Zum Hauptinhalt springen

Handwerk am Ende?

Handwerk und Akademie widersprechen sich nicht grundsätzlich.

Verliert eine Gesellschaft an Wert, wenn das Handwerk irgendwie verloren geht? Was verliert ein vorher praxisnahes Berufsbild, das «akademisiert» wird? Was verliert Schulbildung, wenn Gestalten, Werken, Handarbeit an Lektionen verliert – oder gewinnt sie gar?

Liebe Frau B.Da Handwerk nicht nur aus Schreinern, Maurern und Schustern besteht, also aus dem, was man in den klassischen Handwerksberufen macht, ist ein Untergang des Handwerks kaum denkbar. Es gibt in jeder auch noch so intellektuellen Arbeit einen nicht zu unterschätzenden Anteil an «Handwerk»: das Entwickeln einer Routine, die nicht Gedankenlosigkeit ist, sondern die Entwicklung eines persönlichen Geschicks, eines Sediments aus Erfahrungen, eines impliziten Wissens – «tacit knowledge», wie es Michael Polanyi nennt. Auch eine Software zu kreieren, ist in diesem Sinne zu einem grossen Teil eine handwerkliche Tätigkeit. Und die Anfertigung eines Massanzugs übrigens auch eine intellektuelle.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.