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Homo dudens nervt Homo ludens

Das «Idioten-Apostroph» ist so idiotisch gar nicht: Sprachkolumnist Daniel Goldstein über elende Besserwisser und die schädliche Duden-Treue im Sprachgebrauch.

Sprache heisst auch: ausprobieren. Wer zu fest auf die Regeln pocht, verdirbt sich selbst und sämtlichen anderen den Sprachgebrauch. Im Bild: Die Wandtafel einer sprachphilosophischen Forschungsgruppe an der Uni Bern.
Sprache heisst auch: ausprobieren. Wer zu fest auf die Regeln pocht, verdirbt sich selbst und sämtlichen anderen den Sprachgebrauch. Im Bild: Die Wandtafel einer sprachphilosophischen Forschungsgruppe an der Uni Bern.
Adrian Moser

Schier genussvoll können sich manche Leute über sprachliche Fehler - oder was sie dafür halten - ärgern und ereifern. Jede Redaktion kann ein Liedchen davon singen, wie sie in Leserbriefen gerügt, gerüffelt oder gar beschimpft wird, und gar manche Klage landet auch beim Sprachkolumnisten. Er soll das Radio zu guter Aussprache bewegen, SBB-Durchsagen von allzu helvetischen oder allzu deutschländischen Klängen befreien und natürlich keinerlei Regelwidrigkeiten im Rest der Zeitung dulden. Dabei ist er schon froh, wenn er selber die geltende Version der amtlichen Rechtschreibung immer befolgt - oder nur dann davon abweicht, wenn er gute Gründe hat.

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