Sawiris’ Töchter haben Geschmack

Taya und Tary Sawiris eröffnen einen Luxusladen bei der Bahnhofstrasse. Die Kleider sind gut, die Frauen schüchtern.

Gute Lage: Die Boutique der Sawiris.

Gute Lage: Die Boutique der Sawiris.

(Bild: zVg)

Fotografiert werden wollen sie nicht, zitiert und indirekt zitiert schon gar nicht und sogar die Altersangabe wird untersagt. Taya und Tary Sawiris, das Schwesternduo hinter der neuen Modeboutique Tasoni nahe der Zürcher Bahnhofstrasse, will partout nicht damit rausrücken. Das mutet ein bisschen seltsam an, denn vermutlich sind die beiden hübschen Töchter des ägyptischen Milliardärs und Investors Samih Sawiris irgendwo in ihren Zwanzigern und damit in einem Alter, in dem man eigentlich noch nicht rumdrucksen müsste.

Sicher wollen sie sich unter anderem schützen und nicht allzu viel Wirbel um ihre Personen veranstalten. Sodass klar wird, dass es nicht um sie geht, sondern ihre Arbeit. Klar, die blöden Vorurteile und Gedanken kommen zackig: Bei modischen Ambitionen von Kindern schwerreicher Eltern denkt man schnell an Leute wie die peinlichen Angeber von «Rich Kids of Instagram», denen ein schlechter, aber teurer Kleidergeschmack quasi in die Wiege gelegt worden ist. Oder den Wettbewerbsvorteil, der gegenüber kleinen Zürcher Boutiquen genossen wird, weil Geld keine Rolle spielt. Aber da stehen die Schwestern bestimmt drüber.

Taya Sawiris hat in Lausanne Hotelfach studiert, ihre Schwester Tary Wirtschaft in Chicago. Beide lebten eine Weile in New York und pendeln heute zwischen Andermatt (wo sie bereits einen Laden im Hotel The Chedi ihres Vaters führen) und Zürich. Sie sind superhöflich, Smalltalk-geübt und Expertinnen in Sachen Mode. Sie haben eine zeitgemässe und klar formulierte Idee von Kleidern. Was die genau ist, darf man ja aber eben leider nicht schreiben.

Das Sortiment in ihrem neuen Laden ist sorgfältig ausgewählt, zeitgeistig. Die bekannteren Namen, darunter J.W. Anderson, Loewe oder Paco Rabanne, gehören zu jenen Luxuslabels, die gerade besonders elektrisieren, weil sie Avantgarde, Tragbarkeit und ein gewisses rebellisches Gefühl, das in der Mode gerade in der Luft liegt, lässig vereinen. Dazu kombinieren die Schwestern unbekanntere Marken wie Alice Archer (vorher Stickerei-Expertin beim Belgier Dries Van Noten) oder Ellery aus Australien. Von Rewind Vintage und Edie Parker gibts sogar Tasoni-Spezialeditionen. Es gibt wirklich überhaupt gar keinen Grund, sich zu verstecken.

DerBund.ch/Newsnet

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