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Iran stoppt Flüge während Gebets

Künftig dürfen Maschinen iranischer Fluggesellschaften erst 30 Minuten nach dem Ruf des Muezzins starten. Besonders strikt ist man am Morgen.

Wenn der Muezzin ruft, soll niemand fliegen. Minarette einer Moschee im iranischen Kerman.
Wenn der Muezzin ruft, soll niemand fliegen. Minarette einer Moschee im iranischen Kerman.
Quelle: Shahram Sharif/Wikimedia/CC

Für die Fluggesellschaften im Iran wird es künftig noch ein wenig schwieriger, ihre Flugpläne zu erstellen. Das Parlament des Mullah-Staates verabschiedete am 26. Dezember ein Dekret, wonach während des sogenannten Adhan – des islamischen Gebetsrufs – keine Flüge mehr durchgeführt werden dürfen. «Nach der Vorschrift dürfen inländische Airlines frühestens dreissig Minuten nach dem Morgen-Adhan starten», sagte Hamid Reza Pahlevani, Chef der Iran Civil Aviation Organization, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Isna. So könnten Passagiere ohne Zeitnot ihrer religiösen Pflicht zum Gebet nachkommen. Der Ruf des Muezzins erschallt fünfmal am Tag – am Morgen, am Mittag, am Nachmittag, am Abend und nachts.

Ali Taheri, der Sprecher des Kulturkomitees des Parlamentes, sagte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Mehr gar, dass es allen Flugzeugen verboten sei, während des Adhan zu fliegen, «ganz besonders am Morgen». Das klingt nach einer schärferen Auslegung, die auch bereits gestartete Flugzeuge betreffen könnte. Noch sind aber viele Details des Erlasses unklar.

Bedecktes Haar, lange Kleidung

Das neue Dekret ist ein weiterer Versuch konservativer Kreise im Iran, die religiösen Gesetze im Land zu verschärfen. Künftig werde auch noch viel stärker darauf geachtet, ob am Flughafen oder für Fluggesellschaften arbeitende Frauen die Kleidungsvorschriften einhielten, meinte denn auch Politiker Taheri weiter. Sie müssen ihr Haar bedecken und lange Kleidung tragen, die ihre Silhouette versteckt.

at/Aerotelegraph.com

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