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Unser Nationalschnaps hat ein Imageproblem

Hermann Röllin brennt Kirsch. Bloss: Wer trinkt diesen Schnaps eigentlich noch? Ein Revival liegt in der Luft.

Brenner Hermann Röllin verkauft seinen Kirsch ab Hof, per Postversand und am Wochenmarkt. Video: Urs Jaudas/Tamedia/Wibbitz

Hermann Röllin hat die Hände, wie so oft, in den Hosentaschen. Er steht im Schuppen vor seinem Bauernhaus im Zugerland, seit sechs Uhr in der Früh ist die mit Brennholz betriebene Destillieranlage in Betrieb. Die dunkelrote Maische blubbert, zu sehen durch ein kleines Fensterchen an der Brennblase. Der Flüssigkeit entsteigt ein kostbarer Dampf, der später heruntergekühlt wird und sich verflüssigt. Endlich läuft am anderen Ende des Apparats ein feines, glasklares Rinnsal aus einem silbernen Hahn: Es ist dies der sogenannte Vorlauf des Kirschs, der merklich nach Aceton riecht, «sodass es eine hindenuse jagt», wie Röllin träf ­bemerkt. Es ist inzwischen kurz nach acht Uhr.

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