sich die männlichen und weiblichen «Teile» in der gleichen Blüte befinden.

Freundliche Grüsse

Ueli Waltert, 8165 Oberweningen

Wir brauchen Sinnressourcen

von Niklaus Peter

Offensichtlich brauchen wir Sinnressourcen, um Ziele anzustreben. Dies vor allem$, wenn dies Anstrengungen erfordert. Im Zusammenhang mit der Kolumne von Pfarrer Niklaus Peter kommen zwei unterschiedliche Ziele infrage. Einmal das Ziel, dass es allen Menschen möglichst gut geht, und zweitens das Ziel, dass die Menschheit lange, gut fortbestehen kann. Zwischen beiden Zielen gibt’s einen Zielkonflikt. Denn um das zweite, langfristige Ziel zu erreichen, sind Einschränkungen nötig, die das erste eher kurzfristige Ziel tangieren.

Es geht dabei ums Anpassen von Bevölkerungs- und Konsumwachstum an den Umfang der erneuerbaren Ressourcen. Beide Ziele sind wichtig. Angesichts der aktuellen Situation ist es jedoch eher notwendig, dem zweiten Ziel Priorität zu geben, wobei zu überlegen ist, wie das erste Ziel so weit wie möglich erreicht werden kann, ohne das Erreichen des zweiten Ziels zu gefährden.

Genauso wie ein Maler oder Architekt bestrebt ist, gute Arbeit zu leisten, müssten auch Wissenschaftler, Philosophen, aber auch Geistliche bestrebt sein, gute Grundlagen fürs Erreichen der gesetzten Ziele zu schaffen. Religion wäre dabei nicht unbedingt nötig. Aber da die Religionen im Denken vieler Menschen eine wichtige Rolle spielen, haben sie beim beschriebenen Thema eine spezielle Verantwortung. Das gemeinsame Ziel kann und muss auch ein Mittel sein, Gegensätze zwischen den Religionen zu überbrücken. Etwa aufgrund einer Aussage wie: «Der gemeinsame barmherzige Gott will, dass die Menschheit lange, gut fortbesteht.»

Die folgende von Peter zitierte Passage aus dem Buch von Habermas ist diesbezüglich aufschlussreich: «…der Mensch dürfe sich beim Eingriff in genetisches Erbgut nicht an die Stelle des Schöpfers setzen, ohne damit die Würde und Freiheit künftiger Geschöpfe zu gefährden.» Wenn dem so wäre, dürfte der Mensch auch nicht in die Evolution eingreifen, die lange Zeit auf brutale Art und Weise die Entwicklung der Menschheit (aber auch ihre Anpassung und ihr langfristiges Fortbestehen) bewirkt hat. Dies indem die Nicht-Angepassten sich weniger vermehren konnten und so ausstarben. Dabei irritiert der Gedanke, dass eine Menschheit auf Stufe der Alt-Steinzeit (die stärker der Grausamkeit der Evolution ausgesetzt war) möglicherweise bessere langfristige Überlebenschancen hätte als die aktuelle Menschheit.

Mit freundlichen Grüssen,

Gernot Gwehenberger, 4143 Dornach

Ab in die Wälder! Die Pilze warten!

von Christian Seiler

Im neuesten «Magazin» hat sich wohl ein Fehler in das Gnocchi-Rezept eingeschlichen: Der Wert differenziert um 100 Gramm, verglichen mit dem ursprünglichen Rezept in «Magazin» N° 12/20.

Gruss von einer begeisterten Nachkocherin

Regula Küng

Und das sagt Christian Seiler zu der Differenz in den Rezeptangaben

Ich folge bei diesem Unterschied einer Versuchsreihe, die zuerst vom Autor des Rezepts, Claudio Del Principe, und dann von mir selbst vollzogen wurde. In einer frühen Fassung des Rezepts auf seinem Blog hatte Del Principe für die Gnocchi 250 Gramm Mehl verwendet, sich aber anschliessend auf 150 Gramm hinuntergearbeitet, ein Mass, das er dann auch in seinem Buch «A Casa» veröffentlichte.

Unterschied: Die Gnocchi wurden noch um einen Hauch zarter und fluffiger. Ich hatte mich in meiner Kolumne, die sich allein um die Gnocchi drehte, noch auf das Rezept im Blog bezogen, aber bei späterer Gnocchiproduktion immer etwas weniger Mehl verwendet – inzwischen scheinen mir 150 Gramm das richtige Mass zu sein. Natürlich steigt mit der Reduzierung des Mehls die Gefahr, dass die Gnocchi zerfallen, was man beim Ausrollen allerdings eindeutig spürt - mit der Zugabe von Mehl kann man gegensteuern. Insgesamt fällt die Mehlmenge natürlich auch bei diesem Rezept unter die Mengenangabe qb: quando basta. Es braucht so viel, wie der Teig braucht, um zu halten – und so wenig, dass die Pasta maximal locker und fluffig ist.

N° 35 – 29. August 2020

Waldhausgeschichten

von Sven Michaelsen

Lieber Herr Michaelsen

Zu Ihrem in «Das Magazin» veröffentlichten hervorragenden Interview, welches Sie mit Urs Kienberger über das Hotel Waldhaus, Sils-Maria, führten, meine herzliche Gratulation. Es ist ganz toll, spannend und gleichzeitig entspannend geschrieben – ein journalistisches Meisterwerk.

Toutes mes félicitations.

Bien amicalement

Michel M. Favre

Linkssein tut manchmal weh

von Philipp Loser

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Kolumnen von Philipp Loser anfänglich einfach übersehen habe, wegen des unscheinbaren Fotos und weil andere vielleicht scheinbar origineller und lauter daherkommen. Tempi passati zum Glück, denn Losers Blogs haben es in sich, wie auch das Beispiel «Linkssein tut manchmal weh» wieder zeigt: sachlich, aber immer mit einer Portion konstruktiven Dynamits drin. Herausragend im «Tages-Anzeiger».

Werner Messmer, 8006 Zürich

Hallo, Herr Loser

Linkssein in Ehren, wenn man die Welt mit guter Absicht zum Bessern ändern will. Wie in der Klimapolitik. Leider ist das meistens nicht der Fall bei linken Politikern. Sie blenden wichtige Zusammenhänge einfach aus, um ihr Anliegen durchzuboxen.

Auf die grösste Milchkuh, die Wirtschaft, wird herumgehauen, ohne Rücksicht und Pardon. Viele Linke foutieren sich ganz einfach über den unternehmerischen Aspekt, was zwar kurzfristig angenehmere Arbeitsbedingungen bringen mag, langfristig aber genau das Gegenteil bewirkt. Nur eine gesunde Wirtschaft kann sozial sein. Die Linken produzieren wertlose Initiativen mit einer Unverschämtheit und einem Pathos, über die sogar Primarschüler nur den Kopf schütteln, weil sie so grundfalsch für unsere Gesellschaft und unser Land sind. Eben weil die Zusammenhänge und die schädlichen Konsequenzen einfach verschwiegen und ausgeblendet werden. Trotz dieser Verführungen, bleiben die Linken eine kleine Minderheit. Das Schweizervolk hat sie durchschaut.

Beste Grüsse

Peter Gmür, 8132 Hinteregg

Mit Interesse lese ich jeweils die Kolumnen von Philipp Loser. Mit der rubrizierten Kolumne trifft er den Nagel sehr genau auf den Kopf. Einfach herrlich formuliert, meinen Respekt für diese Zeilen, Herr Loser, einfach top!

Sie betrachten jeweils alle politischen Parteien mit der nötigen Sorgfalt, Genauigkeit und der Kritik, ohne zu besserwisserisch oder politisch gefärbt zu wirken. Schade, dass ich nicht den «Tag» lese, sondern den «Bund». Ich freue mich jedoch schon auf die nächste Kolumne von Philipp Loser.

FG

Urs Rufener

«Pferdmund»

von Thomas Widmer

Sehr geehrter Herr Widmer

Ihr Beitrag in der Ausgabe des «Magazins» vom 29.08.2020 (Seite 7) hat mich amüsiert. Deutsche Namen für Ortschaften im französischen und italienischen Sprachgebiet interessieren mich seit Jahrzehnten. Vor langer Zeit gab es zum Amtlichen Kursbuch auch eine Postausgabe; darin waren die Postzüge vermerkt, und das Ortsverzeichnis enthielt alle in den drei Amtssprachen vorhandenen Ortsnamen. Ein nach Dachsfelden adressierter Brief wäre auch vor der Einführung der Postleitzahlen angekommen.

Dass viele Ortschaften im Kanton Jura und südlich davon auch deutsche Namen haben, mag damit zusammenhängen, dass diese Ländereien früher zum Fürstbistum Basel (mit Hauptstadt Pruntrut) gehörten, und dieses war bis zu seinem Ende im Zuge der Umwälzungen nach der Französischen Revolution Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

In Basel gibt es übrigens eine Dachsfelderstrasse. In den im ausgehenden 19. Jahrhundert entstandenen Quartieren im Westen der Stadt Basel sind viele Strasse nach elsässischen Ortschaften benannt, aber mit dem deutschen Namen. Nur drei Beispiele: Pfirtergasse (Ferrette), Sennheimerstrasse (Cernay), Septerstrasse (Seppois).

Vor wenigen Jahren war ich einer alten Dame bei einigen Dispositionen behilflich. Auch für eine bescheidene Liegenschaft gab es etwas zu regeln. Dass diese in Pferdmund lag, trug zu meiner Erheiterung bei.

Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Mit freundlichen Grüssen

H. Münch, 4052 Basel

Als Ergänzung zu Thomas Widmers «Pferdmund» lege ich einen sehr alten Artikel von Fritz Herdi bei. Er hat sich einst ebenso mit den verschiedenen Namen unserer Orte an den Sprachgrenzen befasst.

«Das Magazin» zählt zu unserer bevorzugten Samstagslektüre. Bitte so weitermachen!

Mit freundlichen Grüssen

Hans Jenny, 8153 Rümlang

Zum Cover und zu anderen Fotos in Heft N° 35

Ich frage: Ist es Aufgabe des geschätzten «Magazins», die Leserschaft in Depression zu führen? Die Ausgabe vom 29. August 2020 ist von den Bildern her ein Tiefpunkt. Ich könnte depressiv werden.

Es beginnt mit dem Titelblatt: Hingeschmiertes, unscharfes, düsteres Bild, mit einem zufällig angeschnittenen Hausteil, der das Geheimnis des Hotels beinhalten soll?

  • Seite 9: Ich fühle mich nicht als «Bruder der Bäume», sondern entwickle suizidale Gefühle.
  • Seite 13: Sieht nicht gerade nach Spasshaben aus.
  • Seite 18-19 (obere Bilder): Nein, Vertrautheit von Tinguely und Saint Phalle sieht anders aus.
  • Seite 23: Nochmals das Titelblatt: Trostloser und inhaltsloser geht's nicht mehr. Dilettantismus und eine Beleidigung für jeden Fotografen.

Einigen Trost bringen dann die Texte (Sven Michaelsen). Welches Hotel beherbergte so viele berühmte Persönlichkeiten? Beeindruckend!

Nur: Wie soll ich nun das Hotel «kritiklos lieben», oder wie soll ich es «elegant hassen»? Bräuchte zu Letzterem eine Gebrauchsanleitung.

Fazit und und mein Wunsch: Keine hingeschmierten Fotos mehr, die sogar noch Anspruch auf Kunst erheben.

Mit freundlichen Lesergrüssen

Matthias Pfister, 5200 Brugg

N° 34 – 22. August 2020

Rumination

von Nina Kunz

Sehr geehrte Frau Kunz

Vielen Dank für Ihre schöne Kolumne zum Thema «Rumination»!

Nur eine kleine Anmerkung: Es wäre schön, wenn die Angaben zur Etymologie des Begriffes etwas genauer wären. Als lateinisches Wort ist ruminatio schliesslich durchaus nicht nur im Englischen anzutreffen (italienisch ruminazione, französisch rumination etc.). Wenn Sie dies kurz beispielsweise bei «Wiktionary» überprüft hätten, wäre Ihre Kolumne noch besser. (Dort wäre übrigens noch ein interessantes Schopenhauer-Zitat zum Thema zu lesen.)

In den USA wurde zwar viel erfunden und entdeckt, aber doch nicht ganz alles.

In der Hoffnung, Sie mit meiner besserwisserischen Anmerkung nicht verärgert zu haben, grüsse ich Sie freundlich,

Isabelle Sailer, 5430 Wettingen

Ich dehne, also bin ich

von Carl von Siemens | Link zum Artikel

Von einer Kollegin habe ich den Artikel zugespielt bekommen. Mit Spannung, Freude und auch leichtem Amüsement habe ich ihn gelesen. Auch ich bin Yogalehrerin und habe meinen eigenen Stil entwickelt.

Dies hat verschiedene Gründe: Ich empfand das Yoga, seit ich es erlernt hatte, als zu männlich dominiert. Zudem kenne ich als Bewegungspädagogin die Stretching-Übungen, die in den Achtzigerjahren einen Boom erlebten. Mein Fazit ist, dass der Körper per se begrenzt ist, und daraus folgert der Schluss, dass die Dehn-, Stretching- und Yogahaltungen und alle körperlichen Übungen definierbar sind.

Wie unterscheidet sich eine «Gymnastik» von einer Asana? Für mich sind beim Yoga ganz klar die Präsenz und der Fokus auf andere Inhalte ausgerichtet. In meinem eigenen Yoga unterrichte ich körpergerecht, das heisst anatomisch richtige Übungen für die Menschen, welche zu 95 Prozent keine Athleten und auch im Schnitt über 35 Jahre alt sind.

Es ist immer die Haltung dahinter, welche nicht nur die Technik, aber auch den spirit definiert. Deshalb finde ich es gut, wenn wir anfangen, die Herkunft des Yoga zu entmystifizieren und gleichzeitig den gemeinsamen Nenner suchen, sei er noch so klein.

Freundliche Grüsse

Zoë D. Lorek

Werden wir nun alle gesichtsblind?

von Anuschka Roshani

Als Betroffener von Prosopagnosie muss ich eine wesentliche Korrektur am Artikel anbringen. Zu meiner Gesichtsblindheit: Für mich sehen alle Europäer etwa gleich aus, so wie vielleicht für viele Leute alle Afrikaner oder Chinesen.

Eine Jugenderinnerung: Als Zweit- oder Drittklässler unterwegs in Zürich werde ich plötzlich unsanft am Ohr gepackt und eine bekannte Stimme sagt: «Grüsst man seinen Lehrer nicht mehr?» Erschrocken antworte ich: «Aber ich habe Sie ja gar nicht erkannt.» – «Und lügen tust du auch noch!» Und schon klatschte die Ohrfeige (das war vor 75 Jahren). Und das Nicht-Erkennen der Leute begleitete mich mein ganzes Leben. Filme verstehe ich nicht, denn sobald der Darsteller die Kleider wechselt, erkenne ich ihn nicht mehr. Neue Bekannte mache ich sofort darauf aufmerksam, dass ich sie fünf Minuten später auf der Strasse nicht mehr erkenne. Sie sollen dann doch mir sagen, sie seien der Peter oder die Anna, dann kommt mir sofort alles in den Sinn, von der Telefonnummer über das Geburtsdatum bis zum Namen der Hauskatze.

Aber ich kann ohne Weiteres die Gefühle der Mitmenschen an den Gesichtern ablesen. Wut, Trauer, Freude, Zustimmung, Ablehnung, Langeweile, Erregung usw. erkenne ich problemlos. Da ist Gesichtsblindheit absolut kein Hindernis, im Gegensatz zu der Behauptung im Artikel. Auch für mich ist die Maske in dieser Hinsicht ein Hindernis, während sie beim Erkennen der Person keine Rolle spielt, da ich die Person ja ohnehin nicht am Gesicht erkenne.

Felix Ziegler

Sehr geehrte Damen und Herren

Im «Magazin» vom 22. August dieses Jahres beschreibt die Autorin A. Roshani die «Krankheit Gesichtsblindheit (Prosopagnosie)». Sie berichtet, Gesichtsblinde könnten Gesichter zwar sehen, sie jedoch «nicht lesen». «Nase, Augen, Mund» seien für sie «nur bedeutungslose Merkmale, ohne Sinn». Weiter: «Wut oder Trauer etwa erkennen sie nicht; alle Gesichter sehen so aus, als hätte man ihnen eine Strumpfmaske übergestülpt – für Gesichtsblinde ist da nichts als ein weisser Fleck, nichtssagende Leere.»

Ob es, vielleicht bei Hirnverletzungen, Arten der Prosopagnosie gibt, die sich in dieser extremen Form zeigen, kann ich nicht beurteilen (das Thema ist leider noch wenig erforscht). Aber dass die meisten «Gesichtsblinden» eben nicht gesichtsblind sind, sondern Gesichter sehr wohl sehen und auch den Gesichtsausdruck ganz normal deuten können, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Schwierig und manchmal unmöglich ist einzig das Zuordnen eines Gesichts zu einer bestimmten, bekannten Person. Das heisst, alle «Gesichtsblinden», die ich kenne und die wissen, dass sie diese Behinderung haben, mussten im Verlauf ihres Lebens erkennen, dass es nicht ganz normal ist, wenn sie schon als Kind ihre Klassengspänli, später einen guten Freund, die Arbeitskollegin, den Schwager oder sogar die eigene Partnerin bei einer unerwarteten Begegnung nicht erkennen.

Prosopagnosie behindert das Knüpfen und Pflegen eines privaten und beruflichen Netzwerks sehr subtil. Viele Betroffene leiden ein Leben lang darunter, ohne es benennen zu können. Obwohl laut Forschungen der Universität Münster etwa zwei Prozent der hiesigen Bevölkerung mehr oder weniger stark von Prosopagnosie persönlich betroffen sind, ist das Phänomen in der Gesellschaft wie auch bei den Ärzten weitgehend unbekannt.

Freundliche Grüsse

Brigitta Guggisberg

Schau, ein Tessinerli!

von Philipp Loser

Grüezi,

toll , was die SVP-Hasser Philipp Loser, Fabian Renz und weitere Mal für Mal in Ihren Zeitungen schreiben. Vermutlich wären diese Leute arbeitslos, wenn es die SVP nicht geben würde.

Das schreiberische Talent der Erwähnten ist wohl zu nichts anderem zu gebrauchen, als schlecht über die SVP zu berichten. Erstaunt bin ich immer wieder, mit welcher Überzeugung diese Leute ihre persönliche Meinung bekannt geben. Eine neutrale Berichterstattung über und um die SVP ist für die Genannten wohl ein Fremdwort. Es ist für sie schlicht unmöglich, dass die SVP auch mal was Gutes machen könnte.

Was würde wohl passieren, wenn solche Leute definitiv das Sagen hätten. Halleluja!

Schönes Wochenende und Grüsse vom Zürichsee

Peter Hotz, Oberrieden

Tja, als Zyniker ist der gute Herr Loser kaum zu überbieten. Schon die Woche zuvor kriegte er von Herrn Bosshard aus Biel eine ganze Breitseite. Herr Bosshard, nicht alles wörtlich nehmen! Journalisten haben fast alle die Eigenschaft zu provozieren. Das ist Teil ihrer DNA, jedenfalls die der Erfolgreichen. Heute muss ich aber zum Beitrag sagen, dass die Beschreibung unserer romanischen Eidgenossen voll danebengeht. Wir Deutschschweizer haben wenig Ahnung, wenn es um Welsche oder Tessiner geht. Die gängigen Klischees sind kindisch und überholt. Auch hat Herr Loser sich mit dem BlocherZitat keinen Gefallen getan, denn dieser Schuss geht voll daneben. Herr Blocher ist durch und durch Germane, und so nicht geeignet, hier mitzureden ! Es gibt immer Gründe und Gelegenheiten, andere zu kritisieren. Man bleibt aber besser sachlich und fundiert, weil man sich sonst selbst blamiert !

Mark Gasche, 3422 Kirchberg BE

N° 33 – 15. August 2020

«Tier- und Menschenrechte gehören zusammen»

von Gaby Baldinger

Das Interview von Gaby Baldinger mit der Tierrechtsanwältin Charlotte Blattner hat meine Seele berührt.

Vor kurzem habe ich meine Hündin verloren und ihr ein dogbituary, einen Hundenachruf, geschrieben. Darin beschrieb ich die «Perronalität» meiner Hündin, ein Wort, das ich aus dem spanischen perro (Hund) und dem englischen Wort für Persönlichkeit schuf.

Das Interview informierte mich über animal agency, interspecies justice und andere Konzepte – wunderbar für jemanden, der sich wie ich schon lange fragt, woher um alles in der Welt wir die Idee haben, dass wir Menschen die überlegene Spezies sind.

Ximena Escobar de Nogales, medium.com/@ximena.escobardenogales

Frau Escobar de Nogales fragt sich schon lange, wie wir Menschen dazu gekommen sind zu meinen, die überlegene Spezies zu sein. Nun, diese «Idee» ist eine Tatsache. Wir sind überall vertreten : auf Land permanent, unter Wasser recht oft und sogar gelegentlich im All. Wir sind nicht nur überlegen, nein, wir sind einzigartig und einmalig! Leider hat sich die Menschheit seit ihrem Anfang stetig weg von der Natur und hin zur Irrationalität entwickelt. Heute zerstören wir unsere Umwelt im Schnellzugstempo. So etwas kann nur eine überlegene Spezies.

Unser einzigartiges Hirn ist fähig, immer ausgefallenere Ideen zu entwickeln und teilweise sogar umzusetzen, aber bis jetzt fehlt das dritte Element, die Nachhaltigkeit! Der Mensch denkt oft nicht zu Ende!

Es gibt zwar mehr und mehr Proteste gegen Missstände aller Art. Sogar Millionen von Menschen erreichen aber so gut wie nichts gegen die Macht von Industrie und Technologie, die mittels «goldenem Kalb» (Geld) alles unter Kontrolle haben. So werden wir heute nicht nur regiert, sondern regelrecht manipuliert. Der Egoismus von heute macht es ihnen leicht, denn wenn es wirklich hart auf hart geht, verschwindet die Solidarität blitzartig.

Die Frage von Frau Escobar de Nogales ist eher eine philosophische, denn nur als «überlegene Spezies» konnten wir es auf diesem Planeten «so weit» bringen!

Mark Gasche, 3422 Kirchberg BE

Bianca und Brigitte

von Thomas Schifferle | Link zum Artikel

Sehr geehrter Herr Schifferle

Ich habe soeben Ihren Bericht im «Magazin» gelesen und finde ihn einfach wunderbar feinfühlig, authentisch, liebevoll und ehrlich. So etwas mal von Männern zu lesen ist sehr aussergewöhnlich! Es hat mich sehr berührt und zu einem Echo bewegt.

Ich danke euch beiden, für eure Liebe zu euern Frauen, danke, dass Sie Ihr Herz geöffnet haben, für den Einblick in Ihren Schmerz des Verlustes und für den Mut, dies noch öffentlich zu schreiben. Was Sie und Ihr Freund durchgemacht haben, kann ich nur ein bisschen nachvollziehen. Das Leben bereitet uns auf verschiedene Art Verluste, mit denen niemand einfach so gut umgehen kann. Sie verfallen weder in Bitterkeit noch Auflehnung, auch nicht in unnütze Hinterfragerei, weshalb und wieso und überhaupt! (Ausser vielleicht im stillen Kämmerlein, was durchaus verständlich wäre! ) Das finde ich so stark, trotz der grossen Trauer. Und dass Sie im Leid zu einer verbundenen Freundschaft finden, ist einmalig.

J. P.

Lieber Herr Schifferle

Das ist die schönste Liebesgeschichte, die ich je gelesen habe. Sie hat mich zu Tränen gerührt.

Es ist das Kostbarste, was Sie auf dieser Erde haben erleben dürfen, eine wahre Liebe. Es gibt wohl nur wenige, die dies von sich sagen/schreiben dürfen.

Wir sind all nur zu Gast für kurze Zeit auf dieser Erde – irgendwann und irgendwo werden Sie Ihre Seelenverwandte wieder treffen im Jenseits. Bis dahin werden Sie Ihren Weg weitergehen, und Sie dürfen sich glücklich schätzen, eine so grosse Liebe haben erleben zu dürfen.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft

P. Holenstein

Sehr geehrter Herr Schifferle

Ihr persönlicher Bericht sowie jener von Herrn Clalüna über den Tod Ihrer geliebten Frau berührt mich tief.

Es ist der sorgfältige Umgang in den letzten Tagen und vor allem die tiefe Liebe und Wertschätzung gegenüber Ihrer Lebenspartnerin, die nahegehen und bei aller Trauer das Herz warm werden lassen. Auch die geschilderte Verdichtung Ihrer Freundschaft ist berührend!

Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Trost, Wärme, Geborgenheit, Lichtblicke, Zuversicht!

In grosser Hochachtung und Dankbarkeit dafür, dass Sie uns Leser einbezogen und uns damit viel gelehrt haben über letzte Stunden, Abschied, Freundschaft, Liebe, Wertschätzung, Treue und Solidarität.

Maïté Kreienbühl

Land der Verwöhnten

von Philipp Loser

Liebes «Magazin»-Team

Hat Philipp Loser sich über die Wirksamkeit von Masken aus verschiedenen Quellen informiert? Weiss der Autor, wie die angepeilte Impfung gegen Sars-CoV2 funktionieren soll und wie lange eine seriöse Entwicklung eines Impfstoffs dauert?

Ist es o.k. zu fordern, dass von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung nicht erwünschte Einschränkungen und Unfreiheiten klaglos in Kauf genommen werden, mit dem Argument, dass die Freiheit andernorts noch mehr beschränkt wird?

Möchte das «Magazin», welches zu vielen Themen kritische Beiträge publiziert, ein Volk und eine Leserschaft von Hörigen, die alles hinnehmen, weil das Leben in anderen Ländern viel schlimmer ist?

Ich wünsche mir einen Artikel über die Konsequenzen dieses Denkens, wenn wir es auf andere Bereiche wie Wirtschaft, Ökologie und Politik anwenden würden. Aus meiner Sicht ein enttäuschender, profilloser Kommentar zu einem ausgelutschten Thema, von einem Autor, der mehr draufhätte.

Daniel Bosshard, 2503 Biel

N°32 – 15. August 2020

Der Zerstörer

von George Packer | Link zum Artikel

Ich war begeistert von der letzten Nummer («Die Versehrten Staaten von Amerika»). Schon für diese einzige Nummer lohnt sich das Jahresabonnement (an den Bund).

Ich glaube an Spitzenjournalismus und hoffe, dass er uns ein Stück weit von allen Trumps der Welt schützen kann.

Jean-Eric Bertholet, Biel

Statt laufend auf den USA hysterisch herumzutrampeln, würde man besser die «Schweinereien» im Staate Schweiz anklagen. Da wäre wohl die bekannte Redensart gegeben.

Roland Grüter, 6006 Luzern

Frei nach Jack London: Als Gott die Welt erschuf, blieb ihm am Schluss noch ein Häufchen Dreck. Daraus machte er Donald Trump.

Water Fischer, 5632 Buttwil

Der Publizist George Packer beschreibt anschaulich die Situation, in die Donald Trumps Präsidentschaft die USA gebracht hat. Charakteristisch für diese Entwicklung ist dabei das Prinzip «The winner takes it all». Das gilt zunächst für das spezielle Wahlmänner-System, bei welchem gilt: Alle Stimmen gehen an nur einen Kandidaten, auch wenn dieser – im Extremfall – nur einen Wähler mehr auf seiner Seite hat. Ein gerechteres System hätte Trumps Wahl verhindert.

Typisch für Trump ist, dass ihm jedes Mittel recht ist, um zu den Gewinnern zu zählen. Im Gespräch mit McCabe nutzte er besagtes Prinzip als Drohung und Ratschlag: «Ja, das muss wirklich hart gewesen zu sein …eine Verliererin zu sein.» So die Worte Trumps in Bezug auf die Wahlniederlage der Frau von McCabe. Umgekehrt gilt «The loser loses all». Wem gekündigt wird, der verliert auch die Krankenversicherung, und wem der Job bei der Regierung gekündigt wird, der hat kaum mehr Chancen auf eine entsprechende neue Stelle.

Ein Gegengewicht gegen die Ungleichheit bieten die Kirchen, denn vor Gott sind alle gleich. Auch die Unterstützung der Evangelikalen hat Trump genützt. Wo dieses Mittel nicht funktioniert, wird zu Drogen gegriffen. Dies mit der Folge, dass die Macht der Drogengangs und Drogenbosse in Südamerika das Leben unerträglich macht: eine Ursache der zunehmenden Migration in die USA.

Das genannte Prinzip wird auch durch den Fortschritt gefördert. Die erfolgreichsten Firmen verstärken das Wohlstandsgefälle, machen Milliardäre und bieten im Vergleich zu den Gewinnen nur wenig gute Arbeitsplätze(besonders gut sichtbar im Silicon Valley). Der amerikanische Traum vom Tellerwäscher zum Millionär ist nicht mehr realisierbar . Das Tellerwaschen erledigen Maschinen, aber es gibt auch nur für immer wenigere die Möglichkeiten, dadurch Millionär zu werden, dass man solche Maschinen erfindet.

Die Reaktion auf diese Situation besteht darin, mehr Respekt für die Verlierer (etwa am Arbeitsmarkt) zu fordern. Ein Überschiessen dieser gerechtfertigten Reaktion könnte ebenfalls Trump nützen. Das genannte Prinzip hat auch für «loser» einen attraktiven Aspekt. Ein Bauer wurde mal gefragt, warum er immer noch Monarchist sei. Er meinte, er habe die Erfahrung gemacht, dass ein fettes Schwein weniger frisst als zwölf magere.

Im Interview sagt George Packer, der Autor des Artikels, Trump «könnte aber auch als der Präsident gesehen werden, der die Zerstörung von Institutionen und einer Kultur vorantrieb, die schon marode und nicht mehr wiederherzustellen waren. Alles hängt davon ab, was nach ihm kommt.» (Hoffentlich nicht z.B. die Kultur Afghanistans, Angolas oder Venezuelas.) Damit es aber einen guten Weg in die Zukunft gibt, genügt es nicht, die Fehler eines Präsidenten zu beschreiben, der alles tat, um „winner“ zu bleiben, und daneben zu wenig tat, um die aktuellen Probleme zu lösen. «Um die USA wieder ein klein wenig <greater> zu machen», reicht es wohl nicht, die Präsidentschaft Trumps zu beenden. Notwendig ist vor allem, auch die Zielkonflikte (demografische und ökonomische) zu benennen und ein gemeinsames (Gräben überwindendes) höheres Ziels anzupeilen.

Mit freundlichen Grüssen

Gernot Gwehenberger, 4143 Dornach