In der Kiffer-Limousine durch Denver

Im amerikanischen Bundesstaat Colorado werden nach der Legalisierung von Marihuana luxuriöse Stadtrundfahrten für Kiffer angeboten. Einsteigen bitte!

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Samstagmorgen. Vor einer Pension in Denver wartet ein Mann auf seinen Trip. Er zündet sich eine Zigarette an und hält erwartungsfroh Ausschau. Bald kommt eine gestreckte Limousine, der Chauffeur öffnet die Tür. Der Mann steigt ein, er lächelt wie jemand, der einen grossen Spass erwartet. «Hi», sagt er, «ich bin aus Texas.» Drinnen auf dem endlosen Sofa sitzt ein Pärchen; die Frau trinkt Bier aus der Flasche. «Hi», sagt sie, «wir sind aus Kansas.»

«Ich trinke kaum noch Bier», sagt der Texaner. «Je älter man wird, desto schlimmer der Kater.» Er spielt mit seinem Feuerzeug. Er wird es heute brauchen. Der Chauffeur hält vor den nächsten Hotels, weitere Fremde steigen zu. Ihre Namen spielen keine Rolle, denn am Ende werden sie einander bloss nach ihren Heimatstaaten nennen – «der Kerl aus Texas» oder «die beiden aus Kansas». An Namen wird sich niemand erinnern und vielleicht auch sonst nicht an viel.

Alle kommen von weit her, um an einer Gruppen-Intoxikation teilzunehmen. Das Paar aus Kansas ist nachts angereist. Acht Stunden Autobahn in der Dunkelheit – nur um einmal im Leben die ganz grosse Freiheit einzuatmen.

Draussen, jenseits der verdunkelten Scheiben, liegen die Rocky Mountains. Jemand macht ein Foto, aber die meisten sind schon damit beschäftigt, erste Joints herumzureichen. Der Small Talk ist entspanntem Geplauder gewichen, manche Fahrgäste sind ausgelassen wie Schüler auf der Maturareise. «In welchem Hotel wohnt ihr?», erkundigt sich der Texaner aus der letzten Reihe. «Mann», sagt der tiefenentspannte Mann aus Pennsylvania, «du hast uns doch gerade erst da abgeholt.» – «Schon vergessen.» – «Alles gut, Mann, rauch noch was.»

Ein neuer Goldrausch

Als erste amerikanische Bundesstaaten haben Colorado und Washington den Verkauf von Marihuana für den «Freizeitverbrauch» erlaubt. So hat es das Volk entschieden: Die Regierung soll den verlustreichen Kampf gegen den Stoff aufgeben, die Industrie aus der Unterwelt holen, den Menschen ihren Spass gönnen. In Colorado dürfen Erwachsene seit Anfang des Jahres Cannabis beim Fachhändler kaufen.

Damit endet – wenigstens dort – ein erbitterter Kulturkampf. Er hat 1971 begonnen, als Präsident Richard Nixon ­einen Krieg gegen Drogen ankündigte, später kämpften besorgte Eltern gegen jede Liberalisierung. In all den Jahren stand immer mehr auf dem Spiel als nur die Frage, ob Marihuana ein weiteres ­legales Rauschmittel sein könne: die ­Moral des Landes, die staatliche Autorität, die Machtverhältnisse zwischen Kindern und Eltern, Hippies und Bürgertum, Linken und Rechten.

Inzwischen denken die Amerikaner differenzierter, die Droge verliert ihren subversiven Ruf. Selbst Präsident Barack Obama war einst ein bekennender Kiffer. Viele Bürger sind ernüchtert über Kosten und Erfolglosigkeit des Krieges gegen Betäubungsmittel, und Linke wie libertäre Rechte möchten den Staat wieder mehr aus ihrem Privatleben heraushalten. Anders als Anfang der 70er, als gerade mal zwölf Prozent der Amerikaner die Legalisierung befürworteten, sind es heute 52 Prozent.

Wenn die Ideologen gehen, kommen die Geschäftsleute. Im Westen herrscht ein neuer Goldrausch: In Denver blühen Cannabisplantagen, Cannabisläden und Cannabisfeste. Die Hauptstadt Colorados, eine Meile über Meer gelegen, nennt sich seit langem «mile high city», aber der Slogan passte nie so gut wie heute. Dies ist der neue Sehnsuchtsort aller, die im Einklang mit dem Gesetz bekifft sein wollen – und all jener, die daran vorzüglich verdienen möchten.

Die Limousinenfahrt namens Colorado Cannabis Tour verspricht für 120 Dollar pro Person vier Stunden shoppen und kiffen. Der Fahrer hat die Trennscheibe hochgefahren, damit er frei atmen kann; der Fahrgastraum ist längst ausgefüllt mit dichtem Marihuananebel. Hätte diese Luft die Eigenschaften von Helium, würde die 6-Tonnen-Limousine meterhoch über dem Asphalt schweben.

Inzwischen ist auch der Reiseleiter an Bord, Michael «Mike» Eymer. Der Inhaber der Colorado Cannabis Tours lebt ein Leben zwischen Unternehmertum und Freiheitsliebe. Eymer (31) hat an der Ostküste Biologie studiert und sein Geld mit dem Vertrieb von Weihnachtsbäumen verdient, andererseits liebt er ausgedehnte Rucksacktouren und immer auch den Zustand, stoned zu sein. Jetzt lebt er in Colorado und hofft, beide Leidenschaften miteinander zu versöhnen: Kiffen und Managen.

Nie mehr als eine Unze dabeihaben

Seine Gruppe leitet Eymer mit lässiger Bestimmtheit. Er schildert die Regeln – nie mehr als eine Unze Marihuana dabeihaben, also 28 Gramm –, dann bittet er seine Gäste, sich vorzustellen. Ein Mann aus Delaware sagt: «Ich bin hier, weil ich endlich mal bekennen möchte, ja, ich bin high.» Drüben an der Ostküste kann er das nicht so ohne weiteres. In vielen US-Staaten schreibt das Gesetz schon für läppische Drogendelikte Haftstrafen vor: Wer mit einem Joint in der Tasche unterwegs ist, setzt womöglich schon seine Freiheit, seinen Ruf und seine Karriere aufs Spiel.

In dieser Limousine aber darf man nicht nur sagen «ich bin high», man darf es auch sein, sogar so high wie die Frau aus Kansas, die seit Minuten versucht, das Radio so einzustellen, dass Musik rauskommt, bevor sie sich wieder auf das Sofa sinken lässt. «Hey, ich bin einfach zu breit.» Dies zu bekennen vor lauter Fremden, macht schon den Reiz dieses Ausflugs aus. Eymer, der Führer, sagt: «Für viele Liebhaber von Cannabis ist das hier wie das Coming-out der Schwulen. Endlich mal stehen zu dem, was man ist oder tut.»

Die Fahrgäste sind 30 bis 60 Jahre alt. Eymer ist besonders von den Älteren fasziniert, von der Generation der Baby- boomer. «Sie nehmen die Joints wieder in die Hand, die sie weglegten, als sie Eltern wurden», sagt er, «und sie können nicht fassen, was ihnen heute geboten wird. Sie freuen sich wie kleine Kinder.»

Es behagt selbst Grosskonsumenten wie dem Mann aus Texas, der zwischen herzzerreissenden Hustenanfällen bekennt, er sei eigentlich sein ganzes Leben stoned gewesen. Jetzt ist er so breit, dass er nicht mehr an jeder Tüte zieht, die ihm gereicht wird. Er sieht die Reise wie eine Befreiung aus der Scheinheiligkeit. «Die Amerikaner wollen alle Sex, Drogen und Rock ’n’ Roll», sagt er, «aber sie machen es immer nur im Schlafzimmer, statt sich zu bekennen.»

Der Staat verdient mit

Mike Eymer packt eine Wasserpfeife aus. «Wer lange nicht geraucht hat, sollte aufpassen, denn das Zeug hier ist gut und stark», warnt er. «Achtung vor allem mit den Edibles», sagt er über die mit Cannabis versetzten Süssigkeiten. «Ich hatte mal eine Frau an Bord, die hat zu viele Kekse gegessen und hinterher 24 Stunden geschlafen. Esst immer nur die Hälfte dessen, was ihr für richtig haltet.» Der Mann aus Pennsylvania meldet sich mit einer wohligen Trägheit zu Wort. «Mann», sagt er, «ich nehme grundsätzlich immer das Doppelte dessen, was ich für richtig halte.»

Der erste Cannabisladen, im Gewerbegebiet. Die Fenster vergittert. Ein Türsteher verlangt Ausweise, Kunden müssen 21 Jahre alt sein. Drinnen sieht es aus wie in einer Apotheke, Theken, gläserne Schaukästen. Die Ware sortiert nach Wirkung: «relax», «creative», «high mind». Man kann getrocknete Blüten kaufen, Joints, Pralinés, Erfrischungs­getränke mit dem Wirkstoff THC oder eine berauschende Körperlotion. Verkäuferinnen beraten nett und unaufdringlich.

An der Theke steht eine etwas nervöse Kundin, etwa 40, ihr Kostüm und ihre Handtasche sehen nach oberer Mittelschicht aus. «Ich bin nicht so erfahren», sagt sie, «aber ich könnte etwas brauchen, um zu entspannen.» Der Verkäufer nickt: «So geht es vielen.» Amerika sucht ständig nach neuen Mitteln, um seine aufgebrachte, gestresste, unter Erwartungsdruck und diversen Ängsten leidende Seele zu beruhigen. Dort, wo Cannabis nicht mehr aus der Unterwelt stammt, sondern aus dem Fachhandel, gewinnt es ganz neue Liebhaber.

An der Kasse wird die Ware in weisse Papiertüten gepackt, Kassenzettel angeheftet, Steuer ausgewiesen. Der Staat hat die Seiten gewechselt, er verdient jetzt mit. Jahrzehntelang hat er mit immensem Aufwand Konsumenten und Dealer gejagt. Der Drogenkrieg hat enormen Schaden angerichtet, in Lateinamerika bekämpfen sich Kartelle, in den USA sitzen so viele Menschen in Gefängnissen wie sonst nirgendwo in der westlichen Welt. Trotzdem kifft in den USA jeder dritte Abiturient.

Wie oft sind es klamme Staaten, die mit der neuen Freiheit experimentieren, wie einst in der Casinoindustrie, als Spielsucht zur lässlichen Sünde wurde, weil die Regierung Geld brauchte. Colorado erlaubt den Cannabishandel nun nach seinen Regeln – und verdient gleich im ersten Jahr bis 100 Millionen Dollar.

In der Limousine vergleichen die Fahrgäste aufgeregt und stolz, was sie im Laden erstanden haben. Sie reichen einander Joints, eine Wasserpfeife und ein Gerät, das Haschöl verdampft. Der Mann aus Texas zieht an einem Glasrohr, an dessen unterem Ende sich Rauch bildet, bis der Behälter voll ist mit milchigem Nebel. Der Mann saugt es ein und hält inne. «Ich habe Tränen in den Augen», sagt er fasziniert.

Die Limousine hält vor einem Sandwichladen in der Innenstadt. Die Tourgäste stehen Schlange für Brote und Bier, sie wirken plötzlich etwas verloren. Rauchen dürfen sie hier nicht. In der Öffentlichkeit, in Bars, Restaurants oder Kinos bleiben Joints verboten. Der Mann aus Delaware ist enttäuscht. «Ich fühle mich nicht so ganz willkommen», sagt er. «Ich hielt die Leute hier für richtig tolerant.» Nun aber ist es doch wie bei ihm zu Hause; wenn er high sein will, muss er sich zurückziehen.

Dafür darf die Reisegruppe nun hinter die Kulissen der neuen Industrie blicken, das nächste Cannabisgeschäft zeigt seinen Kunden die hauseigene Plantage. Unter Scheinwerfern, die ein stechendes, bläuliches Licht abgeben, gedeihen die Pflanzen, jede mit ihrem eigenen Strichcode, ohne Erde, über Schläuche verbunden mit einem Plastikfass voller Nährlösung.

«Ist dieses Blau jetzt in der Pflanze oder kommt das von woanders?», fragt jemand. Ein Gärtnereigehilfe erklärt, wie schnell die Pflanzen wachsen mit Kunstlicht und Kunstdünger und künstlich temperierter Luft. Es ist die botanisch-industrielle Seite des Drogenrauschs, sie hat mit Klonen und Ernte­zyklen und Umsatz pro Pflanze zu tun und nicht so viel mit dem verklärten Kifferkult. Aber die Gäste finden es so faszinierend, als dürften sie einem Urwald namens Freiheit beim Wachsen zusehen. «Das ist der coolste Job, den man sich vorstellen kann», sagt die Frau aus Kansas ungläubig zu dem Gärtnerei­gehilfen. «Das finde ich auch», sagt er.

Fast unvorstellbar ist dann nur noch – letzte Station der Rundfahrt – das Vertriebszentrum des Anbieters Medicine Man, der schon seit Jahren ärztlich verschriebenes Marihuana verkauft. Der gut gelaunte Manager führt die Gruppe durch eine Halle, die von erdig-schwülem Cannabisgeruch gefüllt ist. Wie im Gewächshaus, in endlosen Reihen, reifen die Pflanzen der Blüte entgegen.

Die Läden horten grosse Mengen Bargeld

Ein bewaffneter Sicherheitsmann begleitet die Gäste. Er soll das Geschäft vor Dieben und Räubern schützen – zu viel steht auf dem Spiel. Ware und Ausrüstung sind teuer, und die Läden horten grosse Mengen Bargeld, weil sich die Banken weigern, Cannabiserlöse anzunehmen. Nach Bundesrecht bleibt der Handel illegal, die Finanzindustrie hält sich an das Verbot. Also muss man im Cannabisbusiness eben manche Rechnungen mit einer Plastiktüte voller Scheine bezahlen.

Weiter hinten in der Halle verflüchtigt sich der Cannabisdunst, es ist kühler und riecht nach frisch gesägten Holzplatten, Arbeiter zimmern neue «Blütekammern». Der Manager sagt, er habe allein für die neueste Klimatechnik 1,3 Millionen Dollar investiert. Jetzt entstehe die grösste legale Cannabisplantage Colorados. Wie andere Produzenten setzt auch Medicine Man auf Prognosen, wonach man mit legalem Cannabis landesweit bald bis zu zehn Milliarden Dollar im Jahr umsetzen könnte.

«Na?», fragt Eymer, als seine Gäste wieder in der Limousine sitzen. «Wem hat es gerade das Hirn weggeblasen?» Das Familienunternehmen Medicine Man, erzählt er, habe klein angefangen und gehöre nun zu den grössten. «Was ihr da seht, ist Amerika», sagt Eymer. Die Verbote von gestern machen die Millionäre von morgen. Eymer sagt voraus, dass Cannabis in einem Jahrzehnt überall in den USA zugelassen sein wird (was Gleichgesinnte allerdings 1968 schon vorhergesagt haben). Marihuana werde inzwischen von einer Mehrheit, und über Generationen hinweg, anders wahrgenommen. Es sei nicht mehr das Zeug protestierender Hippies, nicht mehr das Symbol der «counterculture», die den Staat an sich infrage stelle.

Vielmehr hat sich der Stoff neu erfunden. In gut zwanzig Staaten ist er als therapeutisches Naturprodukt zugelassen, Patienten bekommen es auf Rezept. ­Marihuana lindert Schmerzen und Unbehagen von Aids-, Krebskranken oder Allergikern. Dieser neue Ruf hat dabei geholfen, den Widerstand zu zermürben. «Wenn eine Gesellschaft entscheidet, dass sie sich ändern möchte, geht es ganz schnell», sagt Eymer. «Für Cannabis ist diese Zeit jetzt gekommen.»

«Raucht, so viel ihr könnt»

Tatsächlich blicken die Gouverneure etlicher Staaten nach Colorado, gespannt, wie das Drogenexperiment ausgeht. Allerdings dürfte der Widerstand gegen die landesweite Legalisierung hartnäckig bleiben. Viele Eltern sträuben sich noch immer dagegen, Drogen allzu erreichbar zu machen, eine neue Heroinepidemie sucht in den USA gerade Städte und ganze Landstriche heim. Ausserdem sehen Konservative die neue Freizügigkeit mit Argwohn, und vielerorts hält die Polizei strenge Drogen­gesetze ohnehin für eine Art Allzweckwaffe zur Kontrolle der Bürger.

Präsident Obama wirkt dabei un- entschlossen. Er verlangt keine bundesweite Legalisierung, lässt Drogende- linquenten aber nur noch mit halbem Eifer verfolgen. Marihuanakonsumenten seien für seine Staatsanwälte kein vorrangiges Ziel, sagt er: «Wir haben ­grössere Fische zu braten.»

Vorne in der Limousine sitzt ein junger Mann aus Pennsylvania, er trinkt Cannabisbrause und hält mehrere Papiertüten mit frischen Joints fest. «Was mache ich jetzt mit all dem Stoff?», fragt er. «Leute, braucht es auf», sagt Mike Eymer. «Raucht, so viel ihr könnt.»

Erst jetzt dämmert den Gästen, dass sie ihre Ware gar nicht aufheben können. In den meisten Hotels und auf der Strasse dürfen sie nicht rauchen. Am Flughafen von Denver ist Cannabis schon verboten, zu Hause sowieso. «Lasst es dem Hotelpersonal als Trinkgeld da», sagt Eymer, «legt die Joints in die Kaffeekasse.» So kommt die grosse Freiheit, die ohnehin nur auf die Fahrgastzelle einer Limousine beschränkt war, endgültig wieder an ihre Grenzen.

Mike Eymer verabschiedet sich. Bevor er aussteigt, macht er noch ein Selfie, ein Foto von sich mit seinen Kunden. «Bitte alle das Peace-Zeichen machen. Und Rauch ausblasen», ruft er in den ­Nebel. Den Rest überlässt er dem Chauffeur. Auch Eymer ist jetzt high. «Mehr schaffe ich heute nicht mehr», sagt er.

Der Mann aus Texas steigt vor seiner Pension aus. Er habe den autoritären ­Süden nie gemocht, sagt er, jetzt werde er hierher nach Colorado ziehen. Er wäre dann einer von Tausenden, die wegen der Cannabisgesetze in den Westen auswandern. Der Texaner hat sich schon erkundigt nach einem Job, natürlich im Kiffergewerbe.

Die Pension, das Adagio, beherbergt oft Eymers Tourgäste. Die viktorianische Villa voller Antiquitäten gilt als Geheimtipp, weil man hier Joints rauchen darf. Spätabends bekommen die Gäste – kleine Aufmerksamkeit des Hauses – Cannabiskekse mit Milch.

Helen Strader, die Gründerin des Adagio, freut sich über die vielen Marihuanatouristen, aber all das Rauschhafte behagt ihr nicht immer. Sie fürchtet Exzesse, sie fürchtet um die Jugendlichen, die nun vielleicht schneller zu härteren Drogen greifen. Ihr eigener Sohn hat einst mit Cannabis angefangen und war lange süchtig nach Kokain. «Ich wäre wahrscheinlich gegen die Legalisierung», sagt sie nachdenklich. «Wenn ich nicht so gut daran verdienen würde.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.07.2014, 07:42 Uhr

Sie steigern das Bruttosozialprodukt: Wenn der Kampf gegen Drogen schon nicht gewonnen werden kann, dann will der Staat durch die Freigabe zumindest mitverdienen. Kiffer in den USA (2013). Foto: Nick Adams (Reuters)

Reiseleiter Mike Eymer: «Für Liebhaber von Cannabis ist die Tour in Denver wie das Coming-out der Schwulen.»

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