Sechs profilierte Schweizerinnen treten aus der Kirche aus

Der Papst verglich Abtreibung mit Auftragsmord. Schweizer Politikerinnen protestieren. Und sie erhalten Rückendeckung.

Die sechs Frauen, darunter Monika Stocker (Bild) wollen «den patriarchalen Machtapparat der römisch-katholischen Kirche nicht länger unterstützen». (Archivbild) Bild: Keystone

Die sechs Frauen, darunter Monika Stocker (Bild) wollen «den patriarchalen Machtapparat der römisch-katholischen Kirche nicht länger unterstützen». (Archivbild) Bild: Keystone

Aus Protest gegen die Gleichsetzung von Abtreibung mit Auftragsmord durch den Papst sind sechs profilierte Schweizer Frauen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) bedauert diesen Entscheid, zeigt aber Verständnis.

Die ehemaligen Nationalrätinnen Cécile Bühlmann und Ruth-Gaby Vermot, die Mitgründerin der «Erklärung von Bern», Anne-Marie Holenstein, Sozialpolitikerin Monika Stocker, sowie die feministischen Theologinnen Doris Strahm und Regula Strobel gaben bekannt, «den patriarchalen Machtapparat der römisch-katholischen Kirche nicht länger mit ihrer Mitgliedschaft zu unterstützen», wie der SKF am Montag mitteilte.

Diese sechs Frauen hätten seit Jahrzehnten und bis heute für Veränderungen gekämpft, schreibt der SKF. Als katholische Frauenorganisation verstehe der SKF den Frust und die Resignation.

«Wie die sechs Frauen, hat auch uns die Gleichsetzung von Abtreibung mit Auftragsmord seitens des Vatikans schockiert und uns zum Unterzeichnen einer Petition an Papst Franziskus bewogen», heisst es in der Mitteilung. Obwohl ein Austritt aus der Amtskirche auch bedeute, der Landeskirche den Rücken zu kehren, «können wir den Entscheid der Frauen sehr gut nachvollziehen».

Weiterer Einsatz für Veränderung

Auch der SKF lehne die gegenwärtige Machtverteilung in der Institution Katholische Kirche ab und fordere tiefgreifende Veränderungen, die dem systematischen Ausschluss von Frauen aus Entscheidungsgremien und Weiheämtern ein Ende setzten und der längst überfälligen, gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in der Kirche den Weg ebneten.

Der SKF forderte Frauen und Männer dazu auf, «die katholische Kirche nicht den Ewiggestrigen zu überlassen und weiterhin alle Gelegenheiten zu nutzen, die Kirche hartnäckig und entschlossen von innen heraus zu verändern».

Überzeugt stehe der Frauenbund weiterhin dafür ein, gegen Ungerechtigkeiten anzukämpfen, Missstände zu benennen, die ungleichen Geschlechterverhältnisse zu thematisieren und den Missbrauch von Macht zu ächten – auch in Vertretung der nun aus der katholischen Kirche ausgetretenen sechs Frauen.

oli/sda

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