Dürfen Männer Flipflops tragen?

Eine Stilfrage zur Sommermode für Männer.

In der Mode gibt es kein richtig und kein falsch: Ein Mann trägt Flipflops in einem Restaurant. Bild: Keystone

In der Mode gibt es kein richtig und kein falsch: Ein Mann trägt Flipflops in einem Restaurant. Bild: Keystone

Bettina Weber@sonntagszeitung

Jedes Jahr zu Beginn des Sommers die immer gleiche Diskussion: Gehören nun Männerfüsse in Flipflops oder nicht? Ich meine in der Stadt, nicht im Schwimmbad oder am Strand. M.B.

Lieber Herr B.,

wir wollen uns dieses Sujets noch liebevoller annehmen, als das sonst unsere Art ist, denn es verhält sich ja so, dass die männliche Leserschaft auf stilistische Fragen beziehungsweise Antworten mitunter etwas, nun, sagen wir es so: verschnupft reagiert. Hier in dieser unserer kleinen Rubrik haben wir ein Herz für die Zartbesaiteten und die Sensitiven, weshalb wir gleich zu Beginn festhalten: In der Mode gibt es kein richtig und kein falsch. Selbst dann, wenn man einfach nur einen schlechten Geschmack hat, passiert: rein gar nichts. Man kann sich also in dieser Hinsicht ungemein entspannen.

Es ist bloss so, dass es in der Mode, wie sonst auch im Leben, ein klüger und ein weniger klug gibt. Beziehungsweise ein schöner und ein weniger schön. Flipflops in der Stadt fallen aus fünf Gründen in die Kategorie weniger klug und weniger schön:

1. Flipflops ­machen beim Gehen ein hässliches Geräusch.

2. Die Fortbewegung darin sieht zwangsläufig undynamisch und schlurfig aus und verleiht eine schlaffe Aura. Das ist, es tut mir sehr leid, ganz schlecht, jetzt so attraktivitätsmässig.

3. Man kann damit nicht rennen. Rennen ist wichtig, man weiss nie.

4. Auf dem Velo kann man sie verlieren.

5. Sie sehen lausig aus. Grundsätzlich. Und vor allem, wenn die darin befindlichen Füsse in optischer Hinsicht auch mit viel gutem Willen nur als, nun, grauenvoll bezeichnet werden können.

Wir wollen es aber nicht dabei belassen, den Flipflops in der Stadt schnöde eine Abfuhr zu erteilen, sondern lösungsorientiert Alternativen aufzeigen: Sandalen aus Leder zum Beispiel ­machen sofort viel mehr her. Wer aus Tierschutzüberlegungen Leder ablehnt, wählt ein veganes Modell. Und auch wenn es kein maskulineres Accessoire gibt als schöne Füsse: Die allermeisten Männer gewinnen vom Erscheinungsbild her, wenn ihre unteren Extremitäten verpackt sind. In Loafers. Oder Tennisschuhen. Oder sogar: Espadrilles (allerdings nie, nie, nie mit hinten nach unten geklappter Sohle).

Kurz: Alles ist besser als Flipflops.

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