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Chancenlose SCL TigersLangnau braucht Hilfe – kommt ein schwedisches Juwel?

Es ist ein Klassenunterschied im Tessin: 1:5 verlieren die Emmentaler. Weil sie viel zu wenig Tore schiessen, dürfte bald ein vierter Ausländer kommen.

Unter Beschuss: Tigers-Goalie Ivars Punnenovs hat auch gegen Lugano viel zu tun.
Unter Beschuss: Tigers-Goalie Ivars Punnenovs hat auch gegen Lugano viel zu tun.
Foto: Pablo Gianinazzi (Keystone)

Ein Goalie träumt von der weissen Weste. Die Realität sind aber oftmals blaue Flecken. Es kann schmerzhaft werden für den Torhüter, Ausrüstung hin oder her. Erst recht, wenn man unter Dauerbeschuss steht wie Ivars Punnenovs. Langnau lässt die meisten Schüsse zu in der National League, gut 37 sind es pro Spiel. In Lugano waren es gar 45, und auch wenn es nach 20 Minuten 0:0 stand, dürfte den Beteiligten klar gewesen sein: Für die Tigers kann das nicht gut kommen. Nie und nimmer.

Das tat es auch nicht, im Gegenteil. 1:5 stand es am Ende, und apropos blaue Flecken: Yannick Blaser dürfte wieder einmal den einen oder anderen davongetragen haben. Keiner wirft sich häufiger in Schüsse als der Verteidiger, vor dem 0:3 wenige Sekunden vor Ende des Mitteldrittels tat er dies gleich zweimal. Und humpelte danach auf die Bank.

Spiel gegen Lausanne abgesagt

Den Schwung von den spektakulären Siegen gegen Bern und die ZSC Lions konnten die Tigers nicht mitnehmen. Offensiv blieben sie erschreckend harmlos, die Chancen waren an den Fingern einer Hand abzuzählen. Trainer Rikard Franzén liess seinen Frust mittels Schimpftirade an den Unparteiischen aus. Es lief ja auch unglücklich für die Gäste: Das 0:1 von Mikkel Bodker fiel mittels Schlittschuh, vor dem 0:3 Alessio Bertaggias – er buchte einen Hattrick – hätte die Partie wegen hohen Stocks abgepfiffen werden können. Und der Penalty zum 0:5 war eher streng gepfiffen.

Um im Spiel nach vorne unberechenbarer zu werden, soll ein neuer Ausländer engagiert werden – und zwar zeitnah. Ob es Jesper Bratt wird? Es wäre mehr als ein Transfercoup. Der Schwede ist 22, in den letzten drei Saisons buchte er in der NHL für New Jersey rund einen halben Punkt pro Partie. Zuweilen stürmte er an der Seite Nico Hischiers. Dass er in Nordamerika bisher keinen neuen Vertrag erhalten hat, erstaunt doch ziemlich.

Rikard Franzén kennt seinen Landsmann seit Jahren, als er 2013 bei Solna Cheftrainer war, spielte Bratt im Nachwuchsteam. Es soll jedoch weitere Kandidaten geben, selbst eine Rückkehr von Verteidiger Erik Brännström ist mittelfristig eine Option. Dann, wenn es dieser nicht ins Team von Ottawa schafft.

Ob mit oder ohne vierten Ausländer: Für die Langnauer geht es in den kommenden Wochen darum, den Anschluss an Platz 10 nicht zu verlieren – ansonsten könnte spätestens im Februar Langweile drohen. Wie es weitergeht, ist allerdings unklar: Die Partie vom Freitag gegen Lausanne wurde verschoben, die Waadtländer befinden sich in vorsorglicher Quarantäne. Es ist denkbar, dass am Wochenende kurzfristig ein anderes Spiel angesetzt wird.