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Kaviar und Hummer vor der Renovierung

Im Restaurant des Pariser Hotels Ritz stand gestern ein besonderes Abschiedsdinner auf der Speisekarte. Grund: Das Haus schliesst bis im Sommer 2014 seine Türen. Der gesamte Innenbereich wird erneuert.

Alle 160 Zimmer werden neu eingerichtet: Das Nobelhotel Ritz in Paris.
Alle 160 Zimmer werden neu eingerichtet: Das Nobelhotel Ritz in Paris.
AFP

Das traditionsreiche Pariser Nobelhotel Ritz erhält ein Komplett-Lifting: Heute schliesst es seine Pforten. Die Wiedereröffnung des Etablissements in neuem Glanz ist im Sommer 2014 geplant. Die gesamte Innenausstattung solle renoviert werden, erläutert eine Sprecherin. Alle 160 Zimmer würden neu eingerichtet, allerdings in den traditionellen Pastellfarben Rosa, Mandelgrün, Gelb und Himmelblau, die zu den Markenzeichen des Ritz gehören.

Vor allem werde das gesamte Hotel mit neuester Technologie ausgestattet. Geplant ist auch ein zusätzliches Restaurant unter einer verglasten Veranda. Die Kosten für das Lifting des weltberühmten Etablissements, das dem ägyptischen Milliardär Mohammed Al Fayed gehört, werden auf 140 Millionen Euro beziffert.

Zahlreiche Stars und Künstler

Im Ritz sind zahlreiche gekrönte Häupter, Künstler und Stars aus aller Welt abgestiegen. Erst Mitte Juli beherbergte die Nobelherberge die Sängerin Madonna, als sie in Paris ein Konzert gab.

Hier dinierten am 31. August 1997 auch der Sohn des Besitzers, Dodi Al Fayed und Prinzessin Diana. Gleichentags verunglückten sie in einem vom Hotel-Chauffeur gefahrenen Mercedes in einem Pariser Tunnel tödlich.

Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway gehörte, ebenso wie die Stummfilm-Legende Charlie Chaplin, zu den Gästen des Nobelhotels. Und die Pariser Modeschöpferin Cocco Chanel bewohnte gleich eine ganze Suite an der eleganten Place Vendôme.

Abschiedsdinner für 240 Euro

Gegründet wurde das Hotel im Jahre 1898 von César Ritz und dem Spitzenkoch Auguste Escoffier. Dazu gehört heute das Feinschmeckerrestaurant L'Espadon, das zwei der begehrten Michelin-Sterne hat, sowie die hauseigene Ritz-Escoffier Kochschule.

Am Dienstagabend stand auf der Speisekarte ein Abschiedsdinner mit Stopfleber, Kaviar und Hummer für 240 Euro. Für die letzte Nacht war das Fünfsternehotel komplett ausgebucht - zu Preisen von 850 bis 10'000 Euro für die legendäre Suite, in der Coco Chanel gewohnt hatte.

Harte Konkurrenz in Paris

Laut Brancheninsidern ist es höchste Zeit für das Lifting. Denn die letzte Renovierung fand vor über drei Jahrzehnten statt - im Jahr 1979. Weil einiges in dem Etablissement nicht mehr in Top- Zustand war, erhielt das Ritz auch nicht das begehrte Label «Palace», das der obersten Luxuskategorie vorbehalten ist.

Dies sei wirklich schade für ein «Hotel an dieser Lage, mit dieser Geschichte», meint Vanguelis Panayotis von der auf Hotellerie spezialisierten Consulting-Firma MKG Group.Hinzu kommt, dass die Konkurrenz in Paris sehr hart ist. Seit Oktober 2010 haben sich in der Seine-Metropole drei asiatische Top- Hotels niedergelassen, die höchsten Komfort bieten.

Denn der Luxus-Hotellerie geht es trotz der Wirtschaftskrise blendend. Sie zieht Reiche aus Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien an. Auch viele Amerikaner entdecken Paris wieder als Reiseziel - nicht zuletzt dank des gesunkenen Euro-Kurses.

SDA/wid

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