Zum Hauptinhalt springen

Lust auf Duft

Parfüms prägen unseren Alltag stärker, als uns bewusst ist. In Paris sucht eine neue Generation feiner Nasen nach dem nächsten grossen Duft. Ein Laborbesuch.

Von Barbara Reye, Paris

Avenue Kléber, Nummer 46, erste Etage: Es riecht. Der Odeur ist nicht penetrant, sondern dezent ­zitronig, etwas orientalisch und verweilt nur kurz. Wie eine flüchtige Bekanntschaft im Flugzeug. Kaum da, schon wieder weg. Wir sitzen im Büro von Quentin Bisch, ein Zimmer am Ende eines ­langen Ganges in einem Pariser Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert, mitten im Herzen der Hauptstadt, unweit des Triumphbogens und des Ufers der Seine.

«Merci, Sophie», bedankt sich Quentin Bisch bei seiner Assistentin, die gerade eine von ihm kreierte Duftmischung in einem Glasfläschchen in sein Büro bei Givaudan France Fine Fragrance bringt. In die transparente Flüssigkeit taucht er nun einen schmalen Papierstreifen, hält ihn sich unter die Nase und lässt die neue olfaktorische Komposition aus vielen verschiedenen Duftstoffen auf sich wirken. «Würzig, frisch — mit der Saftigkeit des Ingwers und zeitgemässen Nuancen von Basilikum und Pfefferminze», sagt er, lehnt sich zurück im Stuhl und blickt nach draussen auf die Platane, an der an diesem nebligen Dezembertag noch ein paar gelb verfärbte Blätter flattern.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen