Reissender Absatz für Fuchsbälge

1300 Fuchsbälge gingen am Berner Oberländer Pelz- und Fellmarkt über den Tisch, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Mit der Nachfrage steigen auch die Preise. Pelz boomt vor allem im Ausland.

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Peter Hofstetter hat alle Hände voll zu tun. Er ist einer der Pelzhändler, die in der zur Markthalle umfunktionierten Autoeinstellhalle des Hotels Freienhof in Thun Fuchsbälge aus hiesiger Jagd erstehen. Hofstetter ist eigens aus Flawil im Kanton St.Gallen angereist. «Ich bin überrascht über die grosse Auffuhr», sagt er und drückt einem Grünrock 500 Franken in die Hand.

Das Geschäft jedenfalls läuft am Oberländer Pelz- und Fellmarkt am Samstag wie geschmiert. «Ich bin sehr zufrieden», sagt Franco Catocchia. Der Eggiwiler ist derjenige Jäger, der eben die 500 Franken für seine Jagdbeute eingehandelt hat. 15 Fuchsbälge und 10 Marderfelle hat er zu Markte getragen und einen deutlich tieferen Preis erwartet.

20 Franken für einen Fuchsbalg

«Ich habe nicht damit gerechnet, für einen Fuchsbalg 20 Franken zu erhalten», sagt der Jäger aus dem Emmental. Mit einem Lächeln im Gesicht hat ebenso Fritz Rentsch aus Trubschachen seine Jagdbeute an den Händler gebracht und für 12 Fuchsfelle und 2 Marderpelze 300 Franken gelöst. Das Geld wollen er und seine Jagdkollegen in einen gemütlichen Ausflug mit Freunden und der Familie investieren.

Während sich in der Einstellhalle die Grünröcke dem Kaffee fertig zuwenden, packt Peter Hofstetter Fuchsbalg um Fuchsbalg zusammen. An die 400 Stück hat der Händler dieses Jahr in Thun erstanden. «Diese kann ich bestimmt absetzen», sagt er. 80 Prozent gehen in den Export und werden vorab in Russland, Korea oder China zu Jacken, wärmenden Krägen oder Decken verarbeitet.

Doppelt so viel wie letztes Jahr

In Thun wechseln am Samstag jedenfalls deutlich mehr Felle und Pelze den Besitzer als auch schon. «Rund 1300 Pelzfelle wurden aufgeführt», bilanziert Marktsprecherin Veronika Wettstein. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr, als knapp 700 Fuchsbälge aufgeführt wurden. Und erst noch zu einem besseren Preis. Statt für 15 Franken wie vor Jahresfrist boten die Händler am Samstag 20 bis 25 Franken für schöne Pelze und Felle aus heimischer Jagd.

«Die Jäger haben damit gerechnet, dass der Preis für einen Fuchspelz steigt», begründet Veronika Wettstein die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegene Auffuhr. Ob damit auch die Anzahl erlegter Füchse in der aktuellen Saison angestiegen ist, ist noch offen. Bekannt ist die Zahl der Jagdsaison 2011/2012. Damals haben Berner Jäger 4215 Füchse erlegt.

Thuner Tagblatt

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