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Ski-Rowdys sollen wie Autofahrer bestraft werden

Elf Menschen kamen seit Weihnachten in Lawinen ums Leben. Um weitere Unglücke zu verhindern, geht die Kommission für Unfallverhütung jetzt in die Offensive.

Übermässiges Risiko soll bestraft werden – sofern es nicht in einem Wettkampf stattfindet: Freeride-Wettteilnehmer in Nendaz. (Archivbild)
Übermässiges Risiko soll bestraft werden – sofern es nicht in einem Wettkampf stattfindet: Freeride-Wettteilnehmer in Nendaz. (Archivbild)
Keystone

Nach den tödlichen Lawinenniedergängen, die zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag in den Schweizer Alpen elf Todesopfer gefordert haben, denken Experten über neue Präventionsmassnahmen nach. Doch auch Freerider müssen ihre Einstellung überdenken.

«Bei Gefahrenstufe 3 und höher dürfen die Pisten unter keinen Umständen verlassen werden», mahnt Heinz Walter Mathys, Ehrenpräsident der Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten (Skus). Er fordert von Skifahrern und Snowboardern einen Mentalitätswechsel. Zudem sollten sie wie Autofahrende bestraft werden, wenn sie das Leben anderer gefährdeten.

Kurse sollen bekannter werden

Der Schweizer Bergführerverband überlegt, das Lawinen-Ausbildungsangebot zu erweitern, wie Präsident Pierre Mathey am Dienstag auf Anfrage erklärte. Die Kurse seien heute zu wenig bekannt.

Er beobachtet, dass viele Pulverschneeliebhaber die Präventionsmassnahmen nur bruchstückhaft wahrnähmen. Er nennt das Beispiel des Lawinenbulletins: Oft werde nur die Gefahrenstufe registriert. Die Hanglage, die Ausrichtung und die Höhe würden überlesen. Komme hinzu, dass die meisten Skifahrenden weder wüssten, auf welcher Höhe über Meer noch an welcher Hanglage sie sich befänden.

«Bei Lawinengefahr wird alles annulliert»

Eine mögliche Idee könnte auch ein «Making of ...» der beeindruckenden Xtreme-Abfahrten von Verbier oder der Patrouille des Glaciers sein. Diese Anlässe seien extrem gesichert, erklärte Mathey. «Bei Lawinengefahr wird alles annulliert.» Der Blick hinter die Kulissen könnte die andere Seite der «coolen» Medaille zeigen.

SDA/mrs

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