Darf man noch «Frölein» rufen? 

Wie man sich bei einer Serviceangestellten korrekt bemerkbar macht.

Auch der Zuruf «Hallo!» ist sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Bild: Keystone

Auch der Zuruf «Hallo!» ist sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Bild: Keystone

Ich erlebe häufig, dass die Leute im Restaurant nicht wissen, wie man das Servicepersonal ruft respektive rufen darf. Kürzlich versuchte es einer mit «Hallo», worauf sich der Ober beschwert hat. Da herrscht meines Erachtens auf der ganzen Linie Unklarheit. Und wir im Zürcher Oberland sagen halt ab und zu schon immer noch «Frölein». M. K.

Lieber Herr K.,

Ihre Formulierung «Da herrscht auf der ganzen Linie Unklarheit» gefällt mir ausserordentlich und ist natürlich das Stichwort für diese unsere kleine Rubrik, weshalb wir umgehend voranschreiten und Licht ins Dunkel bringen wollen. «Hallo!» dünkt mich jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei, wobei es besser ist als «He, Sie!» oder «Zwei Bier!», amänd noch ohne «Bitte» hintendran.

In der Stadtzürcher Gastronomie ruft man gerne «Sorry!», worauf sich das Personal, das ja nur nebenbei als Personal arbeitet, weil es hauptberuflich Model ist, sehr oft nicht angesprochen fühlt. Was aber am überaus merkwürdigen Rekrutierungskonzept der Restaurationsbetriebe in Zürich liegt und nicht an der eventuell unkorrekten Anrede, deretwegen man sich zu Recht taub stellen könnte.

Wie beim Frölein. Das «Frölein» ist einfach nicht mehr opportun, lieber Herr K. im Zürcher Oberland, das muss ich Ihnen jetzt so unverblümt mitteilen, denn an diesem Frölein hängt die ganze Gender-Sache dran, die dräut da sozusagen im Hintergrund, und das zu Recht. Berücksichtigen Sie das. Sagen Sie daher: «Madame» oder «Monsieur» und dazu «Excusez!», das ist vornehm und hat Klasse und überhaupt muss man doch auch mal dieses Französisch nutzen.

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