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Zehn-Punkte-Programm gegen den Sprung in den Freitod

Jeden dritten Tag nimmt sich in der Schweiz ein junger Mensch das Leben. Das ist zu viel, meint die Westschweizer Organisation «Stop Suicide» und hat Ideen zur Prävention formuliert.

Die Organisation «Stop Suicide» erinnerte heute in Bern daran, dass junge Männer sich zumeist mit einer Schusswaffe das Leben nehmen würden. Der Zugang zu solchen Waffen sollte deshalb weiter erschwert werden, fordert die Organisation. Die Armeewaffen seien - auch nach der Ablehnung der Waffenschutzinitiative - im Zeughaus am sichersten aufbewahrt.

Ihre insgesamt zehn Vorschläge und Forderungen sammelte die Organisation, die von jungen Menschen geführt wird und ihren Sitz in Genf hat, in einem «Weissbuch zur Suizidprävention bei Jugendlichen».

Zuhören als erster Schritt

Der erste Schritt in der Prävention sei Zuhören, heisst es in dem Büchlein. Auf der anderen Seite sei es aber auch wichtig, sich bei Problemen auszusprechen und Hilfe zu suchen. Psychologen, Ärzte und Sozialarbeiter ihrerseits sollten sich vermehrt über suizidales Handeln informieren, um entsprechende Anzeichen zu erkennen. Weiter schlägt die Organisation vor, Brücken besser zu sichern. Auch darf Suizid nicht Tabuthema bleiben. Nachholbedarf bestehe ausserdem in der Forschung: Obwohl man wisse, das bei Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren ein Suizid die hauptsächliche Todesursache sei, fehlten exakte Daten.

Vom Bund fordert «Stop Suicide» mehr Koordination bei den Präventionsarbeiten. Heute gebe es viele lokale Initiativen. Durch eine nationale Plattform könnten Erfahrungen und Ideen besser ausgetauscht und überregionale Programme lanciert werden. Auch würden die Einsatzmöglichkeiten des Bundes selbst sichtbar. «Die öffentliche Hand muss sich des Problems annehmen, ansonsten geht es in der Prävention nicht vorwärts», wird Florian Irmiger, Vorstandsmitglied von «Stop Suicide», in einer Medienmitteilung zitiert.

Auch Bund sieht Handlungsbedarf

Der Bundesrat sieht offenbar ebenfalls Handlungsbedarf: Nach der Abstimmung zur Waffenschutzinitiative verwies Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf das Präventionsgesetz, das im April vom Nationalrat behandelt wird. Mit dem Gesetz erhielte der Bund unter anderem die Kompetenz, nationale Programme zu definieren.

Bei der Vorstellung des neuen Gesetzes im September 2009 hatte auch der damalige Gesundheitsminister Pascal Couchepin angekündigt, mehr zur Verhinderung von Suiziden unternehmen zu wollen. Weil sich in der Schweiz vergleichsweise viele Menschen das Leben nehmen, empfahl kürzlich auch die UNO, tätig zu werden.

(SDA)

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