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Charlie sein oder nicht sein?

Psychoanalytiker Peter Schneider beantwortet Fragen zur Psychologie des Alltagslebens.

Sind Sie Charlie? K. S.

Liebe Frau S.

Einerseits: Ja. Je suis Charlie. Und zwar aus Solidarität mit den in den Redaktionsräumen von «Charlie Hebdo» Ermordeten, ihren Familien und Freunden. Und in diesem Sinne bin ich auch Ahmed, Franck, Yohan, Philippe, François-Michel und Yohav. So hiessen die beiden Polizisten und die vier Kunden des koscheren Supermarktes, die von den Mördern erschossen wurden. Andererseits: Non, je ne suis pas Charlie. Denn mir ­widerstreben solche konformistischen Bekundungen. Ich zucke zusammen, wenn jemand versucht, mich unter Überschriften wie «Nun sind alle ­Charlie» oder «Die ganze Schweiz trauert» emotional zwangszukollektivieren.

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