Edle Kartonmöbel

Die Möbel des Architekten Shigeru Ban kommen demnächst auf den Markt. Bisher waren sie unverkäuflich.

  • loading indicator
Claudia Schmid@zueritipp_

Bis am 22. November kann man an der Designmesse «Neue Räume» in der ABB-Halle in Zürich-Oerlikon Möbelneuheiten von über 100 nationalen und internationalen Herstellern entdecken. Wie alte Bekannte kamen uns dabei die Kartonmöbel des japanischen Architekten Shigeru Ban vor: Der Erbauer des Tamedia-Gebäudes und Pritzker-Preisträger (die höchste Weihe für Architekten) richtete das Entrée und einen Teil der Kantine mit diesen Möbeln ein.

Ursprünglich entstand die Carta Collection für Bans privates Haus in Japan und kam auch in der Miyake Design Studio Gallery in Tokio zum Einsatz. Für den Bau von Notunterkünften griff Ban ebenfalls immer wieder auf Karton und Sperrholz zurück. Vergeblich versuchten bisher Designfans, die organisch geformten Stühle und Tische aus Birkensperrholz und dünnen, wasserabweisenden und rezyklierbaren Kartonröhren zu kaufen.

Beinahe schweizerische Formensprache

Ab kommendem Jahr ist dies möglich: WB Form, ein Unternehmen, das zur Schweizer Wohnbedarf-Gruppe gehört, hat sich exklusiv die Vertriebsrechte an den Möbeln gesichert. Hergestellt werden sie in Italien. Im Frühjahr 2016 soll die Kollektion, unter anderem aus Liege, Stuhl und Tisch bestehend, auf den Markt kommen. Eine Vorschau dieser Möbel wurde deswegen an den «Neuen Räumen» gezeigt.

Dass die Möbel von Ban ausgerechnet von der Schweiz aus verkauft werden, passt ganz gut; schliesslich hat der Architekt seit dem Bau des Tamedia-Gebäudes einen engen Bezug zur Schweiz. Und die einfache, verständliche Formensprache seiner Möbel und seiner Architektur ist der schweizerischen nicht unähnlich. So ergänzt die neue Ban-Kollektion bei WB Form eine Reedition des Schweizer Gestalters Max Bill, der ebenfalls für eine klare Formensprache bekannt ist.

Dass Architekten für ihre Häuser auch gleich die Möbel zeichnen, hat schon lange Tradition, wie etwa der Corbusier-Sessel beweist. In jüngster Zeit beschäftigen sich wieder mehr Baumeister auf einem kleineren Massstab: So hat auch der britische Stararchitekt David Chipperfield jüngst für den deutschen Hersteller E15 Hocker entworfen.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt