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Vor erneuter AbstimmungLidl verspricht Roggwil eine Million Franken für Verkehrssicherheit

Der Detailhändler Lidl will beim geplanten Verteilzentrum auf dem Gugelmann-Areal in Roggwil nachbessern. Eine Million Franken soll in die Verkehrssicherheit investiert werden.

Lidl Schweiz verspricht vor einer neuerlichen Abstimmung über ein Verteilzentrum in Roggwil Zugeständnisse. So soll eine Million Franken in die Verkehrssicherheit fliessen. Foto: Keystone (Symbolbild)
Lidl Schweiz verspricht vor einer neuerlichen Abstimmung über ein Verteilzentrum in Roggwil Zugeständnisse. So soll eine Million Franken in die Verkehrssicherheit fliessen. Foto: Keystone (Symbolbild)

Die Bevölkerung von Roggwil hatte im vergangenen Sommer den Plänen von Lidl an einer turbulenten Gemeindeversammlung knapp eine Absage erteilt. Gegen die Versammlung wurde Beschwerde erhoben. Der Regierungsstatthalter entschied daraufhin, die Abstimmung müsse wiederholt werden. Wann dies geschieht, ist noch offen.

Nun hat Lidl Schweiz zugesichert, in fünf Punkten auf die von Gegnern vorgebrachten Bedenken einzugehen. So will das Unternehmen unter anderem eine Million Franken in die Verkehrssicherheit investieren, wie die «Berner Zeitung» am Mittwoch berichtete.

In einer entsprechenden Medienmitteilung kündigt der Detailhändler an, dass dank der Erweiterung eines anderen Verteilzentrums in Roggwil rund 20 Prozent weniger Verkehr anfallen sollen. Weiter soll der Bahnanschluss genutzt werden, namentlich für Filialen, die mehr als 90 Kilometer entfernt sind. Auch ein Lotsendienst für den Schulweg soll es geben. Das Gebäude soll schliesslich auch eine Photovoltaikanlage erhalten.

Dass sich Lidl mit den Zugeständnissen das Wohlwollen der Bürgerinnen und Bürger erkaufe, verneint die Roggwiler Gemeindepräsidentin Marianne Burkhard (SP) in der «Berner Zeitung». Die Zugeständnisse seien das Resultat vieler Gespräche mit den Lidl-Verantwortlichen. «Die Anpassungen können als positives Zeichen von Lidl für Roggwil gesehen werden», wird Burkhard zitiert.

Die Gemeindepräsidentin betonte zudem, dass die Zugeständnisse nicht Teil der Abstimmung seien. Darin gehe es rein um den Zonenplan und die Baureglementsänderung. Nach der Wiederholung der Abstimmung bleibe genügend Zeit, sich einzubringen.

Übervolles Haus

Die turbulente Gemeindeversammlung fand im vergangenen August unter den Vorzeichen der Coronapandemie statt. Die Versammlung erlebte einen Grossaufmarsch von über 500 Bürgerinnen und Bürger. Die Gemeinde hatte mit rund 300 Personen gerechnet. Dementsprechend übervoll war das Versammlungslokal.

Die Versammlung sei irregulär abgehalten worden, monierten verschiedene Roggwiler und reichten eine Beschwerde beim Regierungsstatthalter ein. So seien die Coronaschutzmassnahmen bei dem Grossandrang zur Versammlung nicht gewährleistet gewesen. Zudem hätten verschiedene Einwohner gleich wieder kehrt gemacht, als sie die Menschenmenge im Saal gesehen hätten.

Laut der Botschaft des Roggwiler Gemeinderats von August will Lidl auf dem ehemaligen Gugelmann-Areal ein gut 600 Meter langes Gebäude erstellen. Das Vorhaben erfordert eine Rodungsbewilligung und Massnahmen zum Schutz des Grundwassers.

Ein Umweltverträglichkeitsbericht sollte im Rahmen der Überbauungsordnung zur ZPP «Brunnmatt» ausgearbeitet werden.

Sechs Aargauer und Luzerner Gemeinden wehrten sich mit einer gemeinsamen Einsprache gegen das Lidl-Verteilzentrum. Sie befürchten vor allem mehr Lastwagenverkehr auf ihren Strassen bis zu den Autobahnanschlüssen.

SDA