Worüber Feministinnen streiten

Seit der Feminismus im Mainstream angekommen ist, wird mit harten Bandagen über die politische Deutungshoheit gestritten. Dabei ist es ein gutes Zeichen, wenn sich nicht alle einig sind.

Feminismus ist keine Charity-Aktion für alle Unterdrückten dieser Welt: Demonstration für die russische Frauen-Punk-Band Pussy Riot in Berlin. Foto: Okapia

Feminismus ist keine Charity-Aktion für alle Unterdrückten dieser Welt: Demonstration für die russische Frauen-Punk-Band Pussy Riot in Berlin. Foto: Okapia

Michèle Binswanger@mbinswanger

Die Gratiszeitung «20 Minuten» gilt nicht eben als Speerspitze gesellschaftspolitischer Debatten. Trotzdem widmete sie einem angeblichen «Feministen-Zoff» vergangene Woche eine Doppelseite. Über handfeste Auseinandersetzungen wurde nicht berichtet, dafür legte das Blatt die verschiedenen Positionen zur Burkainitiative aus, über die in der Schweiz bald abgestimmt wird. Und das bemerkenswert differenziert. Es ist tatsächlich ein kontroverses Thema, welches das Lager der Feministinnen spaltet. Die einen wollen die Burka verbieten – als Symbol des politischen, extremistischen Islam, der Frauen mental und physisch unterdrücke. Die andere Seite argumentiert, es widerspreche dem liberalen Gedanken, Frauen Kleidervorschriften machen zu wollen. Das Burkaverbot sei ein Ausdruck von Islamophobie und Rassismus gegenüber einer ohnehin schon marginalisierten Gruppe.

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