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Inseln für jeden Geschmack und Geldbeutel

Erstmals hat Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras seine Bereitschaft erklärt, «unbewohnte Inselchen» zu verkaufen, um die Staatskassen zu füllen. Doch auch andere Länder haben diesbezüglich einiges zu bieten.

«Perfekte Gegenden»: Die griechischen ionischen Inseln.
«Perfekte Gegenden»: Die griechischen ionischen Inseln.

Griechenland soll seine Inseln verkaufen - in der häufig hitzigen Debatte über den Umgang mit dem hochverschuldeten Land ist diese Forderung wiederholt laut geworden. In der französischen Zeitung «Le Monde» hat Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras nun selbst seine Bereitschaft erklärt, «unbewohnte Inselchen» zu verkaufen, um die Staatskassen zu füllen. Der Verkauf von Privatinseln in der Region läuft schon seit geraumer Zeit. Und auch in anderen Teilen der Welt sind Inseln für Privatleute zu haben - oft schon zu einem überraschend günstigen Preis.

Die auf den Verkauf von Privatinseln spezialisierte Webseite Private Islands Online hat rund 550 Inseln im Programm, jedes Jahr werden über die Seite nach Angaben der Betreiber rund 20 Verkäufe abgewickelt. Eine 3000 Quadratmeter grosse Insel auf einem See in Panama gibt es schon für schlappe 30'000 Dollar. Deutlich tiefer muss der Käufer für die griechische Insel Patroklos in die Tasche greifen: Für die 320 Hektar grosse, rund 50 Kilometer vor Athen im Mittelmeer gelegene Insel will der Besitzer 180 Millionen Euro.

«Wir haben ganz unterschiedliche Kunden, Schauspielerinnen, Prinzessinnen, aber auch 'normale' Leute», beteuert Chris Krolow, Chef von Private Islands Online. «Wir haben vor kurzem einem Lehrer für 250'000 Dollar eine Insel in Ontario mit einem kleinen Haus verkauft.» Eine wahre «Qualitäts»-Insel muss für Krolow drei Kriterien erfüllen: Warmes Klima, ein politisch stabiles Umfeld und die Möglichkeit, die Insel zu kaufen - das alleinige Nutzungsrecht sei unzureichend.

Vorsicht vor Überraschungen

«Die Bahamas, Belize oder Panama sind perfekte Gegenden», sagt Inselmakler Krolow. Zumindest bei Belize ist Farhad Vladi, Chef der in Hamburg ansässigen Firma Vladi Private Islands, anderer Meinung. Er warnte schon vor zwei Jahren vor Überraschungen beim Inselkauf: «Viele Leute haben sich Inseln vor Honduras oder Belize gekauft und dabei vollkommen vergessen, dass es dort Piraten gibt, eine unglaubliche Luftfeuchtigkeit, Millionen Mücken, Schlangen und Krankheiten wie Denguefieber.» Vladi empfiehlt deswegen Europa oder Nordamerika.

Griechenland, mit seinem angenehmen Klima und einer guten Infrastruktur, ist bei Inselkäufern schon länger im Visier. Laut Nicolas Mugni vom französischen Maklerunternehmen Demeures de Grèce umfasst der Markt zwischen 60 und 70 Inseln. Weil aber viele davon nicht bebaut werden können, schrumpft das Angebot faktisch auf «rund ein Dutzend». Von einem «kleinen Markt» spricht Mugni, «es gibt nicht viele potenzielle Käufer». Das liegt an den Preisen - bei Demeures de Grèce liegt die Preisspanne zwischen drei und 45 Millionen Euro.

«Nicht verramschen»

Zuletzt hat das Unternehmen 2009 eine Insel in Griechenland verkauft. Dieses Jahr, so hoffen die Makler, könnte sich jemand für die sechs Hektar grosse Insel eines griechischen Adligen erwärmen. Kaufpreis hier: 18 Millionen Euro, Verhandlungsbasis.

Die Erwägungen der neuen griechischen Regierung, neue Inseln zum Verkauf frei zu geben, sind zaghaft. In «Le Monde» nannte Regierungschef Samaras gleich Einschränkungen. Inseln würden nur verkauft, wenn dies die «nationale Sicherheit» nicht gefährde. Griechenland wolle die Inseln zudem «nicht verramschen», betonte Samaras. Es gehe darum, «nicht genutztes Gebiet in Kapital umzuwandeln, zu einem fairen Preis».

AFP/kle

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