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Fehlgeburt während der Nachtschicht

Eine Anästhesistin verlor bei der Arbeit im Inselspital ihr Kind. Wie Diskriminierung und Überarbeitung Ärztinnen an ihre Grenzen bringt.

Stundenlange Operationen, keine Zeit fürs Mittagessen, 36 Stunden ohne Schlaf: Eine Ärztin rettet Leben. Foto: iStock

Stundenlange Operationen, keine Zeit fürs Mittagessen, 36 Stunden ohne Schlaf: Eine Ärztin rettet Leben. Foto: iStock

Natalie Urwyler verlor den Fötus an einem Donnerstag während der Nachtschicht. Die Ärztin war in der neunten Woche schwanger, als sie während der Arbeit heftige Bauchkrämpfe bekam und stark zu bluten anfing. Sie ahnte, dass sie gerade eine Fehlgeburt erlitt, aber es gab niemanden, der sie hätte ablösen können. Als Oberärztin durfte sie nicht weg aus dem Operationssaal, obwohl sie kaum noch stehen konnte. «Es kursierte unter uns Anästhesisten der Spruch, dass man die Nachtschicht nur dann nicht antritt, wenn man zur eigenen Beerdigung muss.» Natalie Urwyler lacht dunkel. «Das tönt vielleicht nach einem Witz, ist aber ernst gemeint.»

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