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Acht Zucchetti-Rezepte – von Chips bis Tatar

Was kochen, wenn das Sommergemüse im Garten überhandnimmt? Ideen, die auch Kindern schmecken.

Über zu viele Tomaten beschwert sich niemand, bei Zucchetti siehts anders aus. Dabei lässt sich das Kürbisgewächs lecker zubereiten.
Über zu viele Tomaten beschwert sich niemand, bei Zucchetti siehts anders aus. Dabei lässt sich das Kürbisgewächs lecker zubereiten.
iStock/Getty Images

Manchmal träume ich von Zucchetti. Im Traum werden die phallusförmigen Kürbisfrüchte – teils gelb, teils grün – immer grösser. Das Kraut drumherum wächst, wuchert und sticht mich. Und kaum reisse ich einen Zucchetto aus, wächst an anderer Stelle schon der nächste. Oder grad zwei, drei … Das Schlimmste daran: Es ist nicht nur nachts im Traum so, sondern auch tagsüber in der Realität. In meinem Garten nämlich. Ich bin wohl nicht der Einzige, der zurzeit nicht mehr weiss, wohin mit all dem Gemüse. Ich solle doch weniger davon anpflanzen, wurde mir schon geraten: statt vier vielleicht nur zwei Pflanzen. Wer aber botanisch bewandert ist, hat womöglich auch schon davon gehört, dass man zwecks gegenseitiger Befruchtung mehrere Gewächse nebeneinander pflanzen sollte. Und die können dann eben, so weiss der Hobbygärtner, ganz viele ganz grosse Aufs-Mal-Früchte abwerfen.

Es ist schon aussergewöhnlich: Ich habe noch nie jemanden klagen gehört, er habe zu viele Tomaten im Garten. Doch Klagen über Zucchetti-Überdruss hört man immer wieder. Und erschwerend kommt hinzu, dass gerade Kinder das Gemüse nicht mögen: Wenn ich meinen Kleinen geschmorte Zucchetti auftische, ist das «Wäh» ihrerseits so sicher wie das Amen in der Kirche. Was kann man also mit dem Kürbisgewächs kochen, das mit etwas Glück auch den Kindern schmeckt? Und, vor allem, dass ein wenig Abwechslung auf den Tisch kommt? Denn die Saison dauert bei mir im Garten jeweils von Mitte Juni bis tief in den September.

Ich habe in den letzten Tagen einige Rezepte probiert:

  • Damit ihre leichte Herbheit in den Hintergrund tritt, kann man Zucchetti mit Weinbeeren und Pinienkernen kombinieren. So entsteht, wenn man das Ganze in Olivenöl schmort, entweder eine überraschend liebliche Gemüsebeilage. Oder aber eine Sauce für die Pasta, die man eventuell mit Tomaten ergänzt.
  • In unserer Nachbarschaft kursiert zurzeit grad folgendes Rezept: Man zerkleinert die Zucchetti mit der Röstiraffel und presst das Ganze aus, damit sich das Gewicht halbiert. Eier, etwas Käse und etwas Mehl hinzugeben – die Masse sollte nicht zu kompakt und nicht zu flüssig sein. Löffelweise auf ein Backblech geben und diese «Zucchetti-Tätschli» bei 180 Grad etwa 15 Minuten im Ofen backen. Mit Crème fraîche (gewürzt mit Basilikum) servieren.
  • Geben Sie die Zucchetti fein gehobelt über den Salat – dort bemerkt man sie aromatisch kaum. Oder sie werden, wenn die Kinder nicht allzu aufmerksam sind, mit Gurken verwechselt.
  • Man kann Zucchetti auch süss-sauer einlegen. Dazu einen Sud aus Essigwasser, Salz, Zucker, Lorbeerblatt und Pfefferkörnern zubereiten und aufkochen. Die Zucchetti einige Minuten darin weichkochen. Sud und Gemüse in Konfigläser geben und ungefähr zwei Wochen lang im Kühlschrank ziehen lassen. Es empfiehlt sich, gelbe Zucchetti zu verwenden, ansonsten sieht die Sache unappetitlich grau aus, und die Kinder essens dann auf gar keinen Fall.
  • Daniel Humm macht aus Zucchetti ein «Tatar». Er befreit den Gartenkürbis von den Kernen und sautiert ihn mit Knoblauch und Olivenöl (3 Min. heiss, 8 Min. bei kleiner Hitze). Dann zerdrückt er ihn und mischt ihn mit klein geschnittenen Minzeblättern und Kürbisblüten.
  • Oft wird empfohlen, die Zucchetti längs zu halbieren, sie zu entkernen und mit Hackfleisch oder Reis zu füllen. Bloss: Dann essen die Kids nur die Füllung – und das Gemüse bleibt liegen.
  • Mit dem Trüffelhobel dünne Chips schneiden und im Dörrex trocknen, das habe ich auch probiert. Das Problem dabei: Das typische Zucchettiaroma – man vergleiche mit getrockneten Pilzen – wird so noch potenziert. Und das Salz bleibt nicht gut am Gemüse haften.
  • Und was beim Nachwuchs erstaunlich gut angekommen ist: gebratener Reis mit Zucchetti und Sojasauce. Dafür Zucchettischeiben salzen und in Olivenöl anbraten, dann gekochten Reis beifügen. Nach einigen Minuten mit Sojasauce würzen.

Und wenn das alles nichts hilft? Verschenken Sie die Zucchetti doch einfach – an Freunde und Nachbarn, die keinen Garten haben.

Und wie bereiten Sie Ihre Zucchetti zu?

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