Letzter Air-Berlin-Flug ist gelandet

In Berlin-Tegel ist eine fast 40-jährige Luftfahrt-Ära zu Ende gegangen. Ein Teil des Geschäfts in der deutschen Hauptstadt wird nun Easyjet übernehmen.

Hier landet der letzte Air-Berlin-Flug in Zürich.

Fast 40 Jahre nach dem Start der ersten Air-Berlin-Maschine in Berlin Tegel ist dort der letzte Flieger der insolventen Fluggesellschaft gelandet. Der ausgebuchte Flug AB6210 aus München landete am Freitagabend auf dem Flughafen im Norden Berlins.

An Bord des Flugzeugs war auch der langjährige Unternehmenschef Joachim Hunold. Die Flughafen-Feuerwehr empfing die Maschine mit Wasserfontänen. Vor dem Abflug hatte die Crew aus einem Fenster des Cockpits eine Fahne mit dem Emblem von Air Berlin und den Worten «sagt Tschüss» gehalten.

Der Flughafen Tegel öffnete anlässlich des letzten Fluges der Airline länger die Besuchertrasse, die normalerweise um 20 Uhr schliesst. Die Aussichtsplattform war randvoll – hunderte Schaulustige wohnten der Landung mit Wehmut bei.

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«Ich bin immer gerne mit Air Berlin geflogen, das hatte immer so ein gewisses Etwas, zum Beispiel mit den Schokoherzen», sagte ein Besucher. «Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Aber es ist traurig, dass diese traditionsreiche Marke vom deutschen und internationalen Flugmarkt verschwindet.»

Einige Air-Berlin-Mitarbeiter liessen aber auch ihrem Unmut freien Lauf. Zwei Flugbegleiter sagte, sie fühlten sich von der Geschäftsführung «betrogen» und «im Stich gelassen».

Letzter Flug in Zürich

Kurz vor 22.50 Uhr hat zum letzten Mal eine Air-Berlin-Maschine den Flughafen Zürich angeflogen. Die Maschine aus Berlin-Tegel ist pünktlich gelandet, wie von der Seite des Flughafens zu entnehmen ist.

Seit ihrem Erstflug 1979 habe die Airline mehr als eine halbe Milliarde Passagiere befördert, teilte Air Berlin mit. Air Berlin – die nach Lufthansa bisher zweitgrösste deutsche Fluglinie – hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Nun wird der Konzern zerschlagen. Arbeitnehmervertreter sorgen sich vor allem um das Schicksal tausender Mitarbeiter, denen wegen der gescheiterten Verhandlungen zur Bildung einer umfassenden Transfergesellschaft schon bald die Kündigung droht.

Easyjet springt bereits im Winter ein

Der britische Billigflieger Easyjet übernimmt für 40 Millionen Euro Teile des Betriebs am Flughafen Berlin-Tegel, wie beide Unternehmen in einer Pflichtmitteilung für die Börse in der Nacht zu Samstag mitteilten. Bisher war Easyjet am Standort Berlin ausschliesslich am Flughafen Schönefeld aktiv. Für die 25 Maschinen will Easyjet wiederum Leasingverträge abschliessen. Die Transaktion soll im Dezember vollzogen werden, hiess es in der Mitteilung.

Bis zu 1000 Piloten und Flugbegleitern sollen Stellen bei Easyjet angeboten werden. Die neuen Mitarbeiter würden «in den kommenden Monaten eingestellt», auf der Grundlage von mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifverträgen, teilte Easyjet weiter mit.

Easyjet erklärte, die neuen Flüge von und nach Berlin-Tegel würden rechtzeitig mitgeteilt. Während der Wintersaison werde es einen eingeschränkten Flugplan geben, vom Sommer 2018 an werde dieser ausgeweitet. Zuvor hatte sich Air Berlin bereits mit der Lufthansa über den Kauf von mehreren Unternehmensteilen geeinigt.

woz/SDA

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