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Alkoholprävention per SMS

Kurznachrichten auf das Handy sollen Jugendliche dazu bringen, weniger Alkohol zu konsumieren. Das Projekt Alk-Check ist weltweit einzigartig. Die Initianten sind optimistisch.

40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen trinken sich mindestens einmal pro Monat in den Rausch: Jugendliche neben leeren Bierdosen.
40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen trinken sich mindestens einmal pro Monat in den Rausch: Jugendliche neben leeren Bierdosen.
Keystone

Rauschtrinken ist unter Schweizer Jugendlichen weitverbreitet. Knapp 40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen trinken sich mindestens einmal im Monat in den Rausch. Bei den 15- bis 19-Jährigen ist es jeder Vierte. Dies belegen Zahlen des Suchtmonitorings Schweiz.

Mit der Studie «Alk-Check» werden jetzt neue Wege in der Alkoholprävention beschritten. Das berichtete die Zeitung «Schweiz am Sonntag». Damit Jugendliche weniger Alkohol trinken, werden Schüler direkt via SMS und Internet angesprochen. Das Projekt, das ab September durchgeführt wird, ist eine Zusammenarbeit mit der Zürcher Fachstelle Suchtprävention des Mittelschul- und Berufsbildungsamts. Es ist die weltweit erste Studie in diesem Bereich.

«In der Studie sollen knapp 1000 Schüler von rund 90 Berufs- und Mittelschulen mitmachen», sagt Severin Haug, Autor der Studie und Forschungsleiter am Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF. Jugendliche seien nur schwierig für Prävention motivierbar. Bis anhin waren Präventionsprogramme örtlich und zeitlich gebunden. «Dank des Handys können wir den Jugendlichen orts- und zeitunabhängig individualisierte Tipps schicken, wie sie weniger trinken können», sagt Haug. So könnten sie zu einem sensiblen Umgang mit Alkohol motiviert werden.

Erfolgreiches Pilotprojekt

Ein dreimonatiges Pilotprojekt zur Studie, welches im vergangenen Jahr durchgeführt wurde, stimmt die Initianten optimistisch. Damals wurden 36 Schulklassen befragt. «Wir stellen es jedem Schüler frei, mitzumachen», sagt Haug. Drei von vier seien dabei gewesen. Ein Internetfragebogen gab Aufschluss darüber, in welchen Situationen und zu welcher Uhrzeit eine Person am meisten Alkohol konsumierte. «Eine Stunde vor der angegebenen Zeit verschickten wir individualisierte SMS-Nachrichten. Sie enthielten Tipps zu einem vernünftigen Umgang mit Alkohol», fügt er an. Bei den teilnehmenden Jugendlichen zeigte sich eine positive Veränderung.

Auch Marc Kummer, Amtschef Mittelschul- und Berufsbildungsamt, ist frohen Mutes: «Indem für die Prävention die Kommunikationsinstrumente der Jugendlichen gewählt werden, erhoffe ich mir, möglichst viele Jugendliche zu erreichen.»

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